Realisierte WMS-Projekte
Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG

Langgut und sperrige Güter wirtschaftlich lagern - Friedrich Kicherer KG
Kunde
Friedrich Kicherer KG, Ellwangen
Fertigstellung
30.06.2003
Branche
- Metall- u. kunststoffverarbeitende Industrie
Beschreibung
Aufgabenstellung
Im Metallhandel, in der Metall verarbeitenden Industrie, bei Versorgungsunternehmen oder im Handwerk erkennen die für den Materialfluss und die Produktion Verantwortlichen die Rationalisierungspotentiale, die im Bereich der innerbetrieblichen Material-Logistik schlummern. Die Prozesskette beginnt bei der Entladung der Materialien, betrifft die rationelle, Platz sparende Lagerung und endet mit dem Versand von Halbzeugen und fertigen Produkten. Die meist schweren und unhandlichen Stabmaterialien, Abschnitte, Reststücke, Bleche oder andere sperrigen Güter müssen so gelagert und bewegt werden, dass sie kurzfristig ein-/ auslagerbar sind und termingerecht bereit stehen können. Letztendlich muss der Zugriff schnell, ohne großen Aufwand und einfach erfolgen.
Ein gängiges Lagersystem für Langgut, Flachgut oder sperrige Güter stellt – bei kleinen bis mittleren Zugriffshäufigkeiten – die Stapeljochlagerung dar, mit der sich eine große Anzahl eben genannter Artikel auf begrenzter Fläche lagern und kommissionieren lässt. Bisher verwendete, konventionelle Systeme ermöglichten lediglich ein einfaches Umstapeln, also das Umsetzen von jeweils einer Jochlage. Dies machte komplexe Umstapelvorgänge sehr langsam. So kam dieses System nur zum Einsatz, wenn es trotzdem unangefochten wirtschaftlich sinnvoll war, oder aber die Stapelhöhen recht niedrig gehalten werden konnten.
Zur Vermeidung dieser Nachteile hat KASTO vor einigen Jahren die Stapeljochlagerung analysiert, ein neues Konzept erarbeitet, und nun Unternehmen mit Materialfluss-Problemen bei Lang-, Flach- und Sperrgütern eine interessante Alternative geschaffen. Die Vorteile des patentierten, intelligenten Stapeljochsystems UNIBLOC liegen unter anderem in der neuen Möglichkeit des Mehrfach-Umstapelns und in einem sehr einfachen Handling. Zum Aufnehmen oder Absetzen – sowohl einzelner Jochlagen als auch mehrerer Lagen gleichzeitig – rasten die Greifer nur von der Hubbewegung des Krans gesteuert in die Joche ein oder aus. Durch die große Auswahl an Traversen hat KASTO für jede Aufgabe eine Lösung: zum Einfach- oder Mehrfach-Umstapeln, kombiniert mit Magnetbetrieb oder als automatisiertes System. Sind unterschiedliche Längen zu lagern, werden die Traversen teleskopierbar ausgeführt. Für spezielle Aufgabenstellungen lassen sich sehr einfach Sonderausführungen ableiten. Von Anfang an wurde auf die Automatisierbarkeit des KASTO Stapeljochsystems geachtet, sodass eine Lösung zum rationellen Kommissionieren mit automatisierter Materialbereitstellung verfügbar wurde.
Vollautomatisches UNIBLOC-Stapeljochsystem für 12m-Material
Ein vollautomatisches KASTO-Stapeljochsystem wurde im Sommer 2003 bei der Friedrich Kicherer KG in Ellwangen in Betrieb genommen. Auch bei 12m-Materialien wollte man die Rationalisierungspotentiale wie bei den beiden KASTO-Wabenlagersystemen nutzen. Hierzu wurden 198 hohe Lagerplätze für Rechteckrohre, 100 niedrige Lagerplätze für Winkel und 30 Restekassetten eingerichtet. Als kompetenter Partner für die Realisierung des Automatikkrans kam die Scheffer Krantechnik GmbH in Sassenberg mit ihrem Produktbereich LEG – für lastberuhigte Krane – zum Zuge. Für eine exakte Positionierung der Jochtraverse wurde der Kran mit 30m Spannweite robust auf eine sehr geringe Durchbiegung ausgelegt. Der Kran wurde bei Firma Kicherer installiert, im Hand-Modus in Betrieb genommen und von KASTO um die Automatierungskomponenten, wie Laserwegmesssystem etc., ergänzt. Entsprechend dem KASTO-Pflichtenheft steuert eine profibusfähige SPS die intelligenten Antriebsregler. Der Automatikkran hebt Lasten bis 10t mit 20m/min, bei Leerfahrten werden 29m/min errreicht. Die Fahrgeschwindigkeiten betragen bei Katzfahrten 40m/min und in Längsrichtung 70m/min. Für eine stabile Führung der Stapeljochtraverse, die zwei Jochlagen aufnehmen kann, sind zwei 5-fach-Teleskope vorhanden. Aus den zwei Lagerblöcken heraus versorgt das KASTO Stapeljochsystem UNIBLOC A eine Kommissionierstation mit drei Ablageplätzen (ein Platz für Restekassetten und zwei Plätze zum Kommissionieren). Zur Steuerung des Stapeljochlagers UNIBLOC A wird der bewährte Lagerverwaltungsrechner KASTOlvr eingesetzt, der via Ethernet mit dem übergeordnetren Warenwirtschaftssystem korrespondiert. Neben der Chargenverwaltung werden auch die Softwareoptionen zum Mehrfachbuchen – die Entnahmen mehrerer Positionen des gleichen Materials – und zum Anarbeiten bei der Beschickung der vorhandenen Profilsäge genutzt. Eine weitere wichtige Softwareoption stellt die Restekassetten-Verwaltung dar. Zur Erhöhung der Spielzahl verfügt die Software darüber hinaus über ein Umstapelprogramm, mit dem zur Bearbeitung anstehende Joche vorab automatisch in die oberste Lage umgeschichtet werden.
Wie dieses Beispiel zeigt, bieten intelligente Stapeljochsysteme Anwendern in Stahlhandel, Distribution, Versorgungs- Industrie- und Handwerksbetrieben Verbesserungspotentiale bei der Flächennutzung, bei den Zugriffsgeschwindigkeiten und beim Handlingsaufwand. Für jede Aufgabenstellung stehen geeignete Joche oder Jochgestelle sowie darauf abgestimmte Transporttraversen zur Verfügung. Sind erhöhte Anforderung an die Umschlagsleistung gegeben, steht eine vollautomatische rechnergesteuerte Stapeljochlösung zur Verfügung. Diese bietet dem Anwender noch mehr Produktivität und Wirtschaftlichkeit und steigert seine Wettbewerbskraft. Letztendlich ist bei einem aufgabengerecht ausgelegten Stapeljochsystem die Amortisation im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Frage der Zeit: Die quantifizierbaren Rationalisierungserfolge - gegenüber konventioneller Technik - zeigen sich sehr schnell.
Ansprechpartner
Lieselotte Kamateh
Telefon: +49 (7841) 61 - 180
lieselotte.kamateh@kasto.de
































































































