Die Grimme Gruppe, international tätiger Hersteller moderner Landmaschinen für die Kartoffel-, Rüben- und Gemüsetechnik, setzt in der Produktionslogistik auf das Lagerführungssystem EPG ONE LFS der EPG (Ehrhardt Partner Group).
Am Hauptstandort im niedersächsischen Damme bildet Grimme damit die Produktionsversorgung, Kommissionierung und Feinkommissionierung in einer durchgängigen Logistikstruktur ab. Ziel ist es, die Materialbereitstellung für eine variantenreiche Fertigung zuverlässiger zu steuern und die Produktion stärker von logistischen Tätigkeiten zu entlasten.
Landmaschinen entstehen nicht in festen, immer gleichen Abläufen. Bei Grimme laufen mehrere Produktionslinien parallel, während unterschiedliche Maschinentypen in verschiedenen Ausprägungen gefertigt werden. Jeder Fertigungsauftrag bringt eigene Anforderungen an Material, Reihenfolge und Zeitpunkt der Bereitstellung mit sich. Kleinteile müssen ebenso zuverlässig verfügbar sein wie großformatige Baugruppen. Für die Produktionslogistik bedeutet das: Sie muss flexibel genug bleiben, um diese Vielfalt abzubilden, und zugleich so geführt werden, dass Materialflüsse nachvollziehbar und planbar bleiben.
»Wir haben eine sehr hohe Variantenvielfalt mit völlig unterschiedlichen Bauteilen. Von Kleinteilen bis zu großen Baugruppen muss alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Gleichzeitig laufen viele Linien parallel, die jeweils unterschiedlich bestückt werden müssen. Eine klassische Standardisierung wäre hier aus einem produktionslogistischen Blickwinkel nicht sinnvoll«, sagt Alexander Lorenz, Teamleiter Logistik bei Grimme.
Mit wachsendem Produktionsvolumen wurde für Grimme deutlich, dass die steigende Komplexität der Produktionsversorgung nicht dauerhaft über manuelle Abstimmung, Erfahrung und operative Koordination aufgefangen werden kann. Je stärker sich Produkte, Stücklisten und Bereitstellprozesse unterscheiden, desto höher wird der organisatorische Aufwand zwischen Lager, Logistik und Fertigung. Gefragt war deshalb eine Lösung, die operative Abläufe systemseitig abbildet, ohne die notwendige Flexibilität im Produktionsalltag einzuschränken. Im Mittelpunkt stand dabei nicht die starre Vereinheitlichung der Arbeitsplätze, sondern die gezielte Strukturierung der logistischen Prozesse. Die Produktionsversorgung sollte als klar geführter Ablauf etabliert werden, der Änderungen systemseitig nachvollziehbar macht und die Komplexität nicht weiter auf die Mitarbeitenden verlagert.
Mit EPG ONE LFS entschied sich Grimme für ein Lagerführungssystem, das Produktionsversorgung, Kommissionierung und Feinkommissionierung innerhalb einer skalierbaren Systemarchitektur zusammenführt. LFS bildet die logistischen Prozesse konsistent ab, reduziert Medienbrüche und schafft eine verlässliche Grundlage für die Versorgung der Produktionslinien. Gleichzeitig lassen sich spezifische Anforderungen innerhalb der bestehenden Struktur konfigurieren und reproduzierbar steuern.
»Zu Beginn des Projekts war für uns wichtig, keine Lösung einzuführen, die nur über umfangreiche Eigenentwicklungen an unsere Abläufe angepasst werden kann. Gesucht wurde vielmehr ein System, das sich bereits in der Produktions- und Ersatzteillogistik bewährt hatte und gleichzeitig genügend Flexibilität mitbringt, um sich über Parametrierungen an unterschiedliche Prozessanforderungen anpassen zu lassen«, erläutert Lorenz weiter.
Durch die Einführung von LFS wurde die Produktionsversorgung bei Grimme als integraler Bestandteil der Logistikprozesse definiert. Kommissionierung und Feinkommissionierung lassen sich sauber voneinander trennen und gezielt steuern. Materialien werden systemgeführt bereitgestellt, Bereitstellungen an den Linien transparenter organisiert und logistische Tätigkeiten stärker aus der Produktion herausgelöst. Damit entsteht eine belastbare Struktur, die auch neue Hallen, zusätzliche Linien oder veränderte Produktionsanforderungen aufnehmen kann, ohne die Grundlogik neu aufzusetzen.
Die Implementierung erfolgte während des laufenden Betriebs. Produktion und Logistik mussten unter Schichtbedingungen uneingeschränkt weiterlaufen, während die neuen Prozesse definiert, getestet und in die operative Nutzung überführt wurden. Neben dem internen Projektteam von Grimme war die EPG eng eingebunden und begleitete die Einführung von der Prozessaufnahme bis zur Umsetzung im Tagesgeschäft. »Projekte dieser Art funktionieren nur, wenn Prozesse, Systeme und Menschen gemeinsam entwickelt werden. Bei Grimme haben wir die Produktionslogistik Schritt für Schritt in den laufenden Betrieb integriert und eng mit den Fachbereichen zusammengearbeitet«, sagt Tim Grundel, Logistics Consultant bei der EPG.
Heute ist die Produktionsversorgung bei Grimme weitgehend in LFS abgebildet und wird schrittweise auf weitere Produktionsbereiche ausgeweitet. Das System verbindet Lager, Kommissionierung, Feinkommissionierung und Bereitstellung an die Produktionslinien zu einem durchgängigen Prozess. Die Logistik übernimmt damit eine klarere Rolle als verbindendes Element zwischen Lager und Fertigung.
Die strukturierte Produktionsversorgung wirkt sich unmittelbar auf die Stabilität im Produktionsumfeld aus. Abstimmungsaufwände zwischen Logistik und Fertigung lassen sich reduzieren, Materialien stehen verlässlicher zur Verfügung und Änderungen können systemseitig nachvollzogen werden. Für Grimme entsteht damit eine belastbare Grundlage, um weiteres Wachstum kontrolliert abzubilden.
Auch mit Blick auf die kommenden Entwicklungsschritte ist die Systemstruktur auf Skalierbarkeit ausgelegt. Neue Produktionslinien, zusätzliche Logistikflächen und der Ausbau des Ersatzteilwesens können innerhalb derselben logistischen Grundlogik integriert werden. LFS bildet damit die Basis, um steigende Volumina und zusätzliche Komplexität schrittweise in stabile Produktionslogistikprozesse zu überführen.