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Zuletzt geändert: 03. September 2026

Generalunternehmer als Lifecycle-Service-Spezialist: Einer für alles

Wartung, Instandhaltung und regelmäßige Überprüfung der Sicherheit automatisierter Lager- und Fördertechnik gehören zur Pflicht eines jeden Anlagenbetreibers. Stillstandzeiten durch Anlagenmängel können nämlich nicht nur den Betrieb eines Unternehmens lahmlege – im schlimmsten Fall werden auch die eigenen Mitarbeiter gefährdet, wenn die Systeme und Anlagen nicht ordnungsgemäß funktionieren.

Zudem hängen Wirtschaftlichkeit und Flexibilität in Produktion sowie Distribution heute maßgeblich von einer wertorientierten Instandhaltungsleistung ab. Anlageausfälle sind mit hohen Kosten verbunden. Die Werterhaltung bezieht sich dabei sowohl auf die logistischen Prozesse als auch auf die einzelnen Komponenten und gelingt nur durch kontinuierliches Instandhaltungsmanagement. Dass die Bedeutung eines guten Lifecycle-Services in Zukunft auch wegen der stetig zunehmenden Internationalisierung weiter steigen wird, bestätigen die Studien der Impuls Consulting Group, München. Ein Grund mehr, von Beginn an auf ein nachhaltiges Lifecycle-Management für die eigenen Materialflusssysteme zu setzen. Bleibt die Frage: Vertrauen auf den Hersteller, Fremdvergabe an einen Dienstleister oder Inanspruchnahme der Serviceleistungen eines herstellerunabhängigen Integrators und Generalunternehmers? Warum es viele gute Gründe gibt, einen Generalunternehmer mit dem Lifecycle-Service von Anlagen zu beauftragen und welche das sind, weiß Marc Freerks, Servicemanager bei Egemin Automation.

Ein Steuerungselement ist defekt, das Regalbediengerät bremst unvermittelt ab, ein wichtiges Ersatzteil ist nicht verfügbar: Schon minimale Störungen in der Logistik können Auswirkungen auf den gesamten Unternehmensbetrieb haben. Doch wie wichtig ein effektiver Anlagenservice ist und dass dessen Bedeutung weiter steigen wird, um langfristig erfolgreich zu sein, wissen nur die wenigsten. Oftmals fehlen darüber hinaus das eigene Know-how hinsichtlich gesetzlicher Service-Grundlagen und die notwendige Manpower im Unternehmen. Oder aber Hersteller und Lieferanten automatisierter Anlagen klären nicht genügend über Service- und Instandhaltungsmaßnahmen auf. „Herstellerunabhängige Integratoren können als Servicedienstleister in dem Fall leicht die Rolle des professionellen Beraters übernehmen. Denn sie verfügen über ein Rundum-Know-how – von der Herstellung der Lager- und Fördertechniken inklusive deren Steuerungs- und Software-Elemente bis hin zur Wartung, zur Reparatur oder zum Retrofit einzelner Anlagenteile, unabhängig von deren Hersteller. Entsprechend sind sie auch in der Lage, aktuelle verpflichtende Grundlagen zu allen Systemen zu erläutern.“ Neben den allgemeinen Betriebs- und Herstellervorschriften ist beispielsweise die Regalprüfung mittlerweile ein Muss. Aber auch die Sicherheitsausbildung der Mitarbeiter – diese umfasst Gesundheitschecks oder Höhentrainings – sind essentiell und gehören ebenso zu einem guten Servicepaket wie die Beschaffung von Ersatzteilen oder ähnlichem.

Das große Ganze im Blick

»Herstellerunabhängige Integratoren haben hinsichtlich der Servicequalität einen klaren Vorteil gegenüber reinen Herstellern: Ein Ansprechpartner mit dem dazugehörigen Fachwissen zu unterschiedlichstem Equipment ermöglicht zum einen eine umfassende Prozessoptimierung an der vorhandenen Installation. Zum anderen ist ein Generalunternehmer auch in der Lage, die Kombination mehrerer Systemkomponenten zu realisieren, das heißt beispielsweise Verpackungsmaschinen, Fördertechnik und Stapler in die Betreuung mit aufzunehmen«, weiß Marc Freerks. Vorteilhaft sind in dem Zusammenhang auch die oft bestehenden Partnerschaften von Generalunternehmern mit Lieferanten. Daraus resultiert nicht nur ein breites Wissen über das gesamte Spektrum automatisierter Lager- und Fördertechniken seitens der Servicemitarbeiter sondern birgt auch in den meisten Fällen Einsparungspotenzial durch die Reduzierung der eingebundenen Gewerke. »Wir bei Egemin handhaben es außerdem so, dass wir für unsere Servicekunden nicht nur ein Ansprechpartner für alle integrierten Anlagen sind: Wir übernehmen auch die bestehenden Kontrakte der Lieferanten und koordinieren im Rahmen des Asset Managements, wenn gewünscht, auch alle Dienstleistungen, die nicht direkt die Anlagen betreffen, wie etwa die Kälte- oder Verladetechnik sowie Mitarbeiterschulungen.« Das Unternehmen erhält so die Möglichkeit, sich voll auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren und alle logistischen Randbereiche komplett auszulagern. Hohe Schulungskosten bei externen Anbietern entfallen. Egemin beispielsweise arbeitet außerdem mit Full-Service-Verträgen. Das heißt, dass im Zuge dessen das Asset Management, die Wartung und die Instandhaltung der gesamten technischen Installation sichergestellt werden. Kunden können sich so voll und ganz auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Dadurch entfallen zum einen die Kosten für das Fachpersonal und zum anderen auch die des Managements des technischen Personals sowie der Wartungsdurchführung.

