Realisierte WMS-Projekte

SALT Solutions GmbH

SAP LES sichert europaweit einheitliche Intralogistik beim Papierkonzern SCA

Kunde

SCA Packaging

Fertigstellung

31.03.2009

Land

Deutschland

Branche

  • Papier- und Verpackung

Beschreibung

Aufgabenstellung

Den Blick schweifen lassen

Italien, Polen, Frankreich: So verschieden die Länder, so verschieden sind auch die verbreiteten Logistiksysteme. Der Papierkonzern SCA mit mehreren Dutzend Produktionsstätten weltweit zeigt, wie man seine Bestände trotz Ländergrenzen und Globalisierung im Griff behalten kann und seine Lagerlogistik effizient mit SAP LES modernisiert.

Egal, ob in der Küche, im Bad oder im Kinderzimmer: SCA findet sich fast überall im Haushalt. Das schwedische Unternehmen ist einer der führenden Papierhersteller der Welt und liefert Hygiene- und Haushaltspapiere genauso wie Verpackungsmaterialien und Papier zum Zeitungsdruck. Zu den bekannten Marken von SCA gehören „Zewa“ und „Tork“, nach Übernahme der Papiersparte von Procter & Gamble auch „Tempo“, „Charmin“ und „Bounty“. Svenska Cellulosa Aktiebolaget, oder kurz SCA, produziert in mehr als 50 Ländern Markenartikel sowie Handelsmarken und ist so der perfekte Partner für internationale Handelskonzerne und globalisierte Industrieunternehmen.

Eine global verteilte Produktion verlangt aber auch nach einer international konkurrenzfähigen
Logistik. Die Ausgangssituation dafür war denkbar schlecht: In jedem Land hatten regionale
Anbieter Software erstellt oder es waren Standardlösungen auf die lokalen Anforderungen angepasst
worden. Von einer einheitlichen IT-Landschaft und einem standardisierten Reporting in
die Zentrale nach Göteborg keine Spur.

Musterinstallation überzeugt
Während einige Lager von SCA mit Automation arbeiten, werden in anderen Prozesse über Listen
geführt. Standorte, wie der in Polen, verfügten über Scanneranbindung und mussten ohne Bestandsführung auskommen. Um das Problem der IT-Pflege in den Griff zu bekommen und valides, vergleichbares Zahlenmaterial zu generieren, wurde nach einem einheitlichen Standard für alle Lager gesucht. Ziel war die zentrale Verwaltung aller Standorte von der Zentrale aus.

Zusammen mit der SALT Solutions GmbH, einem Intralogistikspezialisten mit Schwerpunkt SAP, wurde ein Anforderungskatalog entwickelt und ein Prototyp basierend auf dem Logistics Execution System (LES) der SAP gebaut. Das Template „SCALES“ – eine Art Schablone – sollte sich bei einer Musterinstallation bewähren, um später für den Rollout über die konzernweite Intralogistik von SCA zu dienen. Die erste Einführung fand im italienischen Lucca statt. SAP LES steuert die Lagerverwaltung mit 15.000 Palettenstellplätzen. SCA produziert in Lucca Servietten und Toilettenpapier.

“Highlights von SCALES sind die Verwendung von SAP-TRM als wegeoptimierendes Staplerleitsystem
sowie die Bedienung über ergonomische Web-Dialoge“, erläutert Johannes Theisen, Projektleiter der SALT Solutions. Die browserbasierten Handheld- und Staplerterminals greifen von Italien aus per Virtual-Private-Network auf den am Konzernsitz in Schweden gehosteten NetWeaver-Server zu. Nach einer eng terminierten Einführung und den ersten positiven Ergebnissen bei Performance und Bedienbarkeit war schnell klar: SAP LES und die von SALT Solutions gelieferten Add-Ons erfüllen genau die Anforderungen, die SCA an eine globale Lagerverwaltungslösung stellt. Die Installation sollte nun die Basis für den breiten Rollout bilden.

Starke Argumente für Rollout
„Ich bin sehr zufrieden mit der Lösung, die wir trotz des hohen Zeitdrucks erstellt haben“, lobt Ingo Wolf, Projektleiter bei SCA, das bis dahin Erreichte. Den starken Argumenten, die die zentrale IT mit SAP LES in die Hand bekommen hatte, konnte sich in der Folgezeit kein Betriebsleiter entziehen: Extrem schnelle
Installation, gesicherte Abläufe, individuelle Erweiterbarkeit. Deshalb liefen in den folgenden Monaten gleich mehrere Projekte an, die im laufenden Betrieb umgesetzt wurden. Für das Werk am ehemaligenProcter & Gamble-Standort in Neuss wurde SCALES um Kommissionierung, Lageroptimierung und Torverwaltung erweitert. Verwaltet werden zwei Lager mit 20.000 Palettenplätzen. Mit zehn abgefertigten LKW pro Stunde und 3.500 Palettenbewegungen ist Neuss der größte „Tempo Taschentücher“-Standort.

In Spanien steuert SAP LES ein Verteilzentrum nahe Barcelona, welches die iberische Halbinsel und Südfrankreich mit Küchenpapier, Servietten, Toilettenpapier, Tischdecken und Taschentüchern versorgt. Wie die anderen Standorte ist auch Spanien auf dem zentralen Net-Weaver/ERP6-Mandanten angelegt, der in Schweden im Rechenzentrum gehostet wird.

Hochperformante Lagerlösung
Dieser LES-Template-Server in Schweden steuert auch das SCALager im französischen Linselles. Im Werk werden rund um die Uhr und an sieben Tagen die die Woche Windeln und Damenhygieneartikel für Westeuropa hergestellt und in 20.000 Palettenplätzen gelagert. Mit einem Warenumschlag von 288.000 Paletten pro Jahr, entsprechend einer Milliarde Verbraucherpacks, verlangt die Logistik nach einem Hochleistungssystem mit kurzen Reaktionszeiten. Fördertechnik und Staplerflotte wurden so in SCALES eingebunden, dass die Reaktionszeit der Lösung inklusive Telegrammlaufzeit zwischen Frankreich und Schweden sowie deren Verarbeitung unschlagbare 0,5 Sekunden benötigt.

Mit dem SCA-Standort Olawa (Polen) ging anschließend der fünfte Mandant ans zentrale LES-Netz. Hier werden rund um die Uhr DM Babylove Windeln, Artikel für Aldi und Lidl sowie Damenhygieneprodukte produziert. Durch eine starke Nachfrage sowie Produktionsverlagerungen nach Polen zeichnet sich Olawa durch ein enormes Wachstum aus. Um dieses Wachstum stemmen zu können, wurde ein zusätzliches Lager mit 10.000 Palettenplätzen gebaut und die Kapazitäten verdoppelt.

SAP LES verbindet
Unterschiedliche Kulturen, verschiedene Sprachen, abweichende Anforderungen – SAP LES hat bei SCA alles unter einen Hut gebracht. Ein internationales Projektteam aus ITSpezialisten aus Göteborg, den LES-Experten aus Deutschland und den Lagerleitern vor Ort schaffte es in jedem der Projekte, im vorgegeben Zeit- und Kostenrahmen das Lager ans „Netz“ gehen zu lassen.