Realisierte WMS-Projekte

Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG

Vollautomatisches Langgutlager- und Kommissioniersystem für Kunststoffprofile ist Online-gekoppelt mit dem Kunden-PPS und -WWS

Kunde

HT Troplast AG, Troisdorf

Fertigstellung

30.09.1999

Branche

  • Baustellen

Beschreibung

Aufgabenstellung

Hochwertige Produkte und perfekt abgewickelte Aufträge, maximale Produktverfügbarkeit und schnelle Kommissionierung - erst die Kombination dieser Leistungsmerkmale eines Unternehmens führt in Summe zum Erfolg. Wichtige Voraussetzungen dafür sind vollautomatische Abläufe vor allem bei den im Grunde genommen „nicht wertschöpfenden“ Lager- und Umschlagtätigkeiten. Als das marktführenden Unternehmen auf dem Sektor Kunststoff-Fensterprofile erkannte man bei HT Troplast AG aus Troisdorf schon vor einiger Zeit, dass für einen anhaltenden Markterfolg weit mehr als nur gute Produkte vonnöten sind. Es kommt vor allem auch auf die dezentrale Verfügbarkeit der Profile vor Ort an. Deshalb wurde die betriebliche Logistik für die termingerechte Belieferung der eigenen Filialen im In- und Ausland und auch der Endkunden auf eine ganz neue Basis gestellt. Zu diesem Zweck entstand für die Produktlinie TROCAL-Profile in Troisdorf ein modernes Langgutlager und Umschlagzentrum. Als Partner für die Realisierung des vollautomatischen Langgutlager- und Kommissioniersystems wählte man die Firma KASTO Maschinenbau GmbH & Co.KG aus Achern, die mit über 700 weltweit installierten Lagerzentren die Marktführerschaft innehat. Die Entscheidung fiel deshalb zu Gunsten von KASTO, weil sich die innovative Lager-, RBG-, Handlings- und Kommissioniertechnik sowie der Lagerrechner samt Lagerverwaltungs-Software als ideal für die Anforderungen von HT Troplast AG herausstellten. Außerdem bot KASTO das Gesamtsystem inklusive der Anbindung an das PPS- und Warenwirtschaftssystem von Troplast als Generalunternehmer-Komplettleistung schlüsselfertig an.

Zeitoptimiertes Kommissionieren durch simultane Abläufe
Die in Materialfluss und Logistik erfahrenen Spezialisten von KASTO erarbeiteten zusammen mit dem Projektteam von Troplast ein Lager- und Kommissionierkonzept, das vor allem den Umschlag der „Schnelldreher“, bzw. der so genannten „schnellen Einzellängen“ betraf. Diese anspruchsvolle Zielsetzung für das Umschlagzentrum drückt sich nicht zuletzt in einer 12-monatigen Planungs- und einer 13-monatigen Realisierungsphase aus. In diesem Fall wurde die Lagersystem-Variante UNICOMPACT 1500 S, ausgelegt für Einlagerlängen bis 6.000 mm, gewählt. Das Lagersystem weist 2278 Lagerplätze auf, die in 4 parallel und nebeneinander angeordneten Blöcken auf einer Gesamtfläche von 65 x 20 x 20 Meter (L x B x H) untergebracht sind. Zwischen den Blöcken befindet sich die Längs-Verfahrstrecke der beiden (links und rechts) Regalbediengeräte RBG, so dass sich bei einem relativ geringen Platzbedarf eine sehr kompakte Einheit mit hoher Lagerdichte ergibt. Das Kommissionieren findet in einem vor dem Lager angeordneten Bereich und somit entkoppelt von den Aktivitäten im Lager statt. Diese simultan-parallele Arbeitsweise sorgt zum einen für den zeitsparenden und hocheffizienten Umschlag, und zum anderen sorgen diese und weitere durchdachte Materialfluss-Lösungen dafür, dass die vom Kunden geforderten 72 (2 x 36 ) Auslagerungszyklen pro Stunde auch dauerhaft gewährleistet sind. Für die Ein- und Auslagerabläufe stehen im Hochregallager-Bereich neben der Kommissionieranlage weitere manuelle und automatische Ein-/Auslagerstationen zur Verfügung. Der Ablauf gestaltet sich wie folgt: Die mit Material gefüllten Kassetten werden im System eingelagert bzw. bei Bedarf über die genannten Stationen wieder ausgelagert. Nach dem Kommissionieren/der Entnahme von Material erfolgt automatisch die Rücklagerung der Lagerkassette und auch der Kassette mit der kommissionierten Ware, bis letztere dann für die Verladung auf LKW`s abgerufen und endgültig ausgelagert wird. Die Arbeit des Bedienpersonals an den Stationen wird durch Großziffernanzeige zur Bedienerführung und Etikettendrucker deutlich vereinfacht und beschleunigt.

