Realisierte WMS-Projekte

XELOG AG

Cool & Clever

Kunde

FRIGO St. Johann AG

Fertigstellung

01.05.2007

Land

Deutschland

Branche

  • Kühl- und Gefrierprodukte

Beschreibung

Aufgabenstellung

Die FRIGO St. Johann AG, eine Tochter der zum Coop-Konzern gehörenden Bell AG, hat mit der Einführung einer innovativen Logistikplattform einen weiteren wegweisenden Schritt nach vorne getan. Die operativen Logistikprozesse sind durchgängig mit Datenfunk gestützt, Dienstleistungen werden prozessintegriert und mandantenspezifisch durch das Warehouse Management System erfasst, Bestell- und Auftragsdaten werden mehrheitlich elektronisch (EDI) ausgetauscht. Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Betriebs konnten nachhaltig gesteigert werden.

Kerngeschäft der FRIGO St. Johann ist der Betrieb des Tiefkühl- und Frischwarenlagers, stets in Verbindung mit einem fachgerechten Handling. Im Frischund Tiefkühl-Bereich werden pro Jahr mehr als 160'000 Tonnen umgeschlagen. Die Ware von rund 200 Mandanten (Kunden der FRIGO) wird auf über 30’000 Palettenplätzen gelagert. 70 Mitarbeiter fertigen pro Woche rund 550 Lastkraftwagen und bis zu 30 LKW-Container an 22 Andockstationen ab.

Herausforderung gepackt
Die operativen Prozesse wurden durch das eingesetzte Lagerverwaltungssystem nicht oder nur mangelhaft unterstützt, Datenfunk und elektronisches Handling der Verzollung fehlten. Diese Mankos und weitere Unzulänglichkeiten bewogen FRIGO, die Intralogistik-IT vollständig neu aufzusetzen. Nach einer umfassenden Evaluierung wurde XELOG als Partner für die Realisierung der auf dem Software-Standard LagerSuite® basierenden Warehouse Management Lösung verpflichtet.

Projektstart für die Analyse- und Konzeptphase war im April 2005, die Implementierungsphase wurde Anfang September 2005 freigegeben.

Vorhandenes Wissen nutzen
Bei der Spezifikation der Prozesse wurden Management, Administration und Betrieb gleichermassen einbezogen, um die vielschichtigen Bedürfnisse stufengerecht abzudecken und zugleich die wertvollen Erfahrungen der Mitarbeitenden einzubringen. Bei der Umsetzung in die Software legte nicht nur XELOG, sondern auch FRIGO höchsten Wert auf die Wahrung der Release-Fähigkeit des Software-Standards LagerSuite®, damit die Aktualität des Systems auch in Zukunft gewährleistet ist. Das Project Change Management legte die Regeln fest, wenn kundenspezifische Neuanforderungen parallel zur Projektarbeit entwickelt und integriert werden mussten.

Clevere und robuste Prozessgestaltung
Eine zentrale Anforderung an das neue Warehouse Management System (WMS) war, die höchst komplexen operativen Prozesse möglichst einfach und praxisnah im LagerSuite®-System abzubilden.

Damit dem Mitarbeiter z.B. die erforderlichen Etiketten und Belege zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort zur Verfügung stehen, scannt er ganz einfach den am nächsten stehenden Drucker und erhält so umgehend die Dokumente ausgedruckt. Auf diese Weise wird der Mitarbeiter nicht unnötig mit Papier belastet oder läuft Gefahr, Etiketten zu verwechseln.

Gewicht im Griff
Alle Materialbewegungen und Transporte werden ausnahmslos durch Datenfunk geführt. So ist beispielsweise das Wiegen direkt in die Datenfunkdialoge eingebunden. Nachdem die Palette auf die Waage gelegt worden ist, wird diese durch Scannen aktiviert und übermittelt die Gewichtsdaten elektronisch an Lager-Suite®.

"Wir schätzen den enormen Nutzen einer durchgängigen und praxisnahen Prozessunterstützung, welche ohne Datenfunk nicht denkbar wäre!", stellt Christian Venturini, Leiter Prozesse und Qualitätsmanagement bei FRIGO, fest.

Der Gesetzgeber stellt zudem hohe Anforderung an den Import von Fleisch. Einerseits unterliegt die Ware der grenztierärztlichen Untersuchung (GTU), andererseits ist den Vorschriften der Zollbehörde Rechnung zu tragen. LagerSuite® führt ein Offenes Zolllager (OZL) und erstellt die erforderlichen, zollkonformen Formulare.

Daten sind schneller als Ware
Mit einer standardisierten EDI-Schnittstelle bietet FRIGO sowohl grossen als auch kleineren Kunden nicht nur die Möglichkeit für den elektronischen Austausch von Bestell- und Auftragsdaten, sondern auch den Vorteil der elektronischen Avisierung. FRIGO bietet so die Möglichkeit, dass Kunden ihre Aufträge direkt über ein Web- Portal erteilen oder Mandanten ihre verfügbaren Lagerbestände einsehen können. Ein Gewinn für alle Beteiligten: Die Kommunikation wird schneller, unnötige Fehlerquellen werden vermieden, der administrative Aufwand reduziert.

Lagerprozesse beherrschen
Wurden früher Arbeitsvorgänge stets von entsprechenden Papierstapeln begleitet, tauscht heute LagerSuite® über Datenfunk zeit- und situationsgerecht die erforderlichen Informationen mit dem Mitarbeiter aus. Das System trägt die zentrale Verantwortung für die Steuerung und Optimierung aller Prozesse im Lager. LagerSuite® managt den Wareneingang und die Staplertransporte, den Rampenumschlag (cross docking), verwaltet die unterschiedlichen Lagerbereiche (Tiefkühl, Kühl, Frisch), kommuniziert mit dem SAP-Host und den Mandantensystemen, unterstützt und führt die Warenbereitstellung und den Versand. "Wir verfügen heute über ein lückenloses Materialflussbild, das jederzeit rückverfolgt werden kann. So haben wir nicht nur die Transparenz, sondern auch die betriebliche Effizienz massiv gesteigert", analysiert Rolf Anti, verantwortlicher Gesamtprojektleiter.

Hohe Qualität und Genauigkeit
Pro Jahr werden für rund 4'000 Kunden über 150'000 Kommissionierzeilen verarbeitet. Drei verschiedene Kommissioniermethoden sorgen im Parallelbetrieb für höchste Leistungsfähigkeit und Flexibilität: Papier, Voice und Funk (Fahrzeugterminals, mobile Handterminals). Eine massgebliche Steigerung der Einlagerungs- und Kommissionier- Leistung wurde durch die elektronische Benutzerführung mit Datenfunk, den elektronischen Austausch von Bestellund Auftragsdaten und die Nutzung des EAN128-Standards (SSCC) erreicht. Bestellungen werden über DESADV (elektronische Avise für Bestellungen und Aufträge) angekündigt. Wird die Ware angeliefert, erhält der Staplerfahrer den Auftrag zur Entladung auf dem Fahrzeugterminal (touch screen) angezeigt. Die Ware wird gescannt und somit ohne Zeitverzögerung in der on-line Bestandsführung verbucht. "Nach einer Produktivzeit von lediglich sechs Monaten wickelten wir das gegenüber dem Vorjahr um 20% gewachsene Weihnachtsgeschäft völlig reibungslos ab. Und schneller dazu!", strahlt Bruno Flückiger, Geschäftsleiter der FRIGO.

Pick by Voice – Hände frei zum Zupacken
Bei Temperaturen von -25°C wird jede administrative, den Arbeitsablauf unterbrechende Tätigkeit zur Mühsal. Gesteigerte Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Mit Pick-by-Voice entfällt das Lesen von Kommissionierlisten oder das Bedienen von Terminals. Hände und Augen sind frei – eine wesentliche Voraussetzung für konzentriertes Kommissionieren, was sich in einer hohen Produktivität und Genauigkeit äussert.

Durch Hören und Sprechen kommuniziert der Mitarbeiter beleglos mit LagerSuite®. Dazu trägt er ein sogenanntes Headset, bestehend aus Kopfhörer und Mikrofon. Bei der Kommissionierung der Aufträge erteilt LagerSuite® dem Mitarbeiter den Pick-Auftrag direkt über den Kopfhörer. Erreicht der Kommissionierer den Lagerplatz, nennt er über das Headset die Lagerplatzprüfnummer. Darauf erhält er vom System mitgeteilt, wie viele Einheiten er von diesem Lagerplatz nehmen muss. Nach dem Bestätigen der Anzahl der entnommenen Artikel beendet er den Vorgang mit einem "OK", worauf ihm der nächste Entnahmeplatz angesagt wird. Falls die genannten Angaben nicht mit den vorgegebenen übereinstimmen, meldet das System sofort einen Fehler zurück, welcher nach definierten Regeln abgearbeitet wird.

Leistungserfassung vom Feinsten
Für einen Logistikdienstleister wie FRIGO ist ein durchgängiges, flexibles und transparentes Billing von zentraler Bedeutung. Lagergeld und Dienstleistungen werden – ohne manuelle Intervention – prozessintegriert und automatisch erfasst. Dazu wurde ein Katalog von Dienstleistungen erstellt, welcher beliebig mit den Arbeitsprozessen verknüpft werden kann. Wird beispielsweise für Mandant "4711" bei der Kommissionierung ein bestimmter Artikel vereinzelt, belastet LagerSuite® automatisch das Dienstleistungskonto des Mandanten gemäss Vorgabe. Hat der Mitarbeiter ausnahmsweise nicht standardmässige Dienstleistungen zu erbringen, beispielsweise wareneingangsseitiges Ersetzen einer defekten Palette, erfasst er diese direkt auf dem Datenfunkterminal aus dem vorgegebenen Leistungskatalog. Den Dienstleistungen wie auch dem Lagergeld werden mandantenspezifische Tarife hinterlegt. Monatlich erstellt Lager- Suite® für jeden Mandanten eine Abrechnung für Dienstleistungen und Lagergeld.

Ohne Fleiss kein Preis
XELOG wurde für die Projektierung, die Gestaltung und Optimierung der Prozesse, die Implementierung des Warehouse Management Systems LagerSuite®, die Inbetriebnahme und Schulung des Systems verpflichtet. Am 20. Mai 2006 ging das System produktiv.

"Die sachorientierte, konstruktive und engagierte Zusammenarbeit im Projektteam war ein bedeutender Erfolgsfaktor. Wenn Probleme auftauchten, wurden diese kompetent angegangen und gelöst. Dafür gebührt allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön!", bilanziert Bruno Flückiger.