Realisierte WMS-Projekte

Westfalia Logistics Solutions Europe GmbH & Co. KG

Staplerleitsystem schafft Transparenz und steuert Abläufe

Kunde

Stark Druck, Pforzheim

Fertigstellung

01.10.2005

Land

Deutschland

Branche

  • Verlagswesen

Beschreibung

Aufgabenstellung

Westfalia Logistics Software bietet für Unternehmen aus der Druckbranche mit Savanna.NET eine sichere, modular aufgebaute und zukunftsfähige Lösung. Bei Stark Druck aus Pforzheim implementierte Westfalia ein Staplerleitsystem, das zugeschnitten ist auf die individuellen Logistikanforderungen des Unternehmens.

Die Ausgangssituation
Durch den Bau von drei neuen Hallen mussten die Prozesse der Zwischenlagerung von teilfertigen Produkten transparenter gestaltet werden. Denn bei der Produktion (z. B. eines Kataloges) ergeben sich zwischen den Arbeitsschritten Bogendruck, Schneiden und Falzen hohe Anforderungen an die Koordinierung und Materialbereitstellung. Vor der Implementierung des Staplerleitsystems arbeiteten die Mitarbeiter hier mit Auftragszetteln. Auf diesen dokumentierten sie die einzelnen Arbeitsschritte und die Lagerung der teilfertigen Produkte an der jeweiligen Arbeitsstation. Bei diesem System litt die Transparenz und Dokumentation. Durch ungenaue Protokollierung aufgrund der Bewegung der Paletten zwischen den einzelnen Arbeitsstationen konnten die teilfertigen Produkte häufig nicht eindeutig identifiziert werden, Bearbeitungsstatus und Materialbedarf waren nicht sofort ersichtlich.

Das Konzept
Erforderlich ist also die genaue Kennzeichnung der teilfertigen Produkte und eine nachvollziehbare Systematik der Lagerung zwischen den einzelnen Arbeitsschritten. Der Prozess der dafür notwendigen Softwareanpassung geschieht bei Westfalia durch ein kontinuierliches und zielorientiertes Projektmanagement. In der ersten Phase erfolgt eine detaillierte Beratung über Spezifikation und Auswahl der Savanna.NET-Module. Bei der anschließenden Konzepterstellung werden durch Ausarbeitung der Struktur und Oberflächengestaltung diese individuellen Anforderungen definiert. Im Sinne der besten Lösung kooperiert Westfalia projektabhängig mit externen Softwarehäusern. Im konkreten Fall unterstützte der Spezialist für Kommissionierungssoftware, die Firma BEKA aus Osnabrück, das Projekt. In enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern aus dem Hause Stark Druck entwickelte Westfalia ein maßgeschneidertes Bedienkonzept für ein Staplerleitsystem. Bei diesem Ansatz werden alle Arbeitsplätze (inklusive der Puffer) vernetzt. Die Zuweisung der Zwischenlagerplätze erfolgt durch die Mitarbeiter an den jeweiligen Arbeitsstationen. Sie generieren auch die Bedarfsanforderung an Material direkt am Arbeitsplatz, indem sie den Palettentransportauftrag an das Staplerterminal übergeben. Der Staplerfahrer wiederum transportiert die angeforderten Paletten zu den Arbeitsstationen und versieht sie mit einem Barcode-Etikett. Auf diesem sind Auftragsnummer, Version, Fertigungsstand, Kunde, Auflage und Bestimmungsort dokumentiert. Beim Weitertransport zu einer anderen Arbeitsstation nimmt der Fahrer eine Scannung vor. Der aktuelle Stellplatz und Bearbeitungsstatus ist somit jederzeit über das System abrufbar. Gesteuert werden die Abläufe über ein anwenderfreundliches Menü, wobei auf eine individuelle Listendarstellung besonderer Wert gelegt wird. Hilfreich ist die Aufteilung des Bildschirms in vier Fenster – Auftragsliste und Projektfortschritt sind damit auf den ersten Blick erkennbar. Alle Funktionen sind mit Excel-Export versehen, die Filterfunktionen anwenderfreundlich strukturiert. Damit ist eine mühelose Weiterverarbeitung der Daten durch die hauseigene IT-Abteilung möglich.

Die Realisierung
Die Erstellung des Pflichtenheftes bildete die Arbeitsgrundlage. Auf dieser Basis schrieben die Experten ein Hauptbedienprogramm und die Programme für die PC- bzw. Staplerterminals. Die Software der PC-Terminals überwacht die Arbeitsgänge „Drucken der Palettenzettel“ und „Anforderung der Nachschubpaletten“. Die Software der Staplerterminals ist verantwortlich für die Protokollierung der Palettentransporte und die Anforderungslisten. Darüber hinaus übernimmt das Staplerleitsystem den Eingang der Produkte, die bei externen Dienstleistern bearbeitet werden.

Das Fazit
Die Inbetriebnahme der Software erfolgte im Oktober 2005, die Realisation selbst beeinträchtigte die Geschäftsabläufe nicht. Bis zur endgültigen Abnahme wurde die Softwarelösung in festumrissenen Teilschritten vorgestellt. Die Stichworte für den erfolgreichen Projektverlauf lauten Flexibilität (individuelles Bedienkonzept für Stark Druck), Kooperation (dialogorientierte Abstimmung vor und während des Projektes mit allen Beteiligten) und Branchenerfahrung von Westfalia (genaue Kenntnis der spezifischen Abläufe).

Die Projektdauer
18 Monate: Nachdem zunächst ein kompaktes Projekt geplant war, ergab sich nach Einstieg in die Prozesse zusätzlicher Bedarf, der durch Anpassungen schrittweise in den Projektrahmen integriert wurde.

Die Leistungen der Software
Das Staplerleitsystem steuert die Bereitstellung der Materialien für jeden Arbeitsschritt. Dispositionsänderungen können jederzeit vom System aufgefangen werden. Barcode-Etiketten dienen zur Identifikation des Standortes und des Bearbeitungsstatus. Das ERP-System (DISO) lieferte die Kalkulationsdaten, Lieferadressen und Versionen. Über eine JDF-Schnittstelle werden die Kalkulationsdaten in das Westfalia System übernommen.

Die Tourenplanung steuert die Auslieferung der teilfertigen Produkte zur Weiterverarbeitung an externe Dienstleister bzw. die Auslieferung der fertigen Produkte.

Das Staplerleitsystem protokolliert zudem die Verladung der geplanten Touren. Auf Basis der tatsächlich verladenen Paletten werden Lieferschein und Ladeliste erstellt.

Der Nutzen
Transparenz über Zwischenlagerungen, Bedarfsanforderung und Bearbeitungsstatus Zeit- und Kostenersparnis durch Minimierung der Fehlerhäufigkeit Reibungslose Auftragsabwicklung durch nachvollziehbare Systematik und intuitive Bedienoberfläche Synergieeffekte durch Integration in das bestehende ERP-System

Projektlaufzeit

18 Monate