Mikrolager haben sich als effiziente Logistiklösung für Unternehmen durchgesetzt, die Bestellungen in städtischen Gebieten schnell ausliefern müssen.
Die Zunahme des E-Commerce und die Nachfrage nach kürzeren Lieferzeiten haben die Expansion dieser kompakten Räume, auch bekannt als Mikroverteilzentren, vorangetrieben. Durch die Nähe zum Endverbraucher werden die Abläufe auf der letzten Meile vereinfacht und Unternehmen können sich auf einem Markt behaupten, auf dem Reaktionsfähigkeit den Ausschlag gibt.
Ein Mikrolager ist eine kleine Logistikanlage in städtischen oder stadtnahen Gebieten, die für die Lagerung einer begrenzten Menge an Waren und die schnelle Kommissionierung vorgesehen ist. Es wird auch als Mikroverteilzentrum oder Mikrohub bezeichnet. Diese Lager befinden sich in städtischen Gebieten, um in der Nähe der Verbraucher zu sein, und haben aufgrund des begrenzten Platzangebots ein kompaktes Design. Aufgrund ihrer geringeren Kapazität müssen sie häufiger nachgefüllt werden, um die Verfügbarkeit des Bestands zu gewährleisten.
Mikrolager werden in der Regel in umgebauten Geschäftsräumen, Erdgeschossen von Gebäuden oder Parkhäusern eingerichtet. Im Gegensatz zu einem Großlager geht es hier nicht darum, große Warenmengen zu lagern, sondern die Verfügbarkeit der Produkte zu erhöhen und die Kommissionierung in Gebieten mit hoher Nachfrage zu beschleunigen.
Eva Ponce, Wissenschaftlerin und Direktorin des Omnichannel Supply Chain Lab am MIT CTL, erklärt, dass einige Unternehmen zur Bewältigung der Herausforderungen der Bestandsverteilung in einer Omnichannel-Umgebung auf Micro-Fulfillment-Lager zurückgreifen. Dabei handelt es sich um kleinere, automatische Anlagen, die sich in der Regel innerhalb der Geschäfte befinden. Diese Lager bringen die Bestände näher an die Kunden heran und ermöglichen Lieferungen am selben Tag oder sogar innerhalb von zwei Stunden.
Mikrolager bieten Unternehmen aus dem Einzelhandel, der Lebensmittelbranche und anderen Branchen mit intensiver Onlineaktivität zahlreiche Vorteile – insbesondere im Bereich Q-Commerce.
Zwar bieten Mikrolager eine hohe Geschwindigkeit, doch bringen sie auch Herausforderungen mit sich, die vor ihrer Einführung bewertet werden müssen:
Mikrolager eignen sich für Geschäftsmodelle, die Schnelligkeit, Kundennähe und eine agile Bestandsverwaltung erfordern. Dank ihrer strategisch günstigen Lage in städtischen Gebieten und ihrer kompakten Bauweise können sie die Lieferzeiten verkürzen, die Produktverfügbarkeit verbessern und flexibel auf Nachfragespitzen reagieren.
Zusammengefasst bedeutet dass, wenn Kunden Schnelligkeit verlangen und aufgrund des Auftragsvolumens eine Infrastruktur in der Nähe erforderlich ist, bietet ein Mikroverteilzentrum eine bewährte Alternative zur Verbesserung von Zeiten und Effizienz.
Das Design eines Mikrolagers soll jeden Quadratmeter optimal ausnutzen und eine schnelle Kommissionierung ermöglichen. Die interne Organisation passt sich der geringen verfügbaren Fläche und der Notwendigkeit der Arbeit mit sehr kurzen Wegen an.
Einige Microhubs kombinieren manuelle Regale mit automatischen Lösungen, um die Produktivität auf kleinem Raum zu steigern.
Die zentrale Bedeutung eines Netzwerks von Mikrolagern liegt in einer zentralisierten Bestandsverwaltung in Echtzeit. Damit das Modell ordnungsgemäß funktioniert, müssen alle Anlagen unter einer umfassenden Bestandskontrolle betrieben werden, sodass jedes Mikroverteilzentrum genau weiß, welche Artikel in welchen Mengen verfügbar sind. Dank dieser Transparenz kann jeder Auftrag der am besten geeigneten Versandstelle zugewiesen werden.
Auch die Wiederauffüllung der Vorräte ist von entscheidender Bedeutung. Da es sich um begrenzte Flächen handelt, muss die Wiederauffüllung häufig erfolgen und an den tatsächlichen Bedarf angepasst sein. Die Digitalisierung des Informationsaustauschs zwischen dem Hauptlager und den Microhubs verhindert sowohl Überlastung als auch Lieferengpässe.
Die Antwort auf diese Anforderungen ist ein Lagerverwaltungssystem (LVS), das die Abläufe koordinieren, Informationen vereinheitlichen und die Rückverfolgbarkeit im gesamten Logistiknetzwerk gewährleisten kann. Easy WMS integriert diese Funktionen und sorgt dafür, dass jedes Zentrum präzise und rationell innerhalb des Gesamtkomplexes arbeiten kann.
Die intelligente Priorisierung von Aufträgen ist ein weiteres wichtiges Element. In Netzwerken mit mehreren Mikrolagern innerhalb desselben Stadtgebiets lassen sich durch die Auswahl des dem Kunden am nächsten gelegenen Zentrums Lieferzeiten und -kosten reduzieren. Dazu muss die Kommunikation zwischen allen Einrichtungen reibungslos und auf der Grundlage aktueller Daten erfolgen.
Mit einem Distributed Order Management (DOM) kann ein Netzwerk von Lagern koordiniert werden. Dabei wird der optimale Kommissionierungsort anhand des verfügbaren Bestands, der Nähe zum Kunden, der Betriebskapazität und der vom Kunden selbst festgelegten Priorisierungsregeln ausgewählt. Diese Funktionen sind für die Optimierung von Kosten und Lieferzeiten in Omnichannel-Strategien unerlässlich. In diesem Bereich verfügt Mecalux über Easy DOM. Diese Lösung wendet diese Kriterien an, um die einzelnen Aufträge dem am besten geeigneten Zentrum innerhalb des Logistiknetzwerks zuzuweisen.
Mikrolager stärken die städtische Logistik und ermöglichen eine schnelle Auslieferung von Aufträgen in Großstädten. Dank ihrer Nähe zum Kunden und ihrer Fähigkeit, die Effizienz auf der letzten Meile zu verbessern, sind sie für viele Unternehmen eine strategische Lösung – insbesondere für E-Commerce-Unternehmen. Für eine effiziente Verwaltung sind Systeme entscheidend, die Transparenz im Lagerbestand, Koordination zwischen den Standorten und Anpassungsfähigkeit an Wachstum bieten.