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Schneller vom Wareneingang zum Versand: Cross-Docking im WMS

Cross-Docking zählt zu den leistungsstarken Zusatzfunktionen moderner Warehouse Management Systeme und gewinnt mit steigenden Anforderungen an Liefergeschwindigkeit und Effizienz zunehmend an Bedeutung. Durch den direkten Warenfluss vom Wareneingang in den Warenausgang werden Lagerkapazitäten entlastet, Durchlaufzeiten verkürzt und unnötige Lagerbewegungen vermieden. Dadurch lassen sich Prozesskosten senken und die Lieferfähigkeit verbessern. Voraussetzung hierfür ist, dass das Warehouse Management System geeignete Waren automatisch identifiziert und den Materialfluss entsprechend steuert.

Laura  Malberger, M. A.
Von Laura Malberger, M. A.
Intralogistik & -IT Planung · Fraunhofer IML
Zuletzt geändert: 07 July 2026
2 min read
Schneller vom Wareneingang zum Versand: Cross-Docking im WMS

© Fraunhofer IML

Was versteht man unter Cross-Docking?

Cross-Docking bezeichnet ein logistisches Verfahren, bei dem Waren nach dem Wareneingang ohne Zwischenlagerung direkt für den Versand bereitgestellt werden. Grundsätzlich wird zwischen dem Cross-Docking von bestandsgeführtem Material und dem Cross-Docking von Handling Units (HU) ohne detaillierte Bestandsinformationen unterschieden.

Beim Cross-Docking von bestandsgeführtem Material werden die Bestände mengenmäßig erfasst. Dabei können Abweichungen zwischen den angelieferten und den tatsächlich benötigten Mengen auftreten. In solchen Fällen sind zusätzliche Prozesse erforderlich, beispielsweise die Einlagerung von Restmengen, die Bereitstellung fehlender Mengen aus dem Lager oder die Stornierung bereits geplanter Auslagerungen, wenn diese durch den Cross-Docking-Prozess ersetzt werden.

Beim Cross-Docking mit Handling Units ohne konkrete Bestandsinformationen werden die enthaltenen Materialien dagegen nicht einzeln verwaltet. Stattdessen werden die Handling Units ausschließlich anhand ihrer Zielzuordnung – etwa zu einem Kundenauftrag, einer Lieferung oder einer Tour – gesteuert. Die enthaltenen Mengen spielen dabei keine Rolle.

Geplantes und ungeplantes Cross-Docking

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Zeitpunkt der Prozessauslösung. Hier wird zwischen ungeplantem und geplantem Cross-Docking unterschieden. Beim ungeplanten Cross-Docking prüft das Warehouse Management System während des Wareneingangs oder Warenausgangs, ob eingehende Waren unmittelbar für offene Auslieferungen genutzt werden können. Ist dies der Fall, wird der Cross-Docking-Prozess automatisch gestartet.

Beim geplanten Cross-Docking wird die Entscheidung dagegen bereits vor dem physischen Wareneingang getroffen. Dabei lassen sich zwei Varianten unterscheiden:

  • Warenverteilung: Die Entscheidung über das Cross-Docking erfolgt im ERP-System und wird an das Warehouse Management System übergeben. Beim direkten Cross-Docking werden die Waren ohne weitere Bearbeitung an den Warenausgang weitergeleitet. Beim sogenannten Flow-Through werden sie zunächst in einer Umpack- oder Konsolidierungszone bearbeitet und anschließend für den Versand bereitgestellt.
  • Transport-Cross-Docking: Im Gegensatz zur Warenverteilung steht hier nicht der Lagerprozess, sondern die Transportplanung im Vordergrund. Das Warehouse Management System entscheidet anhand von Routen- oder Toureninformationen, ob eine Sendung direkt an den Empfänger geliefert oder über Zwischenstationen wie Hubs weitergeleitet wird.

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