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Zuletzt geändert: 03. September 2026

Pistor erweitert Kleincollilager um doppelte Leistung und Kapazität

Das bestehende Kleincollilager der Firma Pistor, das im Januar 2002 in Betrieb genommen wurde, wurde um die doppelte Kapazität und Leistung erweitert. Der Ausbau erfolgte im laufenden Betrieb und in kürzester Zeit

Vom Projektstartworkshop bis zur Inbetriebnahme der erweiterten Anlagenteile standen dem Projektteam von Salomon Automation rund sechs Monate zur Verfügung. Minutiöse Planung des Projektablaufes und professionelle Koordination der Realisierungspartner und Zulieferer waren maßgebliche Faktoren für die termingerechte Inbetriebnahme dieses Logistikprojektes. - Weitere Ausbauschritte, wie die Errichtung und Einbindung eines TKLs, sind in Planung.

Schwierige Projektrahmenbedingungen mit Bravour gelöst
Das Salomon-Projektteams musste grundlegende Anforderungen und die nicht einfache bauliche Situation im Lösungskonzept berücksichtigen. So war der einzig mögliche Zugang in das Kleincollilager nur über das Dach möglich und das gesamte zu verbauende Material musste mit Hilfe eines Kranes ins Lager gehoben werden. Die Platzverhältnisse im Lager selbst ließen weder Spielraum noch Platz für das Zwischenlagern von später benötigten Bauteilen zu, daher wurde immer nur die zwingend notwendige Menge des zu verbauenden Materials ins Lager eingebracht. Das Kleincollilager wurde „von hinten nach vorne“ komplett inklusive Lüftung, Sprinkler, Beleuchtung und Strom aufgebaut. Um den straffen Zeitplan einzuhalten, musste das Projektmanagement dafür sorgen, dass immer zur richtigen Zeit, das richtige Material für die jeweiligen Baufortschritte in ausreichende Menge vor Ort vorrätig war.

Weitere Anforderungen an das Projekt waren, dass das neue Kleincollilager die erste Ausbaustufe wiederspiegelt, dass der Warenausgangspuffer unter zeitlichen Aspekten so um- und ausgebaut werden muss, dass während der regulären Arbeitszeiten Ein- und Auslagerungen ohne Störung durchgeführt werden können. Und natürlich muss das neue KCL termingerecht und unter Einhaltung der Budgetvorgaben seinen Betrieb aufnehmen. Auch das Tagesgeschäft von Pistor darf nur marginal beeinträchtigt werden.

Um die Kundenanforderung vollumfänglich zu erfüllen, wurde seitens der Salomon-Teams (Basisautomation und Leitsysteme) während der Inbetriebnahme in einem 24-Stunden-Rhythmus gearbeitet. Tagsüber wurden Detailanpassungen durchgeführt, gemeinsam mit dem Fachpersonal des Kunden die Anlage betreut und Schulungen abgehalten. Nachts wurden dann die Software-Pakete eingespielt und ausgetestet. Somit konnte der reibungslose Ablauf des Tagesgeschäftes bei Pistor sichergestellt werden. So wurden während der Ausbau- und Inbetriebnahmephase bis zu 400 Tonnen an Ware (Tagesspitzenwert) ausgeliefert.

Leistungssteigerung durch neue Prozesse
Im neuen KCL wurden zusätzlich 3.400 Tablarlagerplätze geschaffen, die mit Hilfe eines Tablar-Regalbediengerätes (TGW-Stratus) bewirtschaftet werden. Um die Nachschub- und Wareneingangsleistung zu erhöhen, wurde in die bereits bestehende mittlere Gasse des KCL’s, im sogenannten zentralen Tablarlager, ein zusätzliches Regalbediengerät eingebracht. Damit Nachschübe an die Kommissionierfronten mit hoher Transportdynamik und anlagenoptimiert verarbeitet werden können, hat man die automatischen Nachschublager, die jeweils seitlich an das zentrale Tablarlager grenzen, über Fördertechnik mit dem zentralen Tablarlager verbunden. Insgesamt bestehen vier solcher Verbindungen.

Die neue Rüstfront wurde im Spiegelbild zur bestehenden Rüstfront gebaut. Zwei Gerüstschachtheber bringen kommissionierte Ware über zwei Stockwerke in den Bereich des Warenausgangspuffers. Damit konnten sieben zusätzliche Commissioner aufgebaut und 254 neue statische und dynamische Rüstplätze geschaffen werden.

Weitere Effizienzsteigerungen konnten bei der Einlagerung von KCL-Artikel durch die Einführung neuer Prozesse erzielt werden. So wurde der gesamte Leertablartransport vom Volltablartransport abgekoppelt und um sicher zu stellen, dass beim Wareneingang immer genügend Leertablare zur Verfügung stehen, wird einer der neuen Commissionier als Leertablarpuffer verwendet. Aufgrund der Tabalarhöhe entsteht so der Vorteil, dass im Leertablar-Commissioner die Tablare enger gelagert und das Lagervolumen optimal ausgenützt werden kann.

Umbau Warenausgangspuffer – zweistufige Kommissionierung
Der Warenausgangspuffer wurde aufgrund notwendiger Leistungssteigerungen im Hauptlager (Palettenlager) und natürlich auch im Zusammenhang mit dem Ausbau des Kleincollilagers umgebaut. Es wurde eine weitere Regalgasse hinzugefügt, die von zwei zusätzlichen Hochleistungs-Regalbediengeräten (Mustang’s) bewirtschaftet wird. Die Einlagerung der zu puffernden Ware erfolgt über Einlagerförderstrecken, die im oberen Bereich der Regale eingebaut wurde. Damit können am Warenausgangspuffer zusätzlich 1600 Gebinde gepuffert werden.

Anstelle der bisherigen 31 Auslagerbahnen wurde im unteren Bereich des Puffers für jedes Regal Fördertechnik für das automatische Auslagern von Ware aufgebaut. Die Auslagerförderstrecken führen in den Bereich der Verladerampen. Auf diese Weise wurde sichergestellt, dass die Wege zu den bereits kommissionierten Rollcontainer möglichst kurz gehalten werden. Die leeren Gebinde, die bei den Auslagerstrecken des Warenausgangspuffers durch das Verdichten der kommissionierten KCL-Waren entstehen, werden auf Fördertechnik unterhalb der Auslagerbahnen aufgegeben und gelangen wiederum automatisch in den Kommissionierbereich des Kleincollilagers.

Durch diese neue Art der zweistufigen Kommissionierung konnte im Hauptlager (Palettenlager) eine Leistungssteigerung von bis zu 20 Prozent erwirkt werden. Zur Verwaltung, Optimierung und Kontrolle des Materialflusses werden im gesamten Lagerbereich sowie zur Steuerung der Logistikprozesse WAMAS® Softwaresysteme von Salomon Automation eingesetzt. Im gesamten Lagerbereich konnte durch den Zubau und durch Prozessanpassungen eine Leistungssteigerung von 5 Prozent erreicht werden.

Optimierung des Warenflusses durch WAMAS®
Das Warenflusskonzept optimiert die Warenströme und die damit verbundene Ablauforganisation. Die Anforderungen wie minimaler Kommissionierweg und minimale Durchlaufzeiten der Aufträge werden vollumfänglich erfüllt.
Ware, die in das automatische Kleincollilager eingelagert wird, wird über mobile Wareneingangsterminals erfasst und etikettiert. Paletten werden über einen Vertikalförderer direkt den Umpackarbeitsplätzen im Tageslichtbereich im Dachgeschoss des Collilagers bereitgestellt. Hier werden die Artikel datentechnisch erfasst (Menge, Gewicht, Ablaufdatum, etc) und auf Tablare, die automatisch am Umpackplatz bereitgestellt werden, umgepackt und automatisch eingelagert.

