Realisierte WMS-Projekte

inconso AG

Montblanc schreibt ein neues Logistik-Kapitel

Kunde

Montblanc

Fertigstellung

01.04.2008

Land

Deutschland

Branche

  • Metall- u. kunststoffverarbeitende Industrie

Beschreibung

Aufgabenstellung

Ein neues, hochautomatisiertes Distributionszentrum hat die Montblanc Deutschland GmbH in Hamburg Ellerbek errichtet und jetzt in Betrieb genommen. Für die Verwaltung dieses anspruchsvollen Lagers mit einer Reihe unterschiedlicher Automatikkomponenten hat die inconso AG auf dem zentralen SAP System das SAP LES eingesetzt und direkt an die SPS-Steuerungsebene der Fördertechnik angebunden. Damit verfügt der weltweit bekannte Hersteller handgefertigter, hochwertiger Schreibgeräte und Luxusgüter über ein SAP-System ohne Schnittstellen vom Auftrag bis zur SPS. Die gesamte Businesslogik konnte das führende IT- und Beratungsunternehmen für Logistiklösungen in Deutschland im SAP LES abbilden und damit alle Leistungs- und Qualitätsspezifikationen erfüllen.

Montblanc, seit Generationen als Hersteller handgefertigter, hochwertiger Schreibgeräte bekannt, ist inzwischen auch Hersteller einer breiten Palette exklusiver Produkte, wie Uhren, Schmuck, Ledertaschen und anderen, die die heutigen hohen Ansprüche in Bezug auf Qualität, Design, Tradition und meisterliche Handwerkskunst erfüllen. Höchste Logistikqualität wird dabei in der Betreuung von eigenen Niederlassungen und Kunden selbstverständlich vorausgesetzt. Montblanc legte Wert darauf, trotz der komplexen Fördertechnik einen integrierten SAP Ansatz mit SAP LES umzusetzen, ein Weg, der noch vor wenigen Jahren völlig undenkbar gewesen wäre. Neben dem Komfort des gleichen Look and Feel und dem Wegfall jedweder Schnittstellenwartung gewinnt das Unternehmen dadurch die Möglichkeit, die gesamte Lösung selbst zu warten und weiterzuentwickeln.

Der Durchsatz beträgt immerhin rund 6.000 Lieferungspositionen pro Tag. Eine Lieferung kann dabei aus mehreren hundert Positionen bestehen und Produkte aus allen Bereichen umfassen. Lediglich Artikel aus dem besonders hochwertigen Spektrum werden gesondert behandelt. Beim Verpacken muss dafür gesorgt werden, dass die komplette Ware einer Lieferung konsolidiert am Packplatz zur Verfügung steht, teilweise werden die Produkte auftragsbezogen bearbeitet, bspw. Gravuren. Aus diesem Grunde wird in der Regel vorkommissioniert und die Ware dann lieferungsbezogen temporär wieder eingelagert. Sind alle Positionen kommissioniert, können die Behälter mittels Fördertechnik zu den Packplätzen gefahren werden, die sich auf drei Ebenen verteilen. Schnelldreher und Aktionswaren werden in Durchlaufregalen kommissioniert, die sind über die Fördertechnik mit dem automatischen Kleinteilelager (AKL) verbunden sind und automatisch aus dem AKL mit Nachschub versorgt werden.
Die Businesslogik vom Auftragseingang bis zur Sendungsverfolgung, von der Lieferavise bis zum Versandetikett ist ebenso im SAP LES abgebildet wie die Steuerung der SPS-Ebene. Hier sind alle operativen Dialoge enthalten (für Einlagerung, Kommissionierung, Fehlerhandling, Packen, Warenausgang, Monitoring und Lagersteuerung), die komplette Lagerplatz¬verwaltung sowie alle Ein- und Auslagerstrategien. Die Überwachung der Lagerabläufe erfolgt über eine grafische, SAP-basierte Visualisierung. Ändern sich die logistischen Anforderungen, so sind nur Änderungen auf dem SAP-System erforderlich. Die SPS-Ebene des AKL und die komplexe Behälterfördertechnik werden mit Hilfe des inconso Produkts inconosS/Line an das SAP LES angebunden.

Eine besondere Herausforderung stellte die Abbildung der Reservierungsstrategie dar: Im AKL kann die komplexe Vorzonen-Kommissionierung, die unter anderem ein Multi-Order-Picking umfasst, nicht mit dem reinen LES-Standard erfolgen. So muss es u.a. zwingend möglich sein, auch Bestand zu reservieren, dass sich in Behältern befindet, die auf der Fördertechnik in Bewegung sind. Hierfür wurde ein SAP Add-On von inconso eingesetzt, das den Anforderungen hochautomatisierter Lager im volen Umfang gerecht wird. Das SAP Add-On ist ohne Modifikationen lückenlos in den SAP-Standardbelegfluss integriert. Alle Bestandsveränderungen werden dabei über den reinen SAP-Standard gebucht. Ein Teil der Buchungen erfolgt asynchron, um ein kurzes Antwortzeitverhalten zu gewährleisten.

Dabei sprechen so manche Details durchaus für eine hohe Systemleistung: Die Einzigartigkeit der handgefertigten Schreibgeräte unterstreicht Montblanc durch die Vergabe einer weltweit eindeutigen Nummer auf jedem einzelnen Stück: die so genannte „Quo-Vadis-Nummer“. Mit ihr lässt sich nachvollziehen, welches individuelle Schreibinstrument welcher Filiale und welchem Kunden gesandt wurde. Drei Mal werden die Quo-Vadis-Nummern erfasst und auf Gültigkeit kontrolliert: beim Wareneingang, beim Vorkommissionieren und beim Verpacken.

Hohe Qualität heißt hier auch hohes Tempo, und bei der Montblanc-Logistik geht es um Sekunden. Um selbst noch die Zeit für Fakturierung und Rechnungsdruck zu sparen, fand inconso eine Prozessorganisation, bei der die Arbeitsprozesse parallel weiterlaufen können, während gebucht und gedruckt wird. Auch Verfahren zur Verwaltung von Konsignationsbeständen und Serial-Nummern wurden neu entwickelt.

Hohe Qualität wurde auch bei der Projektabwicklung erwartet und gewährleistet. Eine wesentliche Unterstützung bot dabei der Einsatz des Simulationstools von inconso. Mit seiner Hilfe wurden die SAP-Prozesse bereits getestet, als das automatische Kleinteilelager und die übrige Fördertechnik noch nicht zur Verfügung standen. Damit ist es gelungen die Tests mit dem Gesamtsystem, die Testzeit, den Testaufwand und die Projektlaufzeit signifikant zu reduzieren.