ProStore® plus 3D-LiDAR-Ortung beim Feinkostunternehmen Rila in Stemwede.
Bei der Rila Feinkost-Importe GmbH & Co. KG. werden täglich 400 bis 600 Sendungen an nationale und internationale Kund*innen auf den Weg gebracht. Seine Lieferzuverlässigkeit garantiert der Feinkostspezialist unter anderem durch einen ausgeklügelten Mix aus manuellen und automatisierten Lagertechnologien – gesteuert, optimiert und überwacht durch das WMS ProStore® von TEAM.
Das Warehouse Management System ist bei Rila in Stemwede-Levern, in der Nähe von Osnabrück, seit vielen Jahren im Einsatz. Es ist auf die speziellen Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten und wird anforderungsgerecht immer wieder erweitert. Doch die Ostwestfalen schätzen auch Innovationen, die das Unternehmen logistisch voranbringen. Dazu zählt zum Beispiel die Anbindung eines 3D-LiDAR-Ortungssystems mit dem eine Staplerortung in Echtzeit möglich ist und Fehler deutlich reduziert werden können.
Köstlichkeiten aus aller Welt: Dafür steht Rila Feinkost-Importe. Das Unternehmen, das sich selbst »die Genussentdecker« nennt, blickt auf eine fast 60-jährige Tradition zurück. Ursula und Helmut Richter waren es, die im Jahr 1969 den Grundstein für den heute noch in Familienhand liegenden Betrieb legten – aus Faszination für fremde Länder, neue Aromen und unbekannte Küchen.
Am Anfang stand das klassische Importgeschäft, insbesondere für Gastarbeiter*innen in Deutschland, denen Rila gute Ware mit dem Geschmack der Heimat bieten wollte. Dies waren vor allem mediterrane Lebensmittel wie Oliven, Pfefferschoten, Mischgemüse oder Schafskäse. Mittlerweile umfasst das Sortiment rund 1.000 Produkte aus Europa, Asien,
Amerika und Afrika, die sich auf fünfzehn eigene Marken sowie zwei Lizenzmarken verteilen. Ibero, Lien Ying, Maitre Marcel, Al Amier, Liakada oder auch Jürgen Langbein, Menzi und Lafer heißen haltbare Trockenprodukte und Konserven wie Gewürze, Soßen, Suppen und Fonds, die traditionellen Oliven oder auch Reis, Bulgur sowie Hülsenfrüchte, um nur einige wenige zu nennen. Geliefert werden diese an den Lebensmitteleinzelhandel. Aber auch Endverbraucher können über einen Online-Shop direkt bei Rila einkaufen. »Wer bei uns bis 12:00 Uhr eines Tages bestellt, erhält seine Ware garantiert innerhalb der zwei darauffolgenden Arbeitstage«, unterstreicht Klaus Fricke, Prokurist und Betriebsleiter bei Rila, »dazu nutzen wir ein durchdachtes Lagerkonzept und organisieren den Transport über externe Dienstleister.«
Das Logistikzentrum von Rila in Stemwede-Levern ist rund 14.000 Quadratmeter groß und umfasst im Kern drei Areale. Deren gesamter Materialfluss – vom Wareneingang über die Lagerung, Kommissionierung bis zum Versand – wird durch ProStore® von TEAM verwaltet.
Areal eins ist ein automatisiertes Paletten-Hochregallager (HRL) mit 7.000 Stellplätzen. Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) führen dem Lager Wareneingangspaletten vollautomatisch zu. Obwohl mit fünf Gassen gebaut, wird das HRL mit nur zwei Regalbediengeräten (RBG) betrieben. »Die RBG sind Kurvengänger«, erläutert Fricke, was bedeutet, dass sie von Gasse zu Gasse wechseln können und nicht jeweils an nur einen Gang gebunden sind. Areal zwei ist ein Paletten-Shuttle-System. Als Kompaktlager in Kanalbauweise errichtet, nimmt es 4.000 Paletten auf, davon 27 pro Kanal. Den Transport innerhalb des Systems erledigen »Under Pallet Carrier« (UPC) vollautomatisch. Der Ein- und Auslagerprozess in der Vorzone erfolgt manuell über Schubmaststapler.
Areal drei ist ein 3.000 Quadratmeter großes Kommissionierlager mit 1.800 Palettenplätzen, verteilt auf 900 Positionen mit Schwerkraftrollenbahnen. In diesem von Klaus Fricke als »Kernstück der Kommissionierung« bezeichneten Bereich arbeiten vier Mitarbeitende. Diese kommissionieren – angeleitet durch ein Pick-by-Voice-System – per Hand von Paletten auf
ein 1,5 Kilometer langes Förderband, das die Waren anschließend in einen Packbereich weiterleitet. Dort warten zwei Packstraßen, an denen 12 Beschäftigte die kommissionierten Artikel auf vorberechnete Warenausgangspaletten via Pick-to-Light verteilen.
Sind die Paletten fertig konfektioniert, werden sie von einem Mitarbeiter mit »Doppel- Ameise« (Doppelstock-Mitgängerflurförderzeug) aufgenommen und an den Startpunkt einer Fördertechnik in Richtung Stretcher und Adressetikettierer gebracht. Nach Folierung und Anbringen der Aufkleber erfolgt der manuelle Transfer zum Warenausgang. Von dort wird jeder Lkw platz- sowie routenoptimiert beladen, so dass im Durchschnitt 90 Kundenaufträge in einen Sattelzug passen.
