Realisierte WMS-Projekte

Ehrhardt + Partner GmbH & Co. KG

Frischelogistiker Cefrusa setzt auf LFS 400

Kunde

Cefrusa, Spanien

Fertigstellung

01.09.2004

Branche

  • Kühl- und Gefrierprodukte

Beschreibung

Aufgabenstellung

Der spanische Logistikdienstleister Cefrusa verwaltet rund 150 Kunden an drei Kühllager-Standorten mit Hilfe des Lagerführungssystems LFS 400 von Ehrhardt + Partner über ein einziges, zentrales IBM-System iSeries (AS/400). Neue Kunden können die EDV-Mitarbeiter von Cefrusa selbstständig im Lagerführungssystem anlegen. Eine wesentliche Projektbesonderheit ist zudem die zweistufige Kommissionierung mit Hilfe eines integrierten Horizontalrollenverteilers. Noch mehr Qualität und schnellere Reaktionszeiten wollte Cefrusa seinen Kunden bieten, deshalb entschied sich die Geschäftsführung, das Lagerverwaltungssystem zu modernisieren. „Wir haben uns für LFS 400 entschieden, weil es die flexibelste Lösung ist und wir die Software eigenständig an unsere Kunden anpassen können“, berichtet Cefrusa-Geschäftsführer Jordi Gonzalez. In Spanien, fährt er fort, sei es so, dass Logistikdienstleister in der Regel nur sehr wenig Flexibilität von ihren Kunden erwarten könnten. „Für uns bedeutet dies, dass wir uns zum Beispiel im Hinblick auf die Übertragung von Auftrags- oder Produktinformationen perfekt an unsere Kunden anpassen müssen. LFS 400 versetzt uns in diese Lage – für jeden Einzelnen der rund 150 Kunden, die derzeit über das System verwaltet werden“, betont Jordi Gonzalez.

Neben der Flexibilität des Programms und der Möglichkeit, eigenständig neue Kunden anzulegen, spielten auch die umfangreichen Datenbanken des Systems und die Möglichkeit der Integration des Datenflusses zwischen den drei Standorten Hostalet’s (Barcelona), Mercabarna (Barcelona) und Madrid eine Rolle bei der Auswahl der Software. So kann die Ware eines Kunden heute z. B. in mehreren Lagerstandorten eingelagert werden. Dessen Stammdaten etc. werden nur einmal angelegt, da sie von allen drei Standorten aus abgerufen werden können. „Natürlich ist es im Wettbewerb immer von Vorteil, dem Kunden mehr Funktionen anzubieten als die Konkurrenz“, freut sich Geschäftsführer Gonzalez. Aufgrund dieser zahlreichen Vorteile entschied sich Cefrusa nach einer intensiven Recherche gegen die Systeme von renommierten Anbietern aus den USA und Spanien und für die Lösung von E+P.

Besonderheiten der Frischelogistik
Cefrusa ist auf Kunden aus der Lebensmittelbranche spezialisiert. Der Logistikdienstleister lagert bei drei Grad Celsius bzw. bei minus 20 Grad Celsius hauptsächlich Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Pizza und Pasta von renommierten Kunden. Bei Fisch und Meeresfrüchten muss im Wareneingang nicht nur die Stückzahl, sondern auch das Gesamtgewicht der Palette erfasst werden. Nach der Anlieferung über eines der mit Temperaturschleusen versehenen Tore wird jede Ware im Wareneingang außerdem mit einem Label mit Barcode versehen. Der Barcode auf dem tiefkühltauglichen Spezialetikett wird mit weiteren Produktdaten wie zum Beispiel Chargennummer und Haltbarkeitsdatum im System archiviert und fortgeführt. Anhand des Barcodelabels kann Cefrusa seinen Kunden mit Hilfe von LFS 400 eine lückenlose Chargenrückverfolgung gewährleisten. Das Unternehmen erfüllt damit alle Anforderungen der EU-Verordnung 178/2002. In naher Zukunft soll der Wareneingangsprozess für große Kunden automatisiert werden. Das heißt, diese Lieferanten werden über EDI-Schnittstelle an LFS 400 angebunden und verwenden dann Etiketten mit einem EAN128-Barcode. Diese Etiketten werden im Wareneingang gescannt und alle Produktdaten der angelieferten Ware werden damit automatisch erfasst. Realität ist bereits heute ein Webservice für Kunden, mit dessen Hilfe diese ihren jeweiligen Warenbestand und den Status ihrer Aufträge in Echtzeit aus LFS 400 abfragen können.

