Realisierte WMS-Projekte

iFD AG

Projektbericht Bauerfeind

Kunde

Bauerfeind AG Zeulenroda

Fertigstellung

16.03.2005

Land

Deutschland

Branche

  • Pharmazie

Beschreibung

Aufgabenstellung

Die iFD AG Chemnitz erweiterte das bereits von ihr 2003 in Betrieb genommene Lagerverwaltungssystem im Logistikzentrum Zeulenroda durch Integration eines völlig neuen Sortiments, der „Shoe Division“.

Der Auftraggeber
Die Bauerfeind AG ist ein führender Hersteller von Bandagen und therapeutischen Hilfsmitteln, der seit über 75 Jahren erfolgreich am Markt agiert. Die Wurzeln des Unternehmens liegen in ostthüringischen Zeulenroda, das von 1929 bis 1949 auch der Firmensitz war. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands, im Jahr 1991, kehrt das Unternehmen Bauerfeind wieder nach Zeulenroda zurück.

2002 errichtete die Bauerfeind AG in Zeulenroda ein sehr modernes teilautomatisiertes Logistikzentrum, für das die iFD AG das Lagerverwaltungssystem geliefert hat. Heute beschäftigt Bauerfeind am Standort Zeulenroda in modernsten Produktionsstätten und einem architektonisch sehenswerten Verwaltungsturm über 700 Mitarbeiter.

Die Ausgangssituation
Die Bauerfeind „Fußorthopädie“ mit Sitz in Schwanstein soll unter der Bezeichnung „Shoe Division“ in das Logistikzentrum Zeulenroda integriert werden.

Diese Integration stellte neue Anforderungen an die Lagerkonfiguration, sowohl hardware- als auch softwareseitig. Im ohnehin schon flächenmäßig optimal ausgenutzten Logistikzentrum musste Platz für Schuhregale geschaffen werden, ohne die bestehenden Prozesse für medizinische Produkte zu beeinträchtigen. Da das Schuhlager in die bewährten Lagerprozesse eingebettet werden sollte, war es erforderlich, die Basissoftware zur Lagerverwaltung zu erweitern.

Für dieses Erweiterungsvorhaben hat sich die Bauerfeind AG der Partner versichert, die bereits an der Realisierung des neuen Logistikzentrums 2002/2003 beteiligt waren.

Die Aufgabenstellung
Die Bauerfeind AG hat mit ihrer Auftragserteilung an die iFD AG zur Erweiterung des Lagerverwaltungssystems für die Integration der Shoe Division einerseits ihr Vertrauen in die iFD-Produkte bewiesen, andererseits jedoch einen hohen Anspruch an die Lagerverwaltungssoftware gesetzt, denn die Prozesse im Schuhlager unterscheiden sich wesentlich von denen des bestehenden Logistikzentrums.

Folgende Erweiterungen waren zu realisieren:

  • Verwaltung von einzelnen Schuh- und Umkartons mit mehreren Schuhkartons unter Verwendung eines Logistik-Barcodes für jeden Karton
  • Wegoptimierung für die Schmalgangstapler via Funkterminals
  • Kanalverwaltung mit Kapazitäts- und Zusammenlager-Verwaltung für die Kommissionierracks für Schuh- und Umkartons mit optimiertem Algorithmus zur Rack-Belegung
  • spezielle Versandabwicklung für den neuen Kunden QVC (vorkommissionierte Ware wird vor den Versand kontrolliert)
  • Konsolidierung von Waren aus den Schuhregalen und dem bereits vorhandenen AKL des Logistiksystems (z.B. Einlegesohlen und Schnürsenkel)
  • Eigentümerwechsel des Bestandes bei Qualitätsänderung
  • zusätzliches Interface zum ERP-System des Schuh-Herstellers in Ungarn mit dem SAP-Business- Connector


Das Konzept
Die Entwicklung und der Test der Softwareerweiterungen für die Integration der Shoe-Division müssen parallel zum normalen Tagesbetrieb stattfinden. Da alle beteiligten Partner Test- und Entwicklungssysteme zur Verfügung stellen (SAP, Business-Connector, Lagerverwaltung, ERP-Ungarn), kann der Integrationstest mit dem neu errichteten Schuhlager parallel zu den produktiven Versandprozessen im Logistikzentrum erfolgen.

 

Um Nebenwirkungen der Softwareanpassungen im Lagerverwaltungssystem für die Integration der Shoe- Division zu minimieren, sollten alle wesentlichen Modifikationen als separate Module in die Lagerverwaltung integriert werden. Somit kann sichergestellt werden, dass Patches und Erweiterungen in den bestehenden Modulen des produktiven Lagerverwaltungssystems nicht mit den Erweiterungen für die Shoe-Division kollidieren.