Erstmals in Betrieb ging die Lagerlogistik von Rila in Stemwede-Levern im Jahr 2002, kurz nach Fertigstellung des damaligen Neubaus. »Seit diesem Jahr ist auch unsere Software ProStore® im Einsatz«, sagt Marius Marx, Sales Manager Logistics Solution bei TEAM, und freut sich über die seitdem bestehende, solide Geschäftsbeziehung. Diese passt zur beiderseitigen Firmenphilosophie. Marx: »Wir suchen keine Projekte. Wir suchen langfristige Partnerschaften. Auf diese Weise wachsen wir gemeinsam und können auf Basis eines tiefen gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens Innovationen auf den Weg bringen.«
Entsprechend war und ist die Zusammenarbeit zwischen Rila und TEAM – neben guter Chemie – von Stabilität und Dynamik gekennzeichnet. Bei Bedarf werden Prozesse modernisiert, erweitert oder ersetzt. So hat sich Rila auch offen für das Pilotprojekt »Staplerortung mit 3D-LiDAR-Technologie« gezeigt. Dank dieser ist eine Ortung in Echtzeit möglich. Die Sensoren liefern essenzielle Informationen zur Objekterkennung und Kollisionsvermeidung, indem sie durch hunderttausende Abstandmessungen pro Sekunde ein exaktes 3D-Bild der Fahrzeug- oder Prozessumgebung erzeugen. Somit ist eine umfangreiche Datenanalyse pro Fahrzeug möglich, durch die zum Beispiel das Vertauschen von Paletten vermieden werden kann. In diesem Fall sind die Palettenplätze an Koordinaten gebunden, die das Ortungstool ständig überprüft.
Nehmen Mitarbeitende nun eine Palette an einer Koordinate auf, die nicht mit der korrekten Palette verknüpft ist, gibt es eine Fehlermeldung. »Unser Ziel ist es, unsere Materialflüsse immer wieder auf den Prüfstand zu stellen, um letztlich die Frage zu beantworten: Sind wir noch auf der Höhe der Zeit oder versprechen Innovationen noch mehr Fortschrittlichkeit«, so Klaus Fricke.
Zitat Klaus Fricke, Prokurist und Betriebsleiter bei Rila »Sind Neuerungen mit einem Plus an Effizienz, Sicherheit oder Komfort verbunden, nehmen wir gerne an Pilotprojekten teil. Dabei hilft uns TEAM seit mehr als zwanzig Jahren, beim Warehouse Management die Nase vorn zu behalten. «
Weitere Infos zum 3D-Ortungssystem
Staplerortung in Echtzeit
TEAM hat bei Rila erstmals eine Innovation installiert: Das 3D-Ortungssystem von Systemrocket, implementiert durch die SLOC GmbH aus Österreich. Die Lösung dient der Staplerortung in Echtzeit und besteht aus einem 3D-LiDAR-Sensor, der an einen Industrie-PC gekoppelt ist. Rila setzt die Technologie im Packbereich seines Logistikzentrums ein. Das Gerät ist auf einer Doppel-Ameise per Industrie-Magnet befestigt und prüft, ob der jeweilig zuständige Mitarbeitende die fertig konfektionierten Paletten vom Doppelstock-Hubwagen einem Stretcher und anschließenden Adressetikettierer in richtiger Reihenfolge zuführt.
Hintergrund und Nutzen der Staplerortung
In der Vergangenheit haben Mitarbeitende von Rila die fertigen Paletten bisweilen in falscher Reihenfolge auf das Förderband gelegt. Die Konsequenz war, dass diese Paletten mit inkorrekten Daten belegt und entsprechend fehlerhaft weiterverarbeitet wurden. Das Ortungssystem verhindert diese Fehlbearbeitung zuverlässig, indem es das Flurförderzeug lokalisiert, die Aufnahme sowie Abgabe der Paletten überwacht und eine Meldung initiiert, wenn die Reihenfolge nicht stimmt. Die Technologie ist sehr effektiv, kostengünstig und benötigt weder Transponder, Lesegeräte noch Antennen: Bei Rila reicht ein einziges Gerät aus. »Wir erreichen mit der 3D-Staplerortung eine deutlich größere Prozesssicherheit zu einem Drittel der Kosten, wie sie für andere Ortungstechnologien anfallen«, äußert sich Klaus Fricke. Weitere Anwendungsmöglichkeiten der 3D-LiDAR-Sensortechnologie sind beispielsweise Wegeoptimierungen dank präziser 3D-Entfernungs- und Umgebungsmessungen oder die Ablösung konventioneller Handscanner.
Die Projektleistungen von TEAM
Eingesetzte Software – ProStore®-Komponenten
Automatischer Wareneingang mit integriertem Scanner Einlagerung und Umlagerung Qualitätssicherung Lagerverwaltung Materialflusssteuerung Beleglose Kommissionierung mit Pick-by-Voice Verpackung und Versand Inventur Bestandsführung Stammdatenverwaltung Informationssystem Chargenverfolgung GS1-128-Etikettierung Anbindung der bestehenden Technik und Systeme
Hostanbindung Anbindung automatischer Lagersteuerung mit MFS-Aufgaben (SPS-Steuerung von 2 RBG) Anbindung von 3 fahrerlosen Transportsystemen Pick-to-Belt-Unterstützung Staplerleitsystem auf Funkbasis Anbindung 3D-LiDAR-Ortungssystem Hardware und Tools
Oracle Enterprise Linux, Oracle Fusion Middleware, Oracle Datenbank, Oracle Tools Psion Teklogix Funksystem Vocollect Pick-by-Voice-Terminals 20 User
Mehr Infos unter: www.team-pb.de/intralogistik/