Vollautomatischer Umschlag durch PPS- und WWS-Anbindung
Von der Auslösung eines Kommissionier-oder Einlieferungsauftrags an werden sämtliche Abläufe über das zentrale SAP/R3-System von Troplast initiiert und dann von der Lager-Systemsteuerung bzw. dem Lager-Verwaltungsrechner gesteuert und überwacht. Bis auf die Kommissionierarbeiten selbst laufen alle weiteren Funktionen und Schritte, die das Lager betreffen, vollautomatisch ab. Wie bereits erwähnt, wurde dafür das Lager- und Umschlagszentrum mit dem Produktplanungs- und Warenwirtschaftssystem des Kunden gekoppelt. Wie in solchen Fällen üblich, sind die beiden Systeme über eine IDOC-Schnittstelle online verbunden (IDOC = Intermediate Document). Zusammen mit der TRFC-Kommunikationstechnik (TRFC=Transaktionale Remote Function Call) übernimmt das IDOC-System den Datenaustausch zwischen dem SAP/R3-System von Troplast und der LVR-Software des KASTO-Lagersystems. Trotz der Standardisierung ermöglichen die IDOCs auch eine flexible, auf die speziellen Bedürfnisse angepasste Gestaltung der Schnittstelle. SAP stellt fünf verschiedene Kopplungs-Szenarien zur Verfügung, die Art der Lagertechnik bestimmt die Wahl. In diesem Fall wurde das Szenario Nr.4 : „Vollautomatisches Lager als Blackbox mit beschränkter Funktionalität der Warehouse-Management -Lagerverwaltung“ gewählt. Es berücksichtigt den hohen Automatisierungsgrad des KASTO-Lagers ebenso wie die von Troplast gewünschte Funktionsverteilung. Die einzelnen Aufgaben der Schnittstelle:

  • 1. Das SAP-System übermittelt Transport-Aufträge an das KASTO-System.
  • 2. Das KASTO-System meldet die Aufträge nach ihrer Abarbeitung als „erledigt“ an das SAP-System zurück.
  • 3. Die Möglichkeit zur Stornierung von Transport-Aufträgen vom SAP-System oder vom KASTO-System aus.

Die Programm-Entwicklungs-Spezialisten von KASTO arbeiteten die Schnittstelle aus. In zwei Stufen wurde die Kopplung realisiert: Zunächst wurde das Zusammenspiel des SAP-Testsystems von Troplast mit der Lagerrechner-Software von KASTO ausgetestet. In der nachfolgenden Testphase wurde die Kopplung des fertigen Lager- und Kommissioniersystems an das SAP-Produktionssystem auf Herz und Nieren geprüft.

Seit der kurzen, reibungslosen Inbetriebnahme ist das Troplast-Lagerzentrum nun schon über ein Jahr in Betrieb. Die erfolgreiche Kopplung sorgt tagein tagaus im Mehrschichtbetrieb für einen reibungslosen, termingerechten Materialumschlag.

Mit diesem Lagerzentrum stellte der Systemlieferant KASTO seine Problemlösungskompetenz erneut unter Beweis, zumal es in diesem Fall nicht um klassisches Metall-Langgut ging, sondern um hochwertige Kunststoff-Fensterprofile.

Ansprechpartner

Lieselotte Kamateh

Telefon: +49 (7841) 61 - 180

lieselotte.kamateh@kasto.de