Prozessoptimierungen inklusive

Als außenstehender Betrachter ist es für einen Generalunternehmer zudem ein Leichtes, bei Fremdanlagen schnell Optimierungspotenziale zu erkennen. »Schon bei der ersten Analyse, bei der festgestellt wird, wo Optimierungsansätze zu erwarten sind, lassen sich erste Empfehlungen hinsichtlich ganzheitlicher Prozessoptimierungen vornehmen«, weiß Marc Freerks. »Ein Generalunternehmer kennt die verschiedenen Automatisierungskomponenten, weiß über deren perfektes Zusammenspiel Bescheid und kann neben eventuellen Anpassungsarbeiten auch gleich den Materialfluss optimieren.« Neben einer ausführlichen Analyse und der Detailuntersuchung folgt nach der ersten Inspektion deshalb immer ein durchgängiges Wartungskonzept und gegebenenfalls Vorschläge zur ganzheitlichen Prozessoptimierung. Aufgrund der Vorerfahrung ist ein Generalunternehmer wie Egemin auch in der Lage, branchenspezifische Risiken abzuschätzen. Jedes Unternehmen verfügt über andere Voraussetzungen. »Wir starten immer mit einem gewissen Erfahrungswert und sehen das System als ganzheitliche Einheit. So wissen wir beispielsweise, dass in einer Käserei die Böden immer feucht oder dass in einer Pharmaproduktion die Anlagen sehr rein sind. Beides hat zum einen Auswirkungen auf das zeitliche Intervall regelmäßiger präventiver Wartungen und zum anderen auch auf die Kriterien der Prozessoptimierung selbst. Die individuellen Anforderungen der jeweiligen Branchen, beispielsweise hinsichtlich der Hygiene, sind dafür ausschlaggebend«, so Marc Freerks weiter. »Hier besteht ein klarer Vorteil gegenüber einem klassischen Serviceprovider, da wir über ein breites Branchenwissen verfügen.« Ein herstellerunabhängiger Serviceexperte ist dabei in der Lage, die benötigten Ersatz- und Verschleißteile durch alternative Lieferanten in mindestens derselben Qualität wie der Originalhersteller zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich ergeben sich dabei entscheidende Kostenvorteile: Die Nutzung alternativer Ersatzteile, die Ersatzteilhaltung und die Ersatzteilbeschaffung werden komplett übernommen. Dabei können sich Einsparpotenziale von bis zu 30 Prozent ergeben.

Entscheidend: die Erreichbarkeit

International operierende Service-Unternehmen bieten ihren Kunden den oftmals entscheidenden Vorteil der optimalen Erreichbarkeit. Nicht nur über eine 24/7-Hotline sondern auch in Bezug auf die räumliche Nähe haben Unternehmen mit Standorten in mehreren Ländern Vorzüge: Wird kurzfristig ein Ersatzteil benötigt oder kommt es zu unerwarteten Anlagenausfällen, ist schnell ein Fachmann zur Stelle. Zudem bietet ein internationales Netzwerk die Möglichkeit zum regelmäßigen internen Know-how-Transfer, wovon letztendlich die Kunden profitieren. Servicemanager Marc Freerks bestätigt das: »Wir sind so in der Lage, einen allumfassenden Lifecycle-Service zu bieten. Durch den Austausch innerhalb unserer Unternehmens-Gruppe entstehen oft auch Innovationen. Aktuell testen wir beispielsweise ein Gerät zur Brandherdfrüherkennung im Lager.« Die Messungen sollen mittels Wärmebildkamera erfolgen, die eine mögliche erhöhte Wärmeentwicklung an Kabeln oder ähnlichem frühzeitig aufdeckt. Außerdem ist eine Methode der mobilen Datenerfassung zur Wartungsunterstützung derzeit in der Rollout-Phase. Dabei werden zukünftig alle Daten auf einer Webapplikation bereitgestellt, die sofort einen Überblick über die gesamte Anlage gibt. Fehler lassen sich dabei ebenso schnell erkennen, wie der historische Verlauf aller Serviceereignisse. »Auch das ist ein entscheidender Vorteil eines Generalunternehmers: Neuentwicklungen entstehen durch den ganzheitlichen Blick auf Materialflusssysteme und den internationalen Austausch innerhalb einer Unternehmensgruppe«, resümiert Freerks.