Die Realisierung

Der Projektablauf
Nach der Beauftragung durch die Bauerfeind AG im Mai 2004 wurde das Projekt in folgenden Stufen realisiert:

  • 1. Erstellung eines Pflichtenheftes
    Gemeinsam mit dem Kunden und dem Planer wurden im Pflichtenheft die Prozessabläufe sowie die Schnittstellen zu SAP und dem Lieferanten in Ungarn definiert.
  • 2. Design und Entwicklung
    Für das Design und die Entwicklung neuer bzw. Anpassung bestehender Module wurde ein Team aus 5 Mitarbeitern zusammengestellt, die schon im Jahre 2002/2003 bei der Realisierung des Lagerverwaltungssystems für das Logistikzentrum mitgearbeitet hatten. Die Erfahrungen aus dem ersten Projekt konnten dadurch voll genutzt werden.
  • 3. Inhousetest
    Im Laufe der Entwicklungszeit wurden insgesamt 4 Inhoustests durchgeführt, bei denen der Kunde sich über den aktuellen Entwicklungsstand informieren und die Implementierung der Prozesse und der Benutzerschnittstelle prüfen konnte.
  • 4. Integrationstest
    Der Integrationstest wurde durch die Mitarbeiter des Kunden selbst durchgeführt. Dazu wurden das LVSSTestsystem, das SAP-Konsolidierungssystem und das Ungarn-ERP-Testsystem verwendet. Durch die Vielzahl der Inhousetests und den ständigen Kundenkontakt während der Implementationsphase reichte eine Unterstützung per DFÜ aus.
  • 5. Produktivsetzung
    Nach Schulung des Kundenpersonals wurde im März 2004 die Integration der Shoe-Division vollständig abgeschlossen sowie alle Erweiterungen und Anpassungen in den Systemen produktiv gesetzt. Im ersten Schritt wurden die Waren aus dem aufgelösten Lager in Schwanheim eingelagert und im zweiten Schritt parallel zur Einlagerung mit dem Versand begonnen. Dabei standen in den ersten Wochen Mitarbeiter vor Ort zur Unterstützung und zum Tuning der Prozesse zur Verfügung.


Das Logistiksystem
Die Verwaltung der Waren der Shoe-Division erfolgt mit dem bereits vorhandenen Lagerverwaltungssystems für das Logistik-Zentrum. Die Prozessabläufe unterscheiden sich zwar wesentlich von denen des Logistiksystems, folgen jedoch derselben Prozessstruktur:

  • Wareneingangserfassung
  • Einlagerung mit Schmalgangstaplern
  • Einlagerung von speziellen Artikeln in das Behälterlager (z.B. Einlagen, Schnürsenkel)
  • Disposition der Auslageraufträge nach dem im Lagerleitstand hinterlegten Regelwerk
  • Kommissionierung mit Schmalgangstaplern
  • Kommissionierung von speziellen Artikeln aus dem Behälterlager
  • Konsolidierung mit Waren aus dem Behälterlager
  • Verpacken
  • Versand


Das IT-System
Für das Lagerverwaltungssystem wird das bereits für das Logistikzentrum eingesetzte Produkt LVSS in der Version 4.2a verwendet. Das LVSS arbeitet als Client-Server System serverseitig auf einem HACMP-Cluster unter AIX 5.3 und clientseitig auf einer Citrix-Farm unter Windows 2000. Als Clienten kamen die bereits im Logistikzentrum eingesetzten ThinTune Thin-Clients für die stationären Packstationen und die TraffiCom Stapler-Terminals mit WLAN-Anbindung für die Schmalgangstapler zum Einsatz. Zur Datenhaltung diente die ebenfalls bereits im Einsatz befindliche Datenbank Oracle 8i.

 

Der Nutzeffekt
Die Verlegung der Bauerfeind Shoe-Division von Schwanheim nach Zeulenroda und die damit verbundene Integration in das bestehende Logistikzentrum garantiert nicht nur einen effizienteren Versand der Schuhe, sondern nutzt gleichzeitig auch alle Vorteile der zentralen Verwaltung und der in Zeulenroda existierenden modernen IT-Ressourcen. Von der Finanzbuchhaltung über die Personal- und Produktionsplanung bis zur Logistik werden alle Daten zentral mit SAP verwaltet. Ebenso werden alle Versandprozesse mit dem SAP untergeordneten Lagerverwaltungssystem iFD LVSS im Logistikzentrum Zeulenroda abgewickelt. Lager-, Transport- und Verwaltungskosten konnten durch die Integration der Shoe-Division in das Logistik-Zentrum gesenkt werden.

Projektlaufzeit

11 Monate

Ansprechpartner

Herr Mai

Projektleiter

Telefon: +49 (371) 53 88 030

Robby.Mai@ifdag.de