Realisierte WMS-Projekte

viastore systems GmbH

Edle Tropfen sicher gelagert

Kunde

Remstalkellerei eG

Fertigstellung

01.04.2009

Land

Deutschland

Branche

  • Getränke
  • Lebensmittel

Beschreibung

Aufgabenstellung

viastore systems modernisiert Hochregallager der Remstalkellerei
Nur ein kleiner Teil der Remstalkellerei in Beutelsbach ragt aus dem Boden. Der größte Teil - nämlich sieben Zehntel des gesamten Erzeugerbetriebs – ist nicht sichtbar. Zehn Meter tief in der Erde liegt ein Hochregallager, direkt unter dem Kundenparkplatz.

Der Intralogistik- Spezialist viastore systems hat dieses Hochregallager eines Fremdanbieters jetzt komplett modernisiert. Für ein reibungsloses Lagermanagement sorgt die Lagersoftware viad@tONE.
In Beutelsbach ist seit fast 60 Jahren die Remstalkellerei zu Hause. Sie ist heute der fünftgrößte  Weinbaubetrieb in Deutschland. Rund 650 ha beträgt die Weinanbaufläche. Jährlich werden hier sechs bis sieben Millionen Liter Wein erzeugt und mit einem Nettoumsatz von 15 bis 16 Millionen Euro vermarktet.

Gelagert werden die Weine, die bereits in Flaschen abgefüllt sind, unter anderem in einem  Hochregallager. Das Besondere daran: Es wurde im Erdreich versenkt – direkt unter dem   Kundenparkplatz. Gut zehn Meter tief unter der Erdoberfläche warten rund 700.000 Flaschen Wein bei konstanten Temperaturen um die 14 Grad Celsius darauf, von Kennern und Liebhabern gekauft, geöffnet und genossen zu werden. Das Lager wurde jetzt von viastore systems komplett erneuert.

Hochregallager zehn Meter tief im Boden
Heiko Schapitz, Geschäftsführer der Remstalkellerei , erzählt, wie es zu dem „Tiefregallager" kam: „Die
Gründung unserer Genossenschaft geht etwa 70 Jahre zurück. Nach einem frühen Frost wurden seinerzeit die Trauben nicht mehr reif. Die Gastronomen, die normalerweise die Lese gleich im Herbst kaufen, verarbeiten, einlagern und vermarkten sollten, schlugen daher jedes Angebot aus." Noch im gleichen Herbst beschlossen deshalb die 24 Weingärtnergenossenschaften, die Vermarktung
selbst in die Hand zu nehmen.

1940 wurde die „Zentralkellerei der Winzergenossenschaften links und rechts der Rems eG"
gegründet. Zehn Jahre später entstanden in Beutelsbach das Kellerei-Gebäude und ein
Holzfasskeller mit einer Kapazität von 700.000 Litern. Bis dato hatten die Winzer gemietete
Keller genutzt, beispielsweise den historischen Stiftskeller in Beutelsbach oder den Keller im Schorndorfer Schloss.

Im Lauf der Jahre wurden die Lagerkapazitäten kontinuierlich erweitert. „Das Highlight war das Hochregallager, das 1978 gebaut wurde", schildert der Geschäftsführer. „Wichtig war, dass sich
dieses möglichst nah am Haus befindet – und das mit möglichst vielen Artikeln, um die Kunden
jederzeit beliefern zu können." Rund 250 Artikel sind im Angebot. „Das sind aber keine 250 verschiedenen Weine", klärt er auf: „Darunter fallen auch verschiedene Jahrgänge oder verschiedene Verpackungsarten.“

Doch zum Bauen gab es schon vor 30 Jahren nicht viele Möglichkeiten, da die Remstalkellerei in einem beschaulichen Wohngebiet steht. Deshalb wurde das Hochregallager zehn Meter tief unter das Bodenniveau versenkt. „Dadurch hatten wir auch den Vorteil einer gleichbleibend kühlen Temperatur. Eine aufwendige Klimatisierung entfällt somit", sagt Roland Bäuerle, stellvertretender Logistikleiter.

Vollautomatischer Weg ins Regal
Das Hochregallegal besteht aus 90 Schwerkraft-Durchlaufkanälen mit einem Gefälle von 3,75 Prozent und einer Durchlaufgeschwindigkeit von zwölf Metern pro Minute. Die Kanäle werden automatisch vom Warehouse Management System (WMS) viad@tONE – früher manuell per Lochkarten – über das Einlager-Regalbediengerät (RBG) bestückt. Das WMS verwaltet die gesamten Bestände pro Kanal.
Die abgefüllten Weinflaschen kommen automatisch in die verschiedenen Verpackungsarten – getrennt nach Weinsorte und Jahrgang. Ein Roboter schnappt sich die Verpackungen und stellt sie auf Paletten. Um sie vor Schmutz und Beschädigungen zu schützen und die Ladung zu sichern, werden sie mithilfe  einer Stretchmaschine mit Folie umwickelt. Über ein RBG werden die Paletten automatisch von der einen Seite ins Regal gesetzt. Wird eine Palette angefordert, entnimmt ein zweites RBG sie auf der
anderen Seite des Regals. Die Schwerkraft sorgt dafür, dass der Nachschub automatisch nach vorne rollt.

Störfälle häuften sich
Mit zunehmendem Alter häuften sich Störfälle wie Kabelbruch  und Kabelbrand. Traten Störungen auf,  stand das Lager still. „Die Fehlerquote lag zwar unter zehn Prozent. Der Zeit- und Nervenaufwand war  aber einfach zu hoch", erzählt Roland Bäuerle. „Der häufigste Fehler: das Altersversagen der Lochkarten. Es konnte bis zu zwei Tagen dauern, bis wir wieder auf die Ware zugreifen konnten."

Außerdem wurde es immer schwerer, Ersatzteile für die Anlage zu finden. „Wurden wir endlich fündig,  waren sie entsprechend teuer", erklärt Bäuerle. Und noch ein großes Problem trat auf: Das  Bediengerät steuerte die Paletten oft nicht genau an", sagt er. „In diesen Fällen mussten Mitarbeiter in  schwindelerregender Höhe selbst nachhelfen, was nicht ungefährlich war."

Auf der Suche nach einem passenden Partner für die Modernisierung wurde das Unternehmen bei viastore fündig. Die umfassende Modernisierungskompetenz, die große Erfahrung und das  Standard-WMS viad@tONE überzeugten.

„Die Lagerverwaltungssoftware steuert bei dieser Anlage auch direkt das RBG", sagt Thomas Zoch,  der bei viastore zuständig ist für Planung und Vertrieb im Bereich Umbau und Modernisierung.  Normalerweise enthält das WMS neben dem Lagermanagement auch das Materialfluss- System sowie alle erforderlichen Bausteine zur Steuerung der Regalbediengeräte und der Fördertechnik. Es  ist vorkonfiguriert und umfasst die grundlegenden Lager-Funktionalitäten. Darüber hinaus bietet viad@tONE verschiedene Möglichkeiten zur Steuerung und Optimierung des Lagerbetriebs. „Mit Hilfe verschiedener Dialoge hat der Leitstandsmitarbeiter immer einen genauen Überblick über den  Fortschritt in der Auftragsbearbeitung.“

HRL zügig modernisiert
„Die Prozesse im Hochregallager der Remstalkellerei haben sich über viele Jahre bewährt", sagt  Swen Mantel, Leiter der Abteilung Umbau und Modernisierung bei viastore systems.

„Nur laufen sie jetzt schneller und zuverlässiger." Der Intralogistik-Spezialist hat auch die beiden RBG  komplett modernisiert. Das bedeutet: neue Steuerung (S7), neue Elektrik, neue Antriebe. Die komplette  Hubwerkseinheit wurde demontiert und durch eine neue mit Seiltrommel, Seil,  Hubwerkskonsole und Lastmessung sowie Antrieb ersetzt.

Auch die Antriebe der Lastaufnahmemittel wurden erneuert, ebenso wie die RBG-Schaltschränke. Im Logistikbereich der Remstalkellerei arbeiten heute insgesamt zehn Mitarbeiter. „Davon wurden fünf  sofort in der Bedienung des RBG geschult", sagt Roland Bäuerle. „Treten heute Fehler auf, genügt ein Anruf, und die Intralogistik-Experten können über die Hotline das Problem analysieren und es über einen direkten Zugriff auf das System beheben.“ So verlassen die verschiedenen Weinsorten jeden Tag den Erzeugerbetrieb – ganz ohne Verzögerung.

Ansprechpartner

Thomas Zoch

Telefon: