Realisierte WMS-Projekte

viastore systems GmbH

Flexibles AKL für PC-Komponenten-Distributor: Stressfrei zu Spitzen-Leistungen

Kunde

COS AG, Linden

Fertigstellung

31.07.2003

Branche

  • Elektro

Beschreibung

Aufgabenstellung

Mit der Distribution von Computer- Teilen für den Groß- und Einzelhandel hat sich die COS AG in den vergangenen Jahren zu einem der Top-Unternehmen in diesem Marktsegment entwickelt. Aufgrund der zunehmenden logistischen Anforderungen wurde 2000 ein neues Logistik- und Verwaltungszentrum im hessischen Linden in Betrieb genommen. Im Kern des hoch flexibel und dynamisch ausgelegten Lager- und Versandbereichs steht seit 2003 ein AKL, das mit moderner Software und einer ausgeklügelten Architektur auch künftigem Wachstum problemlos gewachsen ist.

IT Supply at ITs best - mit diesem Slogan wirbt die COS Distribution AG, und auf ihn richtet das Unternehmen mit Stammsitz im mittelhessischen Linden seine gesamte Geschäftstätigkeit aus. Das Kerngeschäft umfasst die Belieferung von Computerhändlern und dem entsprechenden Großhandel mit Computer- Komponenten, Peripherie-Geräten und Software-Artikeln. Die Zusammenarbeit mit mehr als 100 führenden Lieferanten ermöglicht ein umfassendes, marktgerechtes und stets aktuelles Produktportfolio. Die COS Distribution AG wurde 1990 als Einzelhandelsbetrieb unter dem Namen P&T Computer GmbH im hessischen Linden gegründet. Nur vier Jahre später, begleitet von einem raschen Wachstum, vollzog das noch junge Unternehmen den Wandel zum Distributor, bevor es 1998 an die COS AG verkauft wurde. Der Schweizer Konzern ist ebenfalls im Bereich Distribution tätig, bietet jedoch darüber hinaus Consulting und Auktionen im Internet an. Im September 2001 wurden im Zuge einer durchgreifenden Änderung der Konzern-CI sämtliche Tochterunternehmen auch namentlich dem schweizerischen Mutterkonzern angepasst. Durch Innovationsfreude und ein hohes Maß an Flexibilität und Zuverlässigkeit ging das Unternehmen gestärkt aus einer "Flurbereinigung" unter den Computerteile- Distributoren hervor. Inzwischen rangiert das Lindener Unternehmen nach Umsatz und Bekanntheitsgrad unter den ersten drei Anbietern dieses Marktsegments.

Aus allen Nähten geplatzt
Zunehmend entscheidet eine straff und effizient organisierte Logistik über den Erfolg solcher Unternehmen. Wie in anderen Branchen werden Sendungsgrößen immer kleiner und die Bestellzyklen kürzer. Demzufolge steigt der logistische Aufwand trotz eines konjunkturell bedingten rückläufigen Umsatzes stetig an. Bereits Ende 1997 hatte die COS AG ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Doch schon zwei Jahre später platzten die Kapazitäten aus allen Nähten. Eine räumliche Erweiterung am Standort war nicht mehr möglich, und zusätzliche Außenlager konnten nur als eine Übergangslösung angesehen werden. "Unsere räumlichen Wachstumsgrenzen waren in jeder Hinsicht erreicht, und wir mussten uns einfach etwas einfallen lassen", kommentiert Gerd Dirschauer, Leiter Planung und Organisation der Unternehmenslogistik, die Situation gegen Ende 1999. Nach insgesamt nur vier Monaten Planungsphase erfolgte am 1. April 2000 der erste Spatenstich für ein neues Distributionszentrum, zu dem auch ein großzügig gestalteter Bürokomplex gehört. Bereits im Herbst des selben Jahres war der Umzug des gesamten Unternehmens in die neuen Räumlichkeiten abgeschlossen.

Abermals zwei Jahre später sollten nach der räumlichen Erweiterung nun auch die logistischen Abläufe im konventionell betriebenen Lager- und Versandbereich optimiert werden. "So wunderbar flexibel unsere alte manuelle Handhabung auch war", so Dirschauer, "den derzeitigen und kommenden Anforderungen konnte sie einfach nicht mehr standhalten. Es wurde uns bewusst, dass wir uns durch automatische Systeme unterstützen lassen mussten."

Grenzen der Automatisierung
Der Computerhandel ist - wie so viele Geschäftsfelder des Groß- und Einzelhandels - starken saisonalen Schwankungen ausgesetzt. Allein 40 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet die COS in den letzten drei Monaten eines Jahres. Aber auch das tägliche Arbeitsaufkommen verläuft alles andere als homogen. Rund 50 Prozent aller täglichen Auftragseingänge erreichen die Versandabteilung nach 15 Uhr und müssen noch am selben Tag bearbeitet und verschickt werden. Etwa zehn Prozent aller Bestellungen gehen nachts oder in den frühen Morgenstunden über das Internet ein.
Diese Umstände spielten natürlich in den Planungen neuer logistischer Prozesse eine entscheidende Rolle. "Um sämtliche Spitzen abzudecken, wäre der technische Aufwand einer rein automatischen Lösung viel zu hoch gewesen", erläutert Dirschauer. “Wir wollten ja nicht in ein System investieren, das den größten Teil des Arbeitstages nicht genutzt worden wäre." Eine mit der Indusim GmbH aus Bibertal bei Ulm erarbeitete Simulation, bei der konkrete Bestellabläufe ganzer Tage realitätsnah nachgestellt wurden, bestätigte dann auch, dass eine flexible, teilautomatisierte Lösung nach dem Prinzip "Ware zum Mann" den COS-Anforderungen am nächsten kam. Der Automatisierungsgrad der Anlage musste so ausgelegt sein, dass er konstant einen gewissen Level des Kommissionieraufkommens bewältigt, während Spitzen jederzeit durch manuelles Eingreifen abgearbeitet werden können.

Erfolgreiche Partnersuche
"Wir haben uns Angebote und Vorschläge bei so ziemlich allen Unternehmen eingeholt, die in der Branche Rang und Namen haben, und uns die Entscheidung sicher nicht einfach gemacht. Nach gründlicher Prüfung aller Konzepte blieb im Grunde nur noch ein Unternehmen übrig, das in der Lage war, sämtliche unserer Vorstellungen zu realisieren", schildert Dirschauer das Auswahlverfahren für einen geeigneten Partner. Im Juli 2002 erhielt die Stuttgarter viastore systems GmbH den Auftrag zur Errichtung eines Automatischen Kleinteilelagers mit der gesamten Projektkoordination. Im Auftrag enthalten war zudem der Bau der an das AKL angebundenen Fördertechnik und nicht zuletzt die Implementierung eines Warehouse Management Systems. Insbesondere in diesem letzten Punkt hoben sich die Stuttgarter durch ihr Know-how bezüglich SAP entscheidend von ihren Mitbewerbern ab. Denn mitten in die Phase, in der die eingegangenen Angebote geprüft wurden, fällte die COS-Konzernleitung die Entscheidung, die EDV-Struktur konzernweit auf SAP umzustellen. "Wir suchten daher auch einen Partner, der uns in puncto Software eine Unterstützung bieten konnte, die nicht an der Schnittstelle zum derzeitigen System oder dem künftigen SAP aufhört", so Dirschauer. "Nicht zuletzt hier hatte viastore als SAP-Partner einfach die überzeugenden Argumente."

Installation bei laufendem Betrieb
Zunächst jedoch musste viastore seine Hardware-Kompetenz unter Beweis stellen. Bereits kurz nach Auftragserteilung wurde mit der Realisierung des Projekts begonnen, und das Zeitfenster für den Bau der neuen Anlage war äußerst knapp bemessen. Zum Einen liefen bereits die Vorbereitungen auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft, zum Anderen war die COS gerade mit einer kräftigen Steigerung ihres Produktvolumens beschäftigt. An einen mehrtägigen Arbeitsstopp zwecks Montage und Einrichtung des AKL war also nicht zu denken. Gemeinsam entwickelten die Projektverantwortlichen beider Unternehmen ein schlüssiges Montagekonzept, das eine problemlose Installation der neuen Anlage ermöglichte, ohne die stark zunehmende Auftragsabwicklung zu behindern. "Unsere Kalkulationen waren auf den Punkt genau richtig; die Anlage konnte zum für uns idealen Zeitpunkt in Betrieb genommen werden", freut sich Dirschauer über die gute Zusammenarbeit mit viastore.

Mensch + Maschine + Software = Teamwork
Mehr als 6.500 verschiedene Artikel umfasst inzwischen das Produktportfolio der COS. Weniger als ein Sechstel dieser Artikel machen rund 80 Prozent aller Warenbewegungen im Lager aus. Vor diesem Hintergrund werden die bevorrateten Produkte streng nach A-, B- und C-Artikeln unterschieden und in räumlich getrennten Bereichen deponiert - im Wesentlichen sind das ein manuell und mit Schubmaststaplern bedientes Hochregal und nun das dreigassige automatische Kleinteilelager. Eingehende Bestellungen werden in das hauseigene Warenwirtschaftssystem eingegeben und von dort an das Lagerverwaltungssystem von viastore weitergeleitet. viad@t verarbeitet daraufhin die Bestelldaten zu Steuerbefehlen für das AKL und zu Picklisten für den manuellen Bereich. Jedem Auftrag wird während der Bearbeitung ein bestimmter datentechnisch erfasster Behälter zugewiesen, der dann auf seinem Weg durch den manuellen Lagerbereich und das AKL sukzessive befüllt wird. Alle Lagerbereiche vom Wareneingang bis zu den Verpackungs- und Versandplätzen sind durch eine ausgeklügelte Fördertechnik miteinander verbunden. Dreh- und Angelpunkt im Distributionszentrum ist aber das neue AKL. Die Architektur der Anlage ist ungewöhnlich und höchst effizient. Zwischen den Regalgassen des AKL sind über die gesamte Länge von 60 Metern zwei dreigleisige Kommissionierbahnhöfe mit seitlichen Abstellstrecken angelegt. An der Stirnseite des AKL befinden sich insgesamt sechs Kommissionier- Arbeitsplätze, von denen die vier mittleren multifunktional ausgelegt sind. Bis zu fünf Aufträge können hier jeweils gleichzeitig bearbeitet werden. Die beiden äußeren Plätze dienen derzeit lediglich der Einlagerung, könnten aber im Bedarfsfall mit geringem Aufwand aufgerüstet werden. In ruhigeren Zeiten werden die Arbeitsplätze direkt mit den Warenbehältern aus dem AKL beschickt. Jede Warenentnahme wird an den mit PC ausgerüsteten Arbeitsplätzen in viad@t bestätigt. "Der Umgang mit einem PC am Arbeitsplatz war neu für unsere Mitarbeiter. Aber schon nach ganz kurzer Zeit haben sie die Scheu vor der neuen Technik verloren, da die Benutzeroberfläche von viad@t sehr übersichtlich aufgebaut und einfach zu erlernen ist - auch für solche, die zuhause keinen eigenen PC besitzen", beschreibt Dirschauer die mit dem neuen System verbundene Umstellung der Kommissionierprozesse von Pickliste auf Dateneingabe.
Spätestens nachmittags, wenn die Auftragslage steigt, wird ein großer Teil der Bestellungen in den Kommissionierbahnhöfen abgearbeitet.
Die untersten beiden Ebenen des AKL sind auf ganzer Länge offen. Hierhin lagern die Regalbediengeräte des Typs viaspeed die für bestimmte Aufträge benötigten Artikel nach dem Prinzip "Ware zum Mann" um - selbstverständlich wegeoptimiert. Ein Pick-by-Light-System zeigt den Kommissionierern Ort und Menge der zu entnehmenden Artikel an. Per Knopfdruck wird jede Warenentnahme aus dem Regal bestätigt. Ist eine Bestellung fertig kommissioniert, quittiert der verantwortliche Mitarbeiter seinen Arbeitsauftrag, indem er den Barcode des entsprechenden Behälters mit einem MDE- (mobilen Datenerfassungs-) Gerät abscannt. Über einen Rollenförderer gelangt der Auftragsbehälter in den Verpackungsbereich, wo die Ware versandfertig gemacht wird. Aus den während des Kommissioniervorgangs erfassten Daten wird dort schließlich ein Lieferschein erzeugt und ausgedruckt. Thomas Groß, Lagerleiter im Lindener Distributionszentrum, über den Erfolg der beleglosen Kommissionierung: "Durch die automatische Einlagerung und Bereitstellung der Waren ins AKL entfällt das lästige Abhaken der Stücklisten. Unsere Kommissionierer arbeiten dadurch wesentlich effizienter, da sie sich nun ausschließlich auf das Kommissionieren konzentrieren können."

Neue Dimensionen im Kommissionierbereich
Thomas Groß, als Lagerleiter am Puls des Geschehens, ist mit den Neuerungen in seinem Zuständigkeitsbereich hoch zufrieden: "Das AKL hat in unserem Kommissionierbereich völlig neue Dimensionen eröffnet. Bei gleicher Mitarbeiterzahl konnten wir unsere gesamte Pack- und Liefergeschwindigkeit noch einmal deutlich erhöhen. Außerdem ist unsere ohnehin schon extrem gute Lieferqualität nochmals besser geworden." Im Resultat hat Groß einen kräftigen Motivationsschub bei seiner Mannschaft festgestellt: "Es macht Spaß, wenn man sieht, mit welcher Begeisterung und mit welch großem Engagement unsere Kollegen in der Anlage arbeiten. Die meisten haben sich inzwischen unaufgefordert mit der Technik vertraut gemacht und kümmern sich selbständig darum, dass ,ihr AKL' in Ordnung bleibt."

Abgesichert
Mit einem ausgeklügelten Service- und Wartungskonzept sorgen die COS-Mitarbeiter dafür, dass ihre Anlage zuverlässig funktioniert. Bis zu einem gewissen Grad werden Inspektionen und Reparaturen vom hauseigenen Personal durchgeführt. Und sollten dennoch einmal schwerwiegendere Störfälle auftreten, sorgt der Hotline-Service von viastore dafür, dass Ausfallzeiten möglichst kurz gehalten werden. Über Internet lassen sich alle Funktionen des AKL im Stuttgarter Service-Zentrum abbilden, so dass die Service-Ingenieure im Ernstfall jederzeit sofortige Hilfestellung leisten können. Für Fälle, die sich nicht über Ferndiagnose beheben lassen, stehen in der Nachbarschaft der COS AG erfahrene Techniker bereit, die im Auftrag von viastore die Regalbediengeräte & Co kurzfristig wieder in die Gänge bringen. Das Zusammenspiel von automatisierten und manuellen Arbeitsprozessen hat im Logistikzentrum der COS AG bisher alle Erwartungen erfüllt, und die Modernisierung der Logistik wird fortgesetzt. Sobald die EDV-Umstellung auf SAP abgeschlossen ist, soll im nächsten Schritt in allen Bereichen, in denen noch manuell kommissioniert wird, eine Datenfunklösung implementiert werden. Und das AKL samt angebundener Fördertechnik wurde so konzipiert, dass es sich im Bedarfsfall problemlos um eine oder mehrere Gassen erweitern lässt. Von logistischer Seite her sind dem Unternehmen also weder technische noch räumliche Grenzen für ein weiteres kräftiges Wachstum gesetzt.

Lagerbereich

  • Hallenhöhe: 12,5 m
  • Fläche: 10.500 qm

Dreigassiges Behälterlager (AKL)
  • 10.500 Stellplätze
  • Länge: 60 m
  • Höhe: 12 m
  • Behälter: 600 mal 800 Millimeter, zwei unterschiedliche Höhen
  • Einfach und doppelt, tiefe Einlagerung
  • 3 x RBG Typ viaspeed
  • Lastaufnahmemittel: Riemenzugförderer

Kommissionieren/Versenden
  • 4 multifunktionale Kommissionierplätze
  • 2 einfache Kommissionierplätze
  • 7 Bereitstellbahnen für Leergut
  • Förderanlage für Leer- und Verpackungsbehälter
  • 20 Versandbahnen samt Leergutrückführung
  • Pick-by-Light-System
  • 530 dynamische Stellplätze

Benötigte Software

  • Lagerverwaltungssystem viad@t
  • Zentrales SAP LES für manuellen Bereich

Ansprechpartner

Markus Müllerschön

IT-Consulting

Telefon: +49 (711) 98 18 2923

m.muellerschoen@viastore.de