Realisierte WMS-Projekte

Dr. Brunthaler Industrielle Informationstechnik GmbH

Inbetriebnahme eines Coillagers mit storagement

Kunde

Railion Deutschland AG

Fertigstellung

01.12.2006

Land

Deutschland

Branche

  • Automobil
  • Chemie

Beschreibung

Aufgabenstellung

Im Dezember 2006 wurde ein Coillager der Railion Deutschland AG für Lagerung, Umschlag, Kommissionierung und Distribution von Coils mit storagement in Betrieb genommen.

Auf 8.500 qm können ca. 3.750 Stahl-Coils (Coil ist die Bezeichnung für ein aufgewickeltes Metallband, meistens Bandstahlrollen) in bis zu drei Ebenen gelagert werden. Die klimatisierte Halle verfügt über Bahngleisanschluss. Der Umschlag wird mit zwei Kränen mit jeweils 35 t Tragkraft durchgeführt. Ein schonender Coilumschlag wird durch beschichtete Magnete und Coil-Zangen mit Sensoren gewährleistet.

Die Besonderheit bei der Coillagerung ist, dass die physikalischen Fächer zur Aufnahme der Coils nur in der untersten Ebene vorhanden sind. Die Coils liegen in der untersten Ebene zwischen so genannten Coilschuhen. Die zweite und dritte Ebene ergibt sich erst durch die darunter liegenden Coils: die Coils in der zweiten und dritten Ebene liegen in der Lücke der Coils der ersten bzw. zweiten Ebene.

Dadurch können Coils in der zweiten und dritten Ebene nur eingelagert werden, wenn beide Plätze der Ebene darunter belegt sind. Für eine Auslagerung eines Coils in der ersten oder zweiten Ebene muss storagement ggf. für die Coils in der zweiten und/oder dritten Ebene Umlageraufträge generieren.

Einlagerung
Bei der Einlagerung und Fachsuche gab es eine Reihe von zu berücksichtigenden Kriterien. Jedes Lagerfach hat Minimumund Maximumwerte für die Breite und den Durchmesser eines Coils. Die Lücke zwischen zwei Coils muss zum Durchmesser des darauf einzulagernden Coils passen. Coilbreite und Coildurchmesser der unteren Coils darf nicht zu stark von den darüber liegenden Coils abweichen. Coils nebeneinander dürfen im Durchmesser nicht zu stark voneinander abweichen. Unten sollten möglichst große Coils eingelagert werden. Spaltcoils (Spaltcoils entstehen durch Längsteilen eines Coils in schmalere Bänder) müssen auf extra eingerichteten Plätzen eingelagert werden und können nicht bestapelt werden.

Die Kranfahrer erhalten Ihre Anweisungen über Staplerterminals. Ein Platz definiert sich durch Reihe, Ebene, Meter und Zentimeter (gemessen von der linken Hallenwand).

WE/WA
Wareneingang und Warenausgang sind wahlweise über die Schiene oder über die Straße möglich. Durch das hohe Gewicht (ein Coil kann bis 35 t wiegen), ist ein LKW im Warenausgang oft schon mit einem Coil fertig beladen. Im Frischebereich können mit der dort üblichen Doppelstockverladung bis zu 68 Paletten auf einem LKW verladen werden.

Abrechnungssystem
Für die Lagerabrechung und Auskunftsfunktion an Kunden und Lieferanten wurde ein leistungsfähiges Reportsystem geschaffen, das die gewünschten Informationen als csv-Datei (die problemlos in Microsoft Excel eingelesen werden kann) per eMail versendet.

Ein großer Teil der benötigten Funktionen konnte mit dem storagement- Standard abgebildet werden. Für die speziellen Funktionen in einem Coillager entstand ein Erweiterungsbaustein. Für die Datenübernahme aus dem Vorsystem (Microsoft Access Datenbankanwendung) wurde ein Sonderbaustein programmiert.

Ansprechpartner

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Marcel Janke

Projekt-/Anwendungsberatung

Telefon: +49(0)30 / 215 081-0

majanke@drb.insel.de