Pick-by-light-System zur sicheren Führung durch den Kommissioniervorgang
Das automatische Lager- und Kommissioniersystem für Collis basiert auf einer auftragsbezogenen Kommissionierung in Behälter. Der Kommissionierablauf zeichnet sich vor allem durch die wechselnden Rüstfronten aus. Kundenaufträge werden zum einen aus dem dynamischen Lagerbereich und zum anderen aus dem statischen Bereich kommissioniert. 110 Umlagerungen pro Stunde können erreicht werden. Der Kommissionierer wird durch ein „Pick-by-light“ System sicher durch den Kommissioniervorgang geführt.
Die kommissionierten Behälter werden dem automatischen Bereitstellpuffer zugeführt, vom Hauptkommissionierer ereignisgesteuert abgerufen und automatisch den Bereitstellbahnen zugewiesen.

Highlights, die dieses innovative Logistiksystem besonders auszeichnen:

  • Sowohl der erste Ausbau als auch der Zubau wurden im laufenden Betrieb realisiert.
  • Für rund 3500 Artikel werden nur 502 Kommissionierplätze benötigt.
  • Hochflexibler Aufbau der Kommissionierfront; nach jedem Kommissionierdurchgang (15 m Länge) ist die neue Front bereits wieder aufgebaut.
  • Ergonomische Arbeitsplätze beim Wareneingang und an der Kommissionierfront (mit Tageslicht).
  • Einfache und sichere Kommissionierung durch „Pick-by-Light“.
  • Inbetriebnahme und Nutzungsbeginn in nur sechs Monaten.
  • Die geforderte Rüstleistung von 450 Collis pro Stunde und Arbeitsplatz wurde an allen 4 Arbeitsplätzen erreicht. Der Spitzenwert beträgt 700 Collis/Stunde. Die Verfügbarkeit der Gesamtanlage von über 97 % wurde erreicht.


Realisierungspartner:


Das Unternehmen Pistor

 

Pistor
Bäcker-Konditor-Gastro-Service
Hasenmoosstrasse 31
CH-6023 Rothenburg

Die Pistor ist in der Schweiz das führende Handelsunternehmen der Bäcker-Konditoren-Branche und ein bedeutender Großhändler im Gastronomiebereich. Die Firmengruppe erarbeitete 2001 mit rund 500 Mitarbeitern einen Umsatz von über 533 Mio CHF. Im Eigenlager in Rothenburg wurden 2001 insgesamt rund 65.700 t Waren umgeschlagen, wovon 4.000 t auf Tiefkühl- und 13.800 t auf Frischprodukte entfielen. Als erster Lebensmittelgrossist in der Schweiz ist Pistor seit März 1997 nach ISO 9002 zertifiziert.

Die Firmengeschichte
Bäcker mit Weitsicht gründeten 1916 Pistor, um von den Vorteilen eines gemeinsamen, konzentrierten Einkaufs zu profitieren. 1968 wurde das Verteillager Cheseaux eröffnet, von welchem aus Westschweizer Kunden beliefert werden. 1983 erfolgte die Sitzverlegung von Luzern nach Rothenburg, wo das neuerstellte Büro- und Lagergebäude bezogen werden konnte.
Bereits 1989 folgte der erste Ausbau der Lagerkapazitäten und 1994 die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes. Mit dem Bau des modernen Frisch- und Tiefkühllagers im Jahre 1996 konnte das Sortiment weiter ausgebaut werden.
Die erfreuliche Umsatzentwicklung in den letzten Jahren führte zu einem wachsenden Engpass in der gesamten Logistikkette, was einen weiteren Sortimentsausbau behinderte. Mit der Inbetriebnahme und den Ausbau des Kleincollilagers kann nun den wachsenden Kundenbedürfnissen Rechnung getragen werden.