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Value Added Services: Mehrwertleistungen im Warehouse Management System

Value Added Services (VAS) zählen zu den wichtigen Zusatzfunktionen moderner Warehouse Management Systeme. Sie umfassen alle wertschöpfenden Dienstleistungen, die zusätzlich zu den klassischen Lagerprozessen erbracht werden. In der Regel führt ein Logistikdienstleister diese Leistungen im Auftrag des Warenbesitzers aus und rechnet sie anschließend mit dem Kunden ab. Das Spektrum reicht von einfachen Tätigkeiten wie der Preisauszeichnung oder dem Etikettieren von Produkten bis hin zur Montage kompletter Baugruppen, beispielsweise im Automobilbereich.

Laura  Malberger, M. A.
Von Laura Malberger, M. A.
Intralogistik & -IT Planung · Fraunhofer IML
Zuletzt geändert: 30 June 2026
2 min read
Value Added Services: Mehrwertleistungen im Warehouse Management System

© Fraunhofer IML

Eine zentrale Grundlage vieler Value Added Services ist die Verarbeitung von Stücklisten. Sie ermöglicht unter anderem das Zusammenstellen von Sets oder Displays. Während nahezu alle Warehouse Management Systeme einfache, einstufige Stücklisten verarbeiten können, unterstützen nur rund zwei Drittel der Systeme auch zwei- oder mehrstufige Stücklisten.

Die im WMS unterstützten Value Added Services lassen sich im Wesentlichen in drei Bereiche unterteilen: Etikettierung, Umpacken und Montage.

Zur Etikettierung gehören beispielsweise Preisauszeichnungen oder das Anbringen beziehungsweise Einnähen von Etiketten. Moderne Warehouse Management Systeme ermöglichen dabei unter anderem die Verwaltung kunden- oder auftragsspezifischer Etiketten sowie entsprechender Arbeitsanweisungen.

Das Umpacken umfasst das Zusammenstellen oder Umfüllen von Artikeln in Verkaufs- oder Versandeinheiten. Das WMS berücksichtigt dabei beispielsweise kundenspezifische Vorgaben oder Anforderungen des jeweiligen Zielortes und steuert den Prozess entsprechend.

Die Montage beinhaltet das Zusammenstellen von Sets oder Displays sowie die Fertigung einfacher Baugruppen. Neben der Verarbeitung von Stücklisten unterstützt das WMS hierbei auch die Planung von Montