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Voice Picking in der Lebensmittel- und Getränkelogistik

29.07.2026

Sieben Hebel für mehr Produktivität.

Voice Picking kann Lebensmittel- und Getränkelager dabei unterstützen, ihre Kommissionierleistung auch unter schwierigen Rahmenbedingungen stabil zu halten. Indem Arbeitsanweisungen direkt per Sprache ausgegeben und Bestätigungen unmittelbar in den Prozess eingebunden werden, entfallen viele Unterbrechungen, die bei papier-, scanner- oder displaygestützten Verfahren zum Arbeitsalltag gehören. Gleichzeitig lassen sich neue Mitarbeitende schneller in bestehende Abläufe integrieren und auch in Kühl- oder Tiefkühlbereichen verlässliche Prozesse etablieren. Dieser Beitrag zeigt sieben konkrete Hebel, mit denen sprachgeführte Kommissionierung die Produktivität steigern kann, ohne dass Genauigkeit oder operative Flexibilität darunter leiden.

In der Lebensmittel- und Getränkelogistik entscheidet sich Produktivität häufig in der Kommissionierung. Breite Sortimente, kurze Haltbarkeiten und anspruchsvolle Temperaturzonen lassen wenig Raum für unnötige Unterbrechungen. Gleichzeitig müssen viele Betriebe saisonale Mengenspitzen mit knappen personellen Ressourcen bewältigen und neue Mitarbeitende innerhalb kurzer Zeit in die Abläufe integrieren. Konventionelle Verfahren geraten dabei schnell an praktische Grenzen, weil Papierlisten den Arbeitsfluss unterbrechen, Handscanner eine Hand belegen und Touchscreens mit dicken Handschuhen nur schwer zu bedienen sind. In temperaturgeführten Bereichen kommen niedrige Temperaturen, Kondensation und zusätzliche Anforderungen an die eingesetzte Hardware hinzu.

Sprachgeführte Kommissionierung setzt genau an diesen Reibungsverlusten an, ohne die Beweglichkeit manueller Prozesse einzuschränken. Mitarbeitende erhalten ihre Aufträge während der Arbeit per Sprache und bestätigen erledigte Schritte unmittelbar, sodass der Blick bei der Ware bleibt und beide Hände für die eigentliche Tätigkeit frei sind. Auf diese Weise entsteht ein gleichmäßigerer Arbeitsablauf, in den sich Prüfungen direkt am Lagerplatz integrieren lassen. Die Wirkung zeigt sich deshalb nicht nur in einer höheren Pickleistung, sondern ebenso bei der Einarbeitung, in mehrsprachigen Teams und überall dort, wo wechselnde Volumen oder anspruchsvolle Arbeitsbedingungen eine besonders flexible Prozessführung erfordern.

Voice Picking in der Lebensmittel- und Getränkelogistik: Sieben Hebel für mehr Produktivität

Die folgenden sieben Produktivitätshebel zeigen, an welchen Stellen Voice Picking in der Lebensmittel- und Getränkelogistik den größten Unterschied machen kann.

1. Mit kleineren Teams mehr leisten

Geeignete Mitarbeitende zu finden und langfristig zu halten, ist in der Lagerlogistik seit Jahren schwierig. In Kühl- und Tiefkühlbereichen verschärft sich diese Situation zusätzlich, weil die Arbeitsbedingungen körperlich besonders anspruchsvoll sind. Unbesetzte Stellen ändern jedoch nichts am täglichen Auftragsvolumen: Bestellungen müssen weiterhin kommissioniert, Filialen versorgt und feste Liefertermine eingehalten werden. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Teams so einzusetzen, dass möglichst wenig Zeit durch unnötige Bedien- und Abstimmungsschritte verloren geht.

Voice Picking unterstützt diesen Ansatz, indem Arbeitsanweisungen direkt per Sprache ausgegeben und erledigte Schritte ebenso unmittelbar bestätigt werden. Der wiederholte Wechsel zwischen Ware, Papierliste und mobilem Gerät entfällt, sodass die Aufmerksamkeit stärker auf Laufweg, Lagerplatz und Entnahme gerichtet bleibt. Über einen einzelnen Pick betrachtet ist die Zeitersparnis gering, doch über viele Hundert Positionen und eine komplette Schicht entsteht daraus ein spürbarer Produktivitätseffekt.

Der Vorteil liegt dabei nicht in einem künstlich erhöhten Arbeitstempo, sondern in einem Prozess, der konsequent von vermeidbaren Unterbrechungen entlastet wird.

2. Saisonale Mitarbeitende schneller einarbeiten

Feiertagsgeschäft, sommerliche Getränkesaisons, Erntezeiten oder Verkaufsaktionen können das Auftragsvolumen innerhalb kurzer Zeit deutlich erhöhen. Zusätzliche Mitarbeitende schaffen jedoch nur dann echte Entlastung, wenn sie schnell in bestehende Abläufe integriert werden und selbstständig produktiv arbeiten können. Konventionelle Kommissioniersysteme erschweren diesen Einstieg häufig, weil zunächst Gerätemenüs, Bedienlogiken und spezielle Eingaben erlernt werden müssen. Bei älteren Voice-Lösungen kommt teilweise noch das Anlegen individueller Sprachprofile hinzu.

Moderne sprachgeführte Prozesse verlagern einen großen Teil dieses Lernaufwands direkt in den Arbeitsablauf. Mitarbeitende erhalten Schritt für Schritt klare Anweisungen und bestätigen ihre Arbeit unmittelbar per Sprache. LYDIA Voice kommt ohne individuelles Stimmtraining aus und erkennt unterschiedliche Sprachen, Dialekte und Akzente. Dadurch verkürzt sich die Anlaufphase, während Schichtleitungen und erfahrene Teammitglieder weniger Zeit für wiederkehrende Grundlagenschulungen aufwenden müssen. Gerade in saisonalen Spitzen entscheidet diese Entlastung darüber, ob zusätzliches Personal tatsächlich mehr Kapazität schafft.

3. Freihändig in Kühl- und Tiefkühlbereichen arbeiten

Temperaturgeführte Lager gehören zu den Einsatzgebieten, in denen die Vorteile sprachgeführter Prozesse besonders deutlich werden. Mitarbeitende tragen dort häufig dicke Handschuhe, isolierende Kleidung und weitere Schutzausrüstung, die für ein sicheres Arbeiten unverzichtbar ist, zugleich aber den Umgang mit Papierlisten, Handscannern oder Touchscreens erschwert. Hinzu kommt, dass niedrige Temperaturen auch die eingesetzte Technik belasten. Frost und Kondensation können optische Geräte beeinträchtigen, während Displays schwerer zu bedienen sind. Wenn Sie mehr über die besonderen Herausforderungen in Kühl- und Tiefkühllagern erfahren möchten, lesen Sie unseren Leitfaden zur sprachgesteuerten Kommissionierung in der Kühlkettenlogistik.

Bei Voice Picking erhalten und bestätigen die Mitarbeitenden ihre Anweisungen, ohne Handschuhe auszuziehen oder wiederholt ein Display bedienen zu müssen. Beide Hände bleiben für Kartons, Behälter und Waren frei, während der Blick am Lagerplatz und beim Produkt bleibt. Das unterstützt einen gleichmäßigeren Arbeitsablauf und verbessert zugleich die ergonomischen Bedingungen, weil mobile Geräte nicht ständig gehalten, abgelegt und erneut aufgenommen werden müssen. In Tiefkühlbereichen kann jede vermiedene Unterbrechung zudem dazu beitragen, die für einen Auftrag benötigte Aufenthaltszeit zu reduzieren.

4. Mehrsprachige Teams flexibel einsetzen

In vielen Lebensmittel- und Getränkelagern arbeiten Menschen mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen zusammen. Diese Vielfalt erweitert den verfügbaren Arbeitsmarkt, stellt aber zugleich hohe Anforderungen an die eingesetzten Systeme.

