Realisierte WMS-Projekte
SALT Solutions GmbH

Einführung der SAP-Module WM und SD bei Adolf Würth GmbH & Co. KG, Künzelsau
Kunde
Adolf Würth GmbH & Co. KG, Künzelsau
Fertigstellung
31.03.2002
Branche
- Großhandel
Beschreibung
Aufgabenstellung
Im Sekundentakt schießen Boxen die Sorterrutschen herunter. Unten wird gescannt, geprüft und mit sicherer Hand verpackt – mehr als neunhundert Pakete in der Stunde. Hektik ist hier fehl am Platz, jeder Handgriff sitzt. 18.000 Pakete verlassen bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG Tag für Tag das Zentrallager. Das in Künzelsau ansässige Unternehmen ist als Großhändler für Befestigungsmaterial und Spezialist in der Montagetechnik rund um den Globus tätig. In der Vergangenheit war es bei Würth äußerst aufwendig, den Auslieferprozess nachzuvollziehen. Bis zur Auslagerung aus dem Kommissionierlager war der Auftrag einfach zu verfolgen, dann fehlte jedoch die Transparenz. Gepackte, adressierte und versandte Ware wurde nachträglich manuell erfasst – häufig erst, wenn die Pakete schon auf dem Weg zum Kunden waren. So entschied man sich bei Würth im Zuge der Einführung der logistischen SAP-Module WM und SD in der Auftrags- und Versandabwicklung, auch die Materialflussprozesse in der Packerei und im Versand unter die Lupe zu nehmen. Das Ziel war mehr Transparenz und die bessere Steuerbarkeit der Prozesse, ohne jedoch durch zu viele Dialoge zwischen ERP-System und Materialflussrechner (MFR) an Performance im Lager zu verlieren. Als ERP-System kam bereits R/3 der SAP zum Einsatz.
Das Projektteam bei Würth nahm sich dabei vor, die Einführung zwischen Oktober 2001 und März 2002 zu vollziehen. Es blieb also nur ein enges Zeitfenster für Bedarfsermittlung, Analyse, Projektierung und Realisierung. Hinzu kamen anspruchsvolle Anforderungen: Um den großen Durchsatz im Lager zu bewältigen, sollte die Steuerung zuverlässig mit der Paketfördertechnik zusammenarbeiten: Diese bewegt die Pakete mit 1,5 Meter pro Sekunde durch die Halle, die im Zweischichtbetrieb zuverlässig gescannt und verteilt werden. Das Warenwirtschaftssystem verlangt zudem permanent eine schnelle Rückmeldung über den Verbleib der Ware.
Bei Würth war man jedoch mit einer weiteren, noch größeren Herausforderung konfrontiert: Die Realisierung musste im laufenden Betrieb ohne Stillstand der Fördertechnik erfolgen, vergleichbar mit der Operation am offenen Herz. Zudem mussten über 170 Mitarbeiter gleichzeitig geschult und motiviert werden. Die Reorganisation der Materialflussprozesse und die Integration eines Materialflussrechners wurden von den Abteilungen Würth Logistik und Würth EDV sowie der SALT Unternehmensgruppe als externem Logistik-Experten übernommen. Als Materialflussrechner kam [s]-warehouse von SALT zum Einsatz. In der realisierten Lösung wurde der MFR an SAP-SD gekoppelt und durch Schnittstellen mit mehreren unterlagerten Steuerungen (UST) verbunden. Im Zusammenspiel mit den UST ist der MFR zuständig für die Durchführung der Transporte, den Etikettendruck und die Zuführung zu bestimmten Packstationen. Anschließend werden die Verladedaten als Abschluss des internen Versandprozesses an SAP-SD gemeldet. So wird das System ständig über den Lagerbestand sowie den aktuellen Status der Lieferungen auf dem Laufenden gehalten.
Wie zuvor werden im Kommissionierlager Aufträge im 20-Minuten- Takt abgearbeitet. Diese sogenannten Serien durchlaufen dann die Packerei und den Versand. Die Mehrwegbehälter laufen über Kippschalensorter in eine von ca. 300 Bahnen und von dort zu einem der 60 Würth-Mitarbeiter. Dort werden die Inhalte der Behälter im neustrukturierten Teil der Würth-Distribution mit den Lieferscheinen verglichen. Schließlich wird der Lieferschein gescannt und die Ware in gelabelte Kartons verpackt. Je nach Anforderung wird an den Packplätzen mit mobilen Handterminals oder mit Touchscreens und Funkscannern gearbeitet. Die Fertigstellung des Lieferauftrages und die Anzahl der Pakete wird nun vom MFR an R/3 gemeldet. Darauf hin werden die mit Barcode versehenen Pakete verteilt: Alle unvollständigen Lieferungen laufen in der Differenzenstelle ein, vollständige Sendungen landen in einer von vier Packstraßen, die ebenfalls vom MFR gesteuert werden. Jeder Karton wird mit Füllmaterial bestückt, geschlossen und mit einem Versandetikett versehen. Die abschließende Plausibilitätskontrolle erfolgt über einen Scanner, der den Karton- Barcode mit dem Empfänger vergleicht, bevor das Paket automatisch gewogen und vermessen wird. Der MFR steuert die Sendungen letztmalig zu mehreren Packrobotern, die die Pakete auf Paletten für die Transportfahrzeuge von DPD, TNT etc. verteilen. Den Schlusspunkt der Lieferung bildet der sogenannte Brückenabschluss: Die Rückmeldung des MFR an SAP, dass alle Packstücke verladen sind. Würth kann heute nicht nur auf die Synchronisation von Informations- und Materialfluss verweisen. Auch die durchschnittliche Durchlaufzeit für einen Bestellung vom Zeitpunkt der Auftragsübermittlung bis zum Versand beträgt nun weniger als fünf Stunden. Darüber hinaus konnte mit der neuen Struktur in der Packerei und im Versand die Ablauforganisation nochmals verbessert werden. Schwund und Reklamationen wurden so auf ein Minimum reduziert.
Projektlaufzeit
6 Monate
Systemkomponenten
HP N-Klasse
Benötigte Software
SAP R/3 – BC
Systemumgebung
UNIX (HP-UX)
Externe Schnittstellen
Informix Anbindung mobiler Handterminals, Touchscreens und Funkscannern
Ansprechpartner
Sven Ludwig
Vertrieb
Telefon: +49 (931) 3573 - 400
sven.ludwig@salt-solutions.de
































































