Kommissionierung
Kommissioniert wird in zwei Stufen. Zunächst werden die anstehenden Aufträge nach Touren zusammengefasst. Beim Kommissionieren werden die Artikel in LFS 400 in Echtzeit vom Bestand abgebucht, während der Kommissionierer die Waren aus der untersten der fünf Ebenen des Hochregallagers entnimmt. Für diese Kommissionierstufe wird zukünftig die innovative Pick-by-Voice-Technologie eingesetzt. Die Kommissionierer können bei der sprachgesteuerten Kommissionierung beide Hände ungehindert einsetzen, da sie weder Listen noch Terminals zur mobilen Datenerfassung (MDEs) festhalten müssen.

Gerade im Tiefkühlbereich, wo die Lagerarbeiter Spezialkleidung und Handschuhe tragen, die die Handhabung von Listen und Datenfunkterminals erschweren, ist Pick-by-Voice ein unschätzbarer Vorteil. Bei Cefrusa tragen die Lagerarbeiter eine tiefkühltaugliche Kommunikationseinheit am Gürtel und kommunizieren über ein daran angeschlossenes Headset mit dem Lagerführungssystem LFS 400 auf der IBM iSeries. „Bisher konnten wir in jedem Lager, in dem LFS 400 zusammen mit der Pick-by-Voice-Technologie zum Einsatz kam, die Pickgeschwindigkeit in der Regel um Werte im zweistelligen Prozentbereich steigern“, erläutert Hermann Ehrhardt, Gründer von E+P.

Automatisierte Feinkommissionierung
Nach der Grobkommissionierung wird die Palette, auf der die Gesamtzahl eines Artikels für eine Tour enthalten ist, im Kühllager bei drei Grad Celsius feinkommissioniert.
Mit Hilfe eines Horizontalrollenverteilers im Divert-Betrieb wird die vorkommissionierte Ware hier auf bis zu 48 Kundenaufträge verteilt. Jeder Kundenauftrag wird am Ende der Förderstrecke in einem Behälter zusammengeführt. Oberhalb der Behälter zeigt jeweils eine Leuchte in den Ampelfarben an, welche Aufträge bereits vollständig kommissioniert sind. Die technische Anbindung des Horizontalrollenverteilers an LFS 400 wurde von Cefrusa-EDV-Mitarbeitern selbst entwickelt und implementiert. Hierzu bedurfte es lediglich einiger Telefonate mit dem Projektleiter der Informática y Gestiones Logísticas (IGL), dem spanischen Tochterunternehmen der E+P GmbH. Da der Horizontalrollenverteiler mit einem enorm hohen Tempo (4.500 Artikel/Stunde) arbeitet, können auch die vorkommissionierten, bei minus 20 Grad Celsius tiefgekühlten Waren aus dem 6.200 Paletten fassenden Tiefkühllager in der drei Grad Celsius warmen Umgebung automatisch feinkommissioniert werden, ohne dass die Tiefkühlkette unterbrochen wird. Denn aufgrund der Schnelligkeit der Kommissionierung behalten die Waren ihre Temperatur konstant bei. Ist ein Behälter voll oder ein Auftrag komplett, wird der jeweilige Behälter mit einem Etikett versehen, das die Nummer der Versandeinheit (NVE) und die Kundenadresse enthält, und anschließend sofort wieder ins Tiefkühllager gebracht. Dort wird die Sendung zur Abholung bereitgestellt. Bei der Verladung wird der Barcode der einzelnen Behälter gescannt. So wird dokumentiert, welche Kundenaufträge verladen sind, und die verladenen Mengen pro Behälter werden in den Lieferschein des jeweiligen Kunden übernommen. Dieser Scan-Vorgang löst außerdem die automatische Übertragung und Avisierung der Daten per EDIFACT-Schnittstelle an den Warenempfänger/Kunden aus.

Durch LFS 400 erzielt Cefrusa folgende Ergebnisse

  • Durch den Einsatz von Datenfunk optimierte der Logistikdienstleister die Kommissioniervorgänge um 15 bis 20 Prozent. Pickfehler und zeitintensive Nachkontrollen werden vermieden.
  • Mit dem mehrmandantenfähigen Lagerführungssystem LFS 400 kann Cefrusa problemlos eine unbegrenzte Zahl von Kunden verwalten – derzeit sind es bereits rund 150.
  • Weiterhin überwacht LFS 400, dass alle Waren in der Reihenfolge des Ablaufs ihres Mindesthaltbarkeitsdatums kommissioniert werden.
  • LFS 400 macht alle Abläufe im Lager transparent.
    Informationen werden in Echtzeit ins System übernommen und zu jeder Warenbewegung können detaillierte Informationen abgefragt werden. Der Lagerleitstand hat so einen besseren Überblick und eine größere Planungssicherheit.

Ansprechpartner

Jordi González

Telefon: +34 (93) 3 35 12 00