Wenn eine Spracherkennung nur mit bestimmten Aussprachen zuverlässig funktioniert oder alle Mitarbeitenden dieselbe Sprache verwenden müssen, verlängert sich die Einarbeitung und die flexible Einsatzplanung wird unnötig eingeschränkt.

LYDIA Voice nutzt KI-basierte Spracherkennung und kann mehrere Sprachen parallel innerhalb eines Betriebs verarbeiten. Mitarbeitende erhalten ihre Anweisungen in der für sie passenden Sprache und können natürlich antworten, ohne sich an ein eingesprochenes Sprachprofil oder eine künstlich vorgegebene Aussprache anpassen zu müssen. Das erleichtert den Einstieg und reduziert zugleich Missverständnisse, wiederholte Befehle und manuelle Korrekturen im laufenden Betrieb. Mit LYDIA Live Translation lässt sich diese Unterstützung zusätzlich auf direkte Gespräche zwischen Mitarbeitenden ausweiten, indem gesprochene Inhalte in Echtzeit übersetzt werden.

5. Saisonale Auftragsspitzen besser abfedern

Saisonale Spitzen erhöhen den Druck auf nahezu jeden Lagerprozess. Was im normalen Tagesgeschäft nur eine kleine Verzögerung verursacht, kann bei deutlich höheren Auftragsmengen schnell zu Rückständen, Überstunden oder verspäteten Auslieferungen führen. Besonders kritisch wird die Situation, wenn zusätzliches Personal zwar zur Verfügung steht, jedoch noch nicht über die notwendige Orts- und Prozesskenntnis verfügt. Sprachgeführte Abläufe geben den Mitarbeitenden eine klare Struktur und ermöglichen es ihnen, Aufgaben selbstständiger zu bearbeiten. Auch wer noch nicht mit jedem Lagerbereich vertraut ist, kann anhand der ausgegebenen Lagerplätze und Bestätigungsschritte sicher durch die Kommissionierung geführt werden. Dadurch lassen sich Mitarbeitende leichter zwischen Zonen oder Produktgruppen verschieben, wenn sich die Auslastung während einer Hochphase kurzfristig verändert. Gleichzeitig bleiben Mengen-, Lagerplatz- oder Prüfziffernkontrollen fest im Prozess verankert, sodass zusätzliche Kapazität nicht zulasten der Kommissionierqualität geht.

6. Genauigkeit trotz wachsender Artikelvielfalt sichern

Gerade in der Getränkelogistik hat die Artikelvielfalt stark zugenommen. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen, Gebindegrößen, Multipacks, Aktionsartikel und saisonale Editionen führen dazu, dass sich Produkte äußerlich oft nur in kleinen Details unterscheiden. Je größer das Sortiment wird, desto höher ist das Risiko, falsche Varianten oder Mengen auszuwählen. Eine Fehlkommissionierung kann dabei zu abgelehnten Lieferungen, Lücken im Filialbestand sowie zusätzlichen Transport- und Retourenkosten führen.

Voice Picking integriert die Prüfung deshalb direkt in den Arbeitsablauf. Mitarbeitende bestätigen beispielsweise eine Prüfziffer, den Lagerplatz, die Menge oder ein bestimmtes Produktmerkmal, bevor sie mit der nächsten Position fortfahren. Fehler werden damit dort erkannt, wo sie entstehen, und nicht erst bei der Verpackung, Verladung oder beim Kunden. Genauigkeit und Produktivität stehen dabei nicht im Widerspruch, denn die nachträgliche Korrektur eines Fehlers kostet deutlich mehr Zeit als die richtige Entnahme beim ersten Versuch.

7. Produktivitätsfortschritte messbar machen

Ob eine neue Technologie im Lager tatsächlich überzeugt, zeigt sich an den Ergebnissen im laufenden Betrieb. Dabei sollte Produktivität nicht ausschließlich über die Pickgeschwindigkeit bewertet werden. Auch kürzere Einarbeitungszeiten, eine zuverlässigere Spracherkennung, weniger Korrekturen und ein geringerer Betreuungsaufwand wirken sich unmittelbar auf die verfügbare Kapazität aus. Im Frischezentrum von REWE konnte die Kommissionierleistung nach der Einführung von LYDIA Voice um zehn Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig entfiel das individuelle Stimmtraining, während Mitarbeitende mit unterschiedlichen Akzenten zuverlässig mit dem System arbeiten konnten.

Bei Coke One North America wurde LYDIA Voice innerhalb von zwölf Monaten an mehr als 120 Standorten nordamerikanischer Coca-Cola-Abfüller ausgerollt und erzielte gegenüber der zuvor eingesetzten Voice-Lösung Produktivitätssteigerungen von bis zu sieben Prozent. Die native SAP-Integration, die Spracherkennung in lauten Lagerumgebungen und die Möglichkeit, Prozesse ohne permanente Netzwerkverbindung fortzuführen, zeigen zugleich, wie Voice Picking in eine bestehende Systemlandschaft eingebunden werden kann.

Diese Ergebnisse zeigen Produktivitätssteigerungen entlang des gesamten Arbeitsablaufs. Die Vorteile ergeben sich möglicherweise aus einer schnelleren Bearbeitung und Bestätigung, aber auch aus einer kürzeren Einarbeitungszeit, weniger Erkennungsproblemen, einem geringeren Supportbedarf und einem geringeren Zeitaufwand für die Korrektur von Fehlern.

Voice Picking als pragmatischer Schritt zur Prozessdigitalisierung

Automatisierung muss nicht mit einem vollständig automatisierten Lager oder einem groß angelegten Robotikprojekt beginnen. Für viele Lebensmittel- und Getränkelager liegt der größte Hebel zunächst in den manuellen Prozessen, auf die sie im Tagesgeschäft weiterhin angewiesen sind. Voice Picking schafft hier eine direkte Verbindung zwischen Mitarbeitenden und Warehouse Management System, indem Arbeitsanweisungen und Bestätigungen digital in den Ablauf eingebunden werden, ohne die Flexibilität manueller Tätigkeiten einzuschränken.

Besonders relevant ist sprachgeführte Kommissionierung für Betriebe, die:

  • ihre Produktivität trotz knapper personeller Ressourcen steigern,
  • saisonale Mitarbeitende schneller einarbeiten,
  • mehrsprachige Teams flexibel einsetzen,
  • verlässliche Abläufe in Kühl- und Tiefkühlbereichen sicherstellen,
  • wachsende Sortimente beherrschbar halten oder
  • einheitliche Prozesse über mehrere Standorte hinweg etablieren möchten.

Da die Mitarbeitenden ihre vertrauten Kommissionieraufgaben weiterhin selbst ausführen, lässt sich Voice Picking einführen, ohne das gesamte Lager neu zu gestalten. Die Flexibilität manueller Prozesse bleibt erhalten, während Arbeitsanweisungen, Bestätigungen und Prüfungen klar strukturiert und digital mit dem Warehouse Management System verbunden werden. Damit eignet sich sprachgeführte Kommissionierung sowohl als eigenständige Prozessverbesserung als auch als Bestandteil einer umfassenderen Automatisierungsstrategie.

Der nächste Schritt: Potenziale im eigenen Prozess erkennen

Welche Wirkung Voice Picking im konkreten Betrieb entfaltet, hängt davon ab, an welchen Stellen heute Zeit verloren geht oder zusätzlicher Aufwand entsteht. Entscheidend sind unter anderem die Dauer der Einarbeitung, der Umgang mit mobilen Geräten, wiederkehrende Erkennungsprobleme, Fehlerkorrekturen und die besonderen Anforderungen in Kühl- oder Tiefkühlbereichen. Unsere Expertinnen und Experten unterstützen Sie dabei, diese Prozessbereiche zu analysieren und zu bewerten, an welchen Stellen LYDIA Voice den größten operativen Beitrag leisten kann. Sprechen Sie mit uns über Ihre Anforderungen oder testen Sie die Technologie im Rahmen einer praxisnahen Demonstration.



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