Realisierte WMS-Projekte
proLogistik GmbH + Co KG

Zentrallager für die Heimwerkermärkte
Kunde
Hagebau GmbH + Co. KG
Fertigstellung
01.12.2003
Land
Deutschland
Branche
- Einzelhandel
Beschreibung
Aufgabenstellung
Die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG ist eine Unternehmensgruppe mit 250 Gesellschaftern aus dem Baustoff- und Holzhandel in Deutschland und 39 Gesellschaftern in Österreich. Man ist an nahezu 1.000 Standorten vertreten. Baustoffhändler, Einzelhändler und Kombimärkte werden von den hagebau Zentrallagern in der Regel innerhalb von zwei Tagen beliefert. In Deutschland existieren fünf derartige Zentrallager. Es galt, die Stellung der Zentrallager zu stärken, sie attraktiver darzustellen und auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Die Ziele waren: Einkaufsvorteile; hohe Verfügbarkeiten; schnelle Auslieferung durch Kunden gerechte und Zeit nahe Tourenbearbeitung; Transparenz der Geschäftsprozesse; Abbau von Redundanzen; beleglose und vereinfachte Abläufe; verbesserter Service und Reduzierung von Verwechslungen oder Fehlkommissionen; Steigerung des Betriebsergebnisses und der Wettbewerbsfähigkeit. Anspruchsvolles Anforderungsprofil Die zum Einsatz kommende Software muss für ein beachtliches Mengengerüst ausleg- bar sein, so dass rund 8.000 bis 10.000 aktive Artikel aus dem Sortiment verwaltet werden können. Hinzu kommen, wie am Beispiel des Zentrallagers in Westerkappeln erkennbar, zu beachtende Kennzahlen wie 180 Bestellungen/Tag, 900 Bestellpositionen/Tag, 550 Lieferscheine/Tag und 2.100 Lieferscheinpositionen/Tag bei einer dortigen Anzahl von 15.000 bis 18.000 Palettenplätzen. Die generellen Ziele wurden ergänzt und konkretisiert, so dass die folgenden Anforderungen an das zu installierende Lager-verwaltungssystem (LVS) bestanden: ·Online-Kommunikation mit dem vorhandenen Warenwirtschaftssystem, u. a. zum Austausch der Stammdaten und Statusinformationen für den Customer Service Bereich sowie Kommunikation mit stationären und mobilen Datenterminals · Aus dem Pool der Aufträge sind unter Berücksichtigung der Prioritäten Wege-Zeit-Optimierungen vorzunehmen · Verwaltung der Lagerbestände, Lagerplätze sowie der Lagerhilfsmittel · Realisierung eines Leitstandes zur Steuerung und Kontrolle wesentlicher Lagerfunktionen · Wareneingangsbearbeitung, Retourenverwaltung und Einlagerung nach Strategien · Auftragsbearbeitung, Reservierung und Freigabe sowie Nachschubbearbeitung · Kommissionierung nach Strategien mit anschließender Abwicklung der Kommissionssendungen · Chargenrückverfolgung vom Wareneingang bis zum Warenausgang und zum Kunden · Realisierung einer Mandantenfähigkeit, so dass gewisse Warenüberhänge eines Gesellschafters im Zentrallager jederzeit verfügbar „geparkt“ werden können. · Eine permanente Inventur soll eine erhöhte Bestandssicherheit und Bestandsverfügbarkeit übers Jahr gewährleisten Standardmodule mit individueller Note Auf der Suche nach einem geeigneten Anbieter mit einer Standardlösung, welche einen Zuschnitt auf die individuellen Be-lange unterstützt, fiel die Entscheidung für das Lagerverwaltungssystem pL-Store® der proLogistik GmbH, Dortmund. Einige für hagebau wesentliche Funktionen sollten die Standardlösung pL-Store® im Rahmen der individuellen Softwareanpassung ergänzen. So sollte z. B. bei der Warenannahme ein eigener Erfassungsdialog mit Bezug zu Spediteur, Lieferanten, Bestellungen und Aufträgen zur Verfügung stehen, so dass u. a. dringend benötigte Waren eine höhere Priorität bei der Entladung der LKW’s aufweisen. Ebenso musste die Möglichkeit beim manuellen Wareneingang vorgesehen werden, auch Wareneingänge ohne Vorlage einer Bestellung aus dem Warenwirtschaftssystem (WWS) vornehmen zu können, wobei diese ohne Rückmeldung an das WWS erfolgt. Weiterhin musste ein Algorithmus bereitgestellt werden, der sicherstellt, dass ein Reservebestand in unmittelbarer Nähe zum Kommissionierfestplatz eingelagert wird. Aus den praktischen Erfahrungen heraus bestand der Wunsch nach Verdichtung von Ladehilfsmitteln, d. h. wenn zwei volle Paletten über eine identische Kundennummer verfügen, können diese zu einer Palette verdichtet werden. Außerdem wird als sehr vorteilhaft eingeschätzt, wenn jedem Kommissionierlagerbereich eine eigene Bereitstellungszone zugeordnet werden kann. So ist eine Verladung der Ware für einen Kunden bzw. zu einer Tour an mehreren Bereitstellungsplätzen möglich. Was zwingend mit der Einführung eines Lagerverwaltungssystems eingebracht wer-den sollte, waren die Rückverfolgbarkeit von Produkten, die Chargenverfolgung – spez. für den Fliesenbereich – sowie auch die Beachtung der Mindesthaltbarkeit speziell unter dem Gesichtspunkt von Lebensmitteln, da die Märkte beispielsweise auch Wein- und Kaugummi, Kekse, Lutscher usw. in ihrem Sortiment führen. „Unsere Zentrallager oder besser gesagt unsere Logistikplattformen unterscheiden sich wesentlich von denen anderer Dienstleister mit Stückgut,“ berichtet Frank Albers, Leiter Logistik und IT des hagebau Zentrallagers in Westerkappeln, und führt weiter aus: „Wir haben bei unseren Artikeln keine Modulmaße, denn einmal kann es sich um eine Bondex-Farbdose und zum anderen um einen 7 m langen Carport handeln.“ Ein Schritt nach dem Anderen Im Mai 2003 begannen die ersten software-technischen Anpassungsarbeiten zur Umsetzung der individuellen Anforderungen und schließlich im November 2003 erfolgte die Inbetriebnahme. Mit einem “Big Bang“ wurde am 1. Dezember 2003 das neue LVS in Westerkappeln komplett in Betrieb genommen. Vom Juni 2004 bis Juni 2005 folgten die übrigen Zentrallager nach. Wareneingang mit strategischem Konzept Zur Beschreibung der Lagerplätze werden Lagermodule herangezogen. Sie bilden das Bindeglied zwischen den Lagerplätzen und den Ladehilfsmitteln (LHM), die auf diesen Plätzen eingelagert werden. Dabei wird die Tragfähigkeit des Lagerplatzes mit dem Gewicht des einlagernden Ladehilfsmittel abgeglichen. Bei der Auswahl des konkreten Lagerplatzes überprüft das Lager-verwaltungssystem, ob die räumlichen Verhältnisse wie Kragarmregale oder Regalfeld für 1, 2 oder 3 Paletten geeignet sind. Bestellungen und Änderungen werden im WWS hibis erfasst und an das Lagerverwaltungssystem übergeben. Das LVS verwaltet offene Bestellungen bis zur abschließenden Bearbeitung, d. h. eingehende Wareneingänge werden direkt im LVS verbucht. Sollte eine Bestellung nicht voll-ständig bedient werden, wird sie weiterhin im LVS geführt. Offene und bearbeitete Positionen werden erkennbar ausgewiesen. Hohe Flexibilität bei der Kommissionierung Die Kommissionierung erfolgt nach dem Prinzip “Mann zur Ware“, wobei mehrere Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen gemeinsam an einem Auftrag arbeiten können. Dabei setzen sie primär den Datenfunk und nur in Notfällen Belege ein. Die systemseitige Steuerung der Kommissionierung erfolgt in den aus mehreren Lagerbereichen zusammengefassten Kommissionierzonen nach Terminen. Höchste Priorität haben immer offene Aufträge mit den ältesten Terminen. Muss ein Auftrag vorgezogen oder zurückgestellt werden, erfolgt diese Änderung in der Übersicht manuell. Kommissionssendungen, im Regelfall mit definierten Lieferterminen, werden entweder im Auftrag eines Gesellschafters oder eines Kunden durch das Zentrallager bei einem Lieferanten bestellt. Dabei kann eine Kommission im Warenausgang aus mehreren Sendungen und Ladehilfsmitteln eines oder mehrerer Lieferanten bestehen. Abweichend von diesen Kommissionssendungen besteht für die Gesellschafter die Möglichkeit, über das sogenannte “Cross-Docking“ die Bestellung der Ware direkt beim ent-sprechenden Lieferanten vorzunehmen. Da-bei gleicht die Handhabung im Lager prinzipiell der Abwicklung von Kommissionssendungen. Doch vielfach kommt Cross-Docking ohne Zwischenlagerung im eigentlichen Lager zustande, nämlich durch die “Bypass-Abwicklung“. Es besteht die Möglichkeit, Wareneingänge auf definierte “Zwischen-Lagerbereiche“ zu buchen, so dass z. B. eine Bereitstellung vom Wareneingang direkt zum Versand erfolgt. Warenwirtschaft und Lagerverwaltung in Harmonie vereint Eine erfreuliche Bilanz zogen die Verantwortlichen bei hagebau, denn die mit dem Start des Projektes vor zwei Jahren formulierten Ziele sind erfüllt worden. „Laut Rückmeldungen arbeiten unsere Zentrallager mit dem neuen LVS sehr zufriedenstellend,“ resümiert Frank Albers und ergänzt: „Nur im geringen Maße mussten Abläufe organisatorisch umgestellt werden, da das System über einen hohen sehr organisatorischen und funktionellen Abdeckungsgrad verfügt. Mittlerweile empfinden auch die involvierten Mitarbeiter das Arbeiten mit dem System als angenehm, da es “führt“ und gute Orientierungshilfen bietet.“ Erste vergleichende Messungen ergaben, dass eine Reduzierung der Arbeitszeiten bei der Vereinnahmung, Kommissionierung und Verladung der Ware um ca. 10 bis 15 % erzielt wurde. Dabei sank die Quote für Fehler und Reklamationen auf weit unter 1 %. Schneller zum Kunden ohne Fehler Die erreichte Transparenz z. B. über den gesamten Warenfluss erweist sich als sehr effektiv, denn alle Vorgänge sind eindeutig nachvollziehbar. Das aus dem System zur Verfügung stehende Datenmaterial steigert die Effizienz der Steuerung und des Controllings. Exakte Preiskalkulationen können ermittelt sowie detaillierte Prozesskosten aufgeschlüsselt werden. Ferner hat sich gezeigt, dass der vom System ausgewiesene Bestand auch tatsächlich verfügbar und somit die geforderte hohe Bestandssicherheit gegeben ist. Insgesamt wird die erzielte Leistungssteigerung der Zentrallager auf 12 bis 15 % eingeschätzt.
Ansprechpartner
Dipl.-Kaufm. Martin Preuss
PR/Marketing
Telefon: 0231-5194-220
mpreuss@prologistik.com
































































































