Realisierte WMS-Projekte
COGLAS GmbH - Logistic Solutions

COGLAS Logistiksoftware bei den Rowenta Werken GmbH in Erbach
Kunde
Rowenta Werke GmbH, Erbach
Fertigstellung
31.08.2002
Land
Deutschland
Branche
- Elektro
Beschreibung
Aufgabenstellung
In Erbach im Odenwald befindet sich eine der weltweit größten und modernsten Fertigungsstätten für Mundhygieneartikel, Dampfgeneratoren und Leichtbügeleisen.
Für die Produktion und das angegliederte Hochregallager wurde eine stärkere Integration der bereits eingeführten SAP R/3 Software gefordert. Dieses bezog sich insbesondere auf die SAP R/3 Module SD, PP, MM und WM.
Desweiteren galt es, das vorhandene Lagerverwaltungsystem (LVS) abzulösen und die Funktionalitäten, soweit dies möglich war, im SAP R/3 abzubilden. Kundenseitig geforderte Funktionen, die durch SAP nicht abgedeckt wurden, sollten durch die standardisierte COGLAS Lager- und Materialfluß-steuerung (LSR / MFR) erfüllt werden.
Schwerpunkte dieses Projektes waren somit das Einrichten der SAP Lagerverwaltung, das Customizing ohne Modifikationen im SAP Standard, das Einrichten und Customizing der COGLAS Lager- und Materialflußsteuerung sowie die Gesamtprojekt-leitung.
Das Lager und der Materialfluß
Das Pufferlager ist ein vollautomatisches Hochregallager mit drei Gassen und je Gasse einem Regalförderfahrzeug sowie zehn Ein- und Auslagerbahnhöfen. Als Ladeeinheiten werden Europaletten und Gitterboxen mit unterschiedlichen Höhen verwendet.
Die Versorgung der Produktion erfolgt vollautomatisch über Rollenbahnen zu den entsprechenden Bahnhöfen. Lifte übernehmen den Transport der Ladeeinheiten zwischen den beiden Geschossen des Gebäudes. Für Just in Time Anlieferungen oder bei Fehlteilen ist ein direktes Durchschleusen vom Wareneingang in die Produktion möglich.
Nach einer positiven Konturenprüfung werden die Ladeeinheiten eingelagert oder bei abweichenden Dimensionen auf der Fehlerrollenbahn ausgeschleust.
Produzierte Fertigwaren werden aus dem Produktionsbereich in das HRL zwischengelagert. Ebenso sind interne Warenbewegungen aus dem Lager an die Produktion und zurück als auch zwischen den Produktionsplätzen möglich.
Eine Gleichverteilung der Waren über alle Gassen wird bereits bei der Lagerplatzermittlung durchgeführt. Die Anzahl der Pufferplätze auf den Einlagerstaustrecken des HRL kann im COGLAS Lagersteuerungssystem variiert werden.
Damit kann selbst die Fördertechnik als zusätzlicher Puffer bei großem Einlagervolumen genutzt werden. Auslagerungen erfolgen nach dem FIFO - Prinzip. Sind die einem Bahnhof in der Produktion zugeordneten Pufferplätze vollständig belegt, kann erst dann eine weitere Ladeeinheit für diesen Bahnhof aus dem HRL ausgelagert werden, wenn am Bahnhof durch einen Stapler eine Ladeeinheit abgenommen wurde. Über Lichtschranken am Bahnhof wird dem COGLAS Lager- und Materialflußsteuerungssystem dieses Ereignis gemeldet.
Das Konzept
Mit Realisierung einer WM-PP Schnittstelle wurden die als eigene Lagerorte definierten Produktionsfraktale und Fertigungslinien als Lagertypen im SAP dargestellt. Die Initialisierung der Lagerplätze im SAP R/3 – WM erfolgt analog der bestehenden Struktur des LVS.
Bisher erfolgte die Kommunikation zwischen SAP, dem bestehenden Lagerverwaltungssystem und der Fördertechnik über einen Datenkonzentrator (DK). Heute übernimmt das COGLAS Lager- und Materialflußsteuerungssystem alle notwendigen Funktionalitäten zur Gewährleistung der Kommunikation zwischen SAP R/3 und dem DK.
Die Sicherheit
In Extremsituationen oder Notfällen gewährleisten Notstrategien eine den Umständen entsprechende Abwicklung des Tagesgeschäftes.
Hierzu kann, wenn die Anzahl der Auslagerungen wesentlich höher als die Anzahl der Einlagerungen ist oder umgekehrt, vom Lagerleiter die Wegoptimierung der RFZ´s ausgeschaltet werden, um damit die Durchführung von Doppelspielen innerhalb der Gasse zu unterdrücken.
Bei Ausfall eines RFZ ist die Sperrung einer Gasse im LSR möglich und die Auslagerung wird so aus den intakten Gassen erzwungen. Bei Ausfall einer Rollenbahn oder eines Liftes erfolgt im LSR die Umleitung auf einen anderen Auslager-bahnhof. Selbst bei Abbruch der Verbindung zum SAP R/3 kann am LSR direkt ausgelagert werden. Dabei sind buchungsrelevante Angaben wie Kostenstellen und Auftragsnummer erforderlich. Nach Wiederherstellung der Verbindung werden diese Buchungen automatisch im SAP R/3 nachvollzogen.
Einlagerungen sind während dieser Zeit nur für die Waren möglich, deren Buchung bereits vom SAP R/3 an das LSR übermittelt worden sind. Nach Störungen an der Lagertechnik kann die Anforderung bestehen, Prioritäten der Transportaufträge der auszulagernden Waren zu ändern. Dieses erfolgt über die im Lagersteuerungsleitstand realisierte Prioritätensteuerung.
Standardmäßig werden die Transportaufträge mit einer mittleren Priorität an den Datenkonzentrator übertragen. Je nach Bedarf in den Produktionsfraktalen können dringend benötigte Waren höher priorisiert werden.
Die technische Realisierung
Das Projekt wurde ursprünglich mit dem SAP R/3 Release 3.1 H auf einem SUN Rechner unter dem Betriebssystem Solaris realisiert. Inzwischen hat ohne Eingriffe in den Produktivbetrieb die Migration auf das Release 4.6 C stattgefunden (Stand 2002).
Die COGLAS Lager- und Materialflußsteuerung ist auf einem Windows NT Server mit externem RAID installiert. Auf diesem Server befindet sich die Oracle Datenbank, auf die die Windows NT Clients mit Oracle SQL-Net Client zugreifen.
Für die Kommunikation zu SAP und dem Datenkonzentrator ist jeweils ein weiterer Windows NT Client im Einsatz. Die gesamte Hardware ist in einem separaten Token Ring vernetzt. Der Zugriff auf das unternehmensweite Rowenta Netzwerk wird über ein Gateway bzw. Router ermöglicht.
Ein hohes Maß an Datensicherheit garantiert die Oracle Online Datensicherung im laufendem Betrieb. Der Fernwartungszugriff auf das COGLAS System sowie auf das SAP System erfolgt mittels ISDN Router.
Die Online-Schnittstelle zwischen dem Datenkonzentrator und der COGLAS Lager- und Materialflußsteuerung erfolgt über Oracle Datenbank Tabellen, die ereignisgesteuert Transaktionen im jeweiligen System initiieren.
Die Schnittstelle zwischen SAP R/3 und COGLAS ist auf Basis der TCP/IP- Kommunikation realisiert. Der Funktionsumfang umfaßt im wesentlichen die zertifizierte SAP WM-LSR (Lagersteuerrechner) Schnittstelle.
Für Test- und Simulationszwecke sowie für Upgrades der Standardsoftware von SAP R/3 und COGLAS wurde ein Test und Validierungssystem eingerichtet.
Ansprechpartner
Hakan Gökce
Vertriebsleitung
Telefon: +49 (0) 5031-9417-51
goekce@coglas.com
































































































