Realisierte WMS-Projekte

Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG

Langgut und sperrige Güter wirtschaftlich lagern - ESWE Versorgungs-AG

Kunde

ESWE Versorgungs-AG Wiesbaden

Fertigstellung

22.07.2003

Branche

  • Metall- u. kunststoffverarbeitende Industrie

Beschreibung

Aufgabenstellung

Im Metallhandel, in der Metall verarbeitenden Industrie, bei Versorgungsunternehmen oder im Handwerk erkennen die für den Materialfluss und die Produktion Verantwortlichen die Rationalisierungspotentiale, die im Bereich der innerbetrieblichen Material-Logistik schlummern. Die Prozesskette beginnt bei der Entladung der Materialien, betrifft die rationelle, Platz sparende Lagerung und endet mit dem Versand von Halbzeugen und fertigen Produkten. Die meist schweren und unhandlichen Stabmaterialien, Abschnitte, Reststücke, Bleche oder andere sperrigen Güter müssen so gelagert und bewegt werden, dass sie kurzfristig ein-/ auslagerbar sind und termingerecht bereit stehen können. Letztendlich muss der Zugriff schnell, ohne großen Aufwand und einfach erfolgen.

Ein gängiges Lagersystem für Langgut, Flachgut oder sperrige Güter stellt – bei kleinen bis mittleren Zugriffshäufigkeiten – die Stapeljochlagerung dar, mit der sich eine große Anzahl eben genannter Artikel auf begrenzter Fläche lagern und kommissionieren lässt. Bisher verwendete, konventionelle Systeme ermöglichten lediglich ein einfaches Umstapeln, also das Umsetzen von jeweils einer Jochlage. Dies machte komplexe Umstapelvorgänge sehr langsam. So kam dieses System nur zum Einsatz, wenn es trotzdem unangefochten wirtschaftlich sinnvoll war, oder aber die Stapelhöhen recht niedrig gehalten werden konnten.

Zur Vermeidung dieser Nachteile hat KASTO vor einigen Jahren die Stapeljochlagerung analysiert, ein neues Konzept erarbeitet, und nun Unternehmen mit Materialfluss-Problemen bei Lang-, Flach- und Sperrgütern eine interessante Alternative geschaffen. Die Vorteile des patentierten, intelligenten Stapeljochsystems UNIBLOC liegen unter anderem in der neuen Möglichkeit des Mehrfach-Umstapelns und in einem sehr einfachen Handling. Zum Aufnehmen oder Absetzen – sowohl einzelner Jochlagen als auch mehrerer Lagen gleichzeitig – rasten die Greifer nur von der Hubbewegung des Krans gesteuert in die Joche ein oder aus. Durch die große Auswahl an Traversen hat KASTO für jede Aufgabe eine Lösung: zum Einfach- oder Mehrfach-Umstapeln, kombiniert mit Magnetbetrieb oder als automatisiertes System. Sind unterschiedliche Längen zu lagern, werden die Traversen teleskopierbar ausgeführt. Für spezielle Aufgabenstellungen lassen sich sehr einfach Sonderausführungen ableiten. Von Anfang an wurde auf die Automatisierbarkeit des KASTO Stapeljochsystems geachtet, sodass eine Lösung zum rationellen Kommissionieren mit automatisierter Materialbereitstellung verfügbar wurde.

Reparaturmaterial-Lager bei einem Energieversorgungs-Unternehmen
Nicht nur Langgut, sondern auch sperrige Güter lassen sich sehr sinnvoll im KASTO Stapeljochsystem UNIBLOC lagern. So hat beispielsweise die ESWE Versorgungs-AG Wiesbaden im Rahmen der Planung eines Lagerneubaus die Lagerung ihrer Ersatzmaterialien – zur Störungsbehebung im Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärme-Netz – einen neuen Weg bei der Lagerung von Rohmaterial und Kabeltrommeln beschritten. Um die zur Verfügung stehenden Flächen optimal zu nutzen, kam man auf die Idee, Rohre aus PE oder Guss sowie Holzmasten in Jochen zu lagern und zu stapeln. Mit der Intention, auch die Raumhöhe optimal auszunutzen, war die typische Bodenlagerung der sehr sperrigen Kabeltrommeln Vergangenheit. Sie lagern nun doppelstöckig in passenden Gestellen.

Auch bei diesem Projekt konnte die Firma KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG die Ausschreibung für sich entscheiden und lieferte 152 Joche für Langgut, 52 Jochgestelle für Kabeltrommeln sowie zwei mit dem vorhandenen Hallenkran mit Zweikatz-Ausstattung bedienbare Lasttraversen, eine für Langmaterialien und eine für Kabeltrommeln. Einer der Entscheidungsgründe war der im Vergleich zur konventionellen Technik, wesentlich sauberere bessere Zugriff auf die Ladungsträger. Ausschlaggebend für gewählte Lagertechnik in der Halle war auch die notwendige Qualität der Lagerung um beispielsweise bei den PE-Rohren der Verrottungsgefahr durch Sonneneinstrahlung entgegenzuwirken. Außerdem sollte im Reparaturfall ein schneller Zugriff möglich sein. Eine Optimierung der Platzressourcen war ohnehin zwingend erforderlich. Positiv heben die Verantwortlichen bei ESWE hervor, dass sich das Handling der unterschiedlichen Materialien wesentlich vereinfacht hat. Durch die verbesserte Ergonomie besteht nun die Möglichkeit, alles mit dem Kran zu bewegen, wogegen früher oftmals Fremdhilfe erforderlich war. Einher ging dies alles mit einer Kosteneinsparung durch den Flächengewinn und durch die bessere Handlings-Ergonomie. Um im Reparaturfall rund um die Uhr schnell und effektiv reagieren zu können, wurden alle 40 Mitarbeiter, die in den Lager- und Fachbereichen tätig sind, im Umgang mit dem Kran und der Jochtraverse geschult. Nach Ansicht der Mitarbeiter hat sich die neue Form der Lagerung bisher bestens bewährt.

Wie dieses Beispiel zeigt, bieten intelligente Stapeljochsysteme Anwendern in Stahlhandel, Distribution, Versorgungs- Industrie- und Handwerksbetrieben Verbesserungspotentiale bei der Flächennutzung, bei den Zugriffsgeschwindigkeiten und beim Handlingsaufwand. Für jede Aufgabenstellung stehen geeignete Joche oder Jochgestelle sowie darauf abgestimmte Transporttraversen zur Verfügung. Sind erhöhte Anforderung an die Umschlagsleistung gegeben, steht eine vollautomatische rechnergesteuerte Stapeljochlösung zur Verfügung. Diese bietet dem Anwender noch mehr Produktivität und Wirtschaftlichkeit und steigert seine Wettbewerbskraft. Letztendlich ist bei einem aufgabengerecht ausgelegten Stapeljochsystem die Amortisation im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Frage der Zeit: Die quantifizierbaren Rationalisierungserfolge - gegenüber konventioneller Technik - zeigen sich sehr schnell.

Ansprechpartner

Lieselotte Kamateh

Telefon: +49 (7841) 61 - 180

lieselotte.kamateh@kasto.de