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Siemens stärkt Energiegeschäft in Russland mit neuen Partnerschaften
19.05.2010
Strategische Kooperation bei Stromnetz-Modernisierung und Joint Venture für Kompressoren
Die Siemens AG hat zwei wegweisende Vereinbarungen mit russischen Partnern geschlossen und damit ihr Geschäft auf dem wichtigen Wachstumsmarkt Russland gestärkt. Mit dem Netzbetreiber Federal Grid Company (FGC) vereinbarte Siemens eine strategische Kooperation bei der Modernisierung der russischen Stromnetze. Dabei sollen energieeffiziente Stromautobahnen und Smart-Grid-Technologien zum Einsatz kommen. Um seine Position auf dem russischen Gasmarkt zu stärken, wurde mit dem russischen Partner ZAO Iskra-Avigaz das Joint Venture LCC Russian Turbo Machinery gegründet. Siemens ist Mehrheitseigner in dem Joint Venture. Die Investitionssumme beider Partner beläuft sich auf etwa 60 Millionen Euro. Im Rahmen des Joint Venture sollen Verdichter für Gaspipelines in der russischen Stadt Perm gefertigt werden. Die ersten Kompressoren, die vor allem für den Hauptkunden Gazprom bestimmt sind, sollen bereits 2011 ausgeliefert werden. Beide Partnerschaften unterstreichen die große strategische Bedeutung, die der Energiemarkt Russland für Siemens hat.
Siemens will seine Präsenz im russischen Energiemarkt ausbauen und dafür auch verstärkt lokale Fertigungsstätten aufbauen. So errichtet Siemens im russischen Woronesch ein neues Werk zur Herstellung von Transformatoren. Am gleichen Standort soll zudem eine Produktion von Komponenten für Hochspannungsschaltanlagen von Siemens High Voltage Products aufgebaut werden. Siemens hatte dieses vormalige Joint Venture im März vollständig übernommen, um das Geschäft mit Hochspannungsschaltanlagen im russischen Markt deutlich auszubauen.
Die Produkte aus diesen russischen Siemens-Fertigungen können bei der Modernisierung des Hochspannungsnetzes in Russland zum Einsatz kommen. Das insgesamt rund 118.000 Kilometer lange Stromnetz Russlands ist im Besitz der FGC. Diese will bis 2012 rund 12 Milliarden Euro in die Modernisierung des russischen Netzes investieren.
Russland ist nicht nur der viertgrößte Strommarkt der Welt, sondern auch das Land mit den weltweit größten Erdgasreserven. Knapp ein Drittel der weltweiten Gasvorkommen befinden sich in Russland. Mit dem neuen Joint Venture Russian Turbo Machinery investiert Siemens in eine lokale Fertigung für Gaspipeline-Verdichter. Diese auch Turbokompressoren genannten Maschinen verdichten Erdgas so, dass es effizient über lange Distanzen in Pipelines transportiert werden kann.
Nachdem sich der russische Präsident Medwedew und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Oktober 2008 auf eine Technologiepartnerschaft im Bereich Energieeffizienz verständigt hatten, rückte dieses Thema immer stärker in den Fokus. Vor diesem Hintergrund erstellte Siemens unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Energieministerium eine Energieeffizienzstudie für die viertgrößte russische Stadt Jekaterinburg. Bereits in der ersten Projektphase wurden zahlreiche Ansatzpunkte zur deutlichen Senkung des Energieverbrauchs in dieser Pilotstadt mit Hilfe modernster Technologien ermittelt.
Siemens ist bereits seit mehr als 155 Jahren in Russland tätig. Als Anbieter kompletter Lösungen zur Modernisierung von Schlüsselsektoren der russischen Wirtschaft beliefert Siemens das ganze Land mit Produkten und Services aus seinem Portfolio. Im Geschäftsjahr 2009 (30. September) erreichte der Umsatz mit Kunden in Russland knapp 1,3 Milliarden Euro. Der Auftragseingang betrug mehr als eine Milliarde Euro. Siemens beschäftigt derzeit über 3.100 Mitarbeiter im Land.
