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Zuletzt geändert: 03. September 2026

Automatisches Palettenwechselsystem für Pharma und Food: Palette, wechsle dich

Für die Pharma- und Foodindustrie gilt seit einiger Zeit: Holzpaletten sind in Lager und Produktion strengstens untersagt. Aus Kostengründen werden die meisten Rohwaren jedoch geschützt auf Holzpaletten angeliefert. Deshalb entwickelte Egemin Automation ein Palettenwechselsystem, das die ankommenden Waren vollautomatisch auf Kunststoffpaletten umpackt und so für die Weiterverarbeitung oder die Einlagerung vorbereitet.

So wird die Integration in den internen, automatischen Warentransport gewährleistet. Das System steigert nicht nur die Effizienz in der gesamten Verarbeitung, senkt Arbeitskosten und beschleunigt alle Abläufe, sondern garantiert auch die Einhaltung international gültiger Regeln für die sensiblen Güter.

Die Produktion von Lebensmitteln und Pharmazeutika unterliegt strengen Regeln und sich ständig verändernden Anforderungen. Denn Sicherheit und Hygiene für diese Produkte müssen über die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum Endkunden zu jeder Zeit gewährleistet sein. Die Vorschriften beinhalten beispielsweise auch ein Verbot der Nutzung von Holzpaletten im Lager oder in den Produktionshallen, in denen die sensible Güter verarbeitet werden, da sich im Holz vermehrt Parasiten oder Keime ansiedeln können. Kunststoffpaletten bieten hier eine sichere Alternative.

Palettenwechsel leicht gemacht

Das von Egemin entwickelte Palettenwechselsystem besteht aus zwei Transferstationen: eine für den Wareneingangsbereich zum automatischen Umschichten der Waren von der Holz- auf die Kunststoffpalette und eine für den umgekehrten Prozess am Ausgang der Lagerhalle. Zum Transport der angelieferten Holzpaletten zur Fördertechnik eignet sich beispielsweise ein fahrerloses Transportsystem oder ein Gabelstapler. Gleichzeitig wird eine leere Kunststoffpalette über das Förderband zu einer Transferstation gebracht, die anschließend exakt vor der beladenen Holz- bzw. am Lagerausgang vor der Kunststoffpalette positioniert wird. Dann startet der eigentliche Wechselprozess: Die beiden seitlichen Metallplatten der Transfermaschinen nehmen die Waren fest in ihre Mitte, ohne diese zu beschädigen. Eine unten an der Station horizontal angebrachte Metallplatte fährt währenddessen auf die Kunststoffpalette. Die Transfermaschine setzt sich mit den in der Mitte befindlichen Artikeln in Bewegung, so dass die Waren über die Metallplatte auf die Kunststoffpalette transportiert werden – die Holzpalette bleibt dabei an Ort und Stelle. Die untere Metallplatte wird anschließend wieder unter der Ware herausgefahren. Danach lösen sich die seitlichen Platten, so dass die jetzt auf der Kunststoffpalette befindlichen Produkte weiter über das Verteilsystem zur Verarbeitung transportiert werden können. Zur Aufbewahrung der leeren Holz- und Kunststoffpaletten werden in der Produktion Pufferzonen eingeplant, die ebenfalls an die Förderstrecke angebunden sind. Die Egemin-Software E`wms sorgt für eine zuverlässige Verwaltung des Systems: Sie koordiniert den Transport der leeren Kunststoffpaletten zu den Transferstationen, befiehlt den Abtransport der leeren Holzpaletten nach einem Palettenwechsel und organisiert den Transport der leeren Kunststoffpaletten vom Warenausgang zu den Pufferzonen.

„Vor jeder Installation steht zunächst die Analyse der Gegebenheiten vor Ort sowie der individuellen Bedürfnisse und Materialflussprozesse unserer Kunden. Gemeinsam suchen wir die beste Lösung“, erklärt Stephan Vennemann, Geschäftsführer der Egemin GmbH. „Dazu gehört auch eine umfassende Validierung der Anlagen, die das System auf die Funktionsfähigkeit hinsichtlich der jeweiligen Anforderungen sowie auf die Einhaltung aller Standards in der Pharma- und Lebensmittelindustrie hin prüft.“

Im Vergleich zum manuellen Umpacken spart die automatisierte Variante enorm viel Zeit. Darüber hinaus bedienen die bereits von Egemin installierten Palettenwechselsysteme bis zu vier verschiedene Palettengrößen: Europaletten mit den Abmessungen 800 x 1.200 mm, Industriepaletten mit den Maßen 1.000 x 1.200 mm, kleine und mittlere amerikanische Palettentypen sowie zwei verschiedene Arten von Kunststoffpaletten. Abhängig von der Konzept- und Materialflusstechnik sind weitere Palettenmaße und -typen realisierbar. Das System wird je nach Bedarf durch verschiedene automatisierte Anlagen ergänzt. Zusätzliche Services, wie beispielsweise das automatische Labeln zum Tracking und Tracing oder ein Scanner zur automatischen Qualitätskontrolle vor und nach der Verarbeitung der Produkte, sind möglich. Stephan Vennemann resümiert: „Das Palettenwechselsystem ist ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung der strengen Regeln für die Food- und Pharmaindustrie und der Integration in den automatisierten Materialfluss.“