Realisierte WMS-Projekte

SALT Solutions GmbH

Lagerlogistik in der Automobilindustrie - SAP als durchgängige Plattform

Kunde

A. Raymond

Fertigstellung

15.05.2004

Branche

  • Automobil

Beschreibung

Aufgabenstellung

Würzburg, 22. April 2005
Wer an Autos denkt, denkt an Karossen, Motoren oder Klimaanlagen. Ohne A. Raymond würde jedes Fahrzeug jedoch bereits vor seiner Jungfernfahrt auseinanderfallen. Die A. Raymond Gruppe ist weltweit eines der bedeutensten Unternehmen im Befestigungsbereich. Neben Clips aus Metall und Kunststoff, Schnellkupplungen und Klebeverbindungen für die automobile Produktion liefert das Familienunternehmen Befestigungen für die Industrie und Ausrüstung für Handwerksprofis.

An zwölf Fertigungsstätten werden jährlich sechs Milliarden Teile gefertigt und viele als Erstausstattung direkt an die Produktionsbänder geliefert. Ohne “just-in-time"-Taktung stehen bei den meisten Automarken die Bänder still.

Damit neben der Produktion auch die Anlieferung stimmt, optimierte das Unternehmen im Zuge der SAP-Einführung für die betrieblichen Abläufe auch die Logistik. Eine Ablösung des bis dahin aktiven Systems wurde notwendig, weil die Betriebsunterstützung durch die Lieferanten der Hard- und Software nicht mehr gewährleistet war.

„Just-in-time“-Logistik
Raymond hatte den Anspruch, seine Lagersoftware in eine einheitliche IT-Landschaft einzupassen. Die Herausforderung bestand in der Ablösung einer alten Lagerverwaltung und in der Einbindung von mehr als 20 Kommissionierplätzen und einer komplexen unterlagerten Steuerung.

Die reibungslose Ablösung aller Geschäftsprozesse und Sonderabläufe des über die Jahre gewachsenen Altsystems waren nicht die einzige Herausforderung. Da A. Raymond viele seiner Bestellungen „Just-in-time“ ausliefert, musste die Umstellung ohne Übergangsphase erfolgen und das neue System sofort unter Volllast arbeiten können.

Heute kommt das Warehouse Management System [s]-warehouse zum Einsatz. Raymond ergänzt mit [s]-warehouse sein SAP-System zu einem Hochleistungssystem für sein Lager. Das besondere bei Raymond: Im Lager werden die Produkte als Schüttgut verwaltet. Pro Lagerplatz liegen mehrere tausend Befestigungsteile zusammen in einem mehrgassigen, vollautomatischen Hochregallager. Von dort werden sie an Kommissionierplätze gefördert, in kundeneigene Behälter gepackt und an die Montagebänder der Autokonzerne geliefert.

Da kundeneigene Behälter zum Einsatz kommen, war eine Leergutverwaltung erforderlich. Sie gewährleistet die Behälterverfolgung, die Verrechenbarkeit gegenüber dem Kunden und die Verfügbarkeitsprüfung. Für die Versandbehälter der Kunden wurde zudem - neben der Paletten-Fördertechnik des Hochregallagers - eine weitere Behälter-Fördertechnik angebunden, die die befüllten Behälter nach der Kommissionierung automatisch in den Versand befördern.

Zum Abpacken des Schüttgutes an den Kommissionier- und Einlagerplätzen wurden in der Fördertechnik integrierte Waagen an [s]-warehouse angebunden. Über das im Materialstamm hinterlegte Stückgewicht und das vor dem Abpacken vor Ort ermittelte Artikelreferenzgewicht kann verhindert werden, daß ein falscher Artikel ausgeliefert wird. Neben diesen Waagen wurden zusätzlich Referenzwaagen angebunden, um einen permanenten gewichteten Abgleich der Stückgewichte im Materialstamm zu erreichen. Raymond realisierte so eine hohe Liefergenauigkeit und damit eine geringe Reklamationsquote.

Neben dem automatischen Hochregallager wurden noch weitere manuelle Lagerbereiche, beispielsweise für die Kleinmengenkommissionierung integriert.

Ein weiteres Highlight stellen die Leitstandsdialoge zur Auftragsüberwachung, Ressourcenauslastung und Kapazitätsplanung dar. Hier kann jederzeit der aktuelle Abarbeitungsstatus der Aufträge eingesehen werden. Bei Bedarf können über eine ausgefeilte Prioritätensteuerung und Kommissionierplatzzuordnung frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden.

Optimierung der Lagerkapazität
Durch Verdichtungsdialoge ist es möglich, Paletten nach Kriterien wie Füllgrad an bestimmten Arbeitsplätzen auszulagern und anschließend die verdichteten Paletten wieder einzulagern. Dadurch war es möglich den Belegungsgrad der einzelnen Stellplätze zu optimieren und freie Plätze im Hochregallager zu schaffen.

Als Schaltzentrale kommuniziert [s]-warehouse mit den unterlagerten Steuerungen und den Regalbediengeräten, liefert Statusinformationen der Fördertechnikplätze und generiert Transportaufträge für Paletten und Behälter. Mit dem SAP-System werden Stamm-, Bestands- und Auftragsdaten ausgetauscht.

Durch die Integration der Logistikmodule am bestandsführenden System werden selbst komplexe Prozesse und hoher Durchsatz in der SAP-Welt möglich. „Durchgängige Prozesse von der Bestandsebene bis zur unterlagerten Steuerung - [s]-warehouse ist für uns das passende Lagerverwaltungssystem“, sagt Markus Müller, federführender Projektleiter bei A.Raymond. „SAP als Plattform und als offene Entwicklungsarchitektur, permanente Erreichbarkeit der Servicekräfte und die ständige Weiterentwicklung der Software sichern unsere Investition in die Logistik. Der Schulungsaufwand der Systeme konnte, bedingt durch die einheitliche Plattform SAP-Basic-Components, enorm reduziert werden.“

Die SALT Solutions GmbH ist spezialisiert auf IT-Lösungen und Systemintegration für Logistik, Handel und Produktion. Schwerpunkt ist der Aufbau unternehmenskritischer Lösungen auf Basis von J2EE und SAP-Infrastruktur.

Das Leistungsangebot richtet sich an Unternehmen, die einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil in der reibungslosen Steuerung ihrer Warenströme und Produktionsabläufe sehen und diesen ausbauen möchten. SALT Solutions plant, implementiert und integriert differenzierte Systeme zur Waren- und Materialflusssteuerung. Zu den Kunden der SALT Solutions gehören die Lufthansa, DaimlerChrysler, BASF, die Deutsche Post, Fiege, Otto und Würth.

Die SALT Solutions beschäftigt derzeit 120 Mitarbeiter an den Standorten Dresden, Düsseldorf, Oberpfaffenhofen und Würzburg.

Ansprechpartner

Sven Ludwig

Vertrieb

Telefon: +49 (931) 3573 - 486

sven.ludwig@salt-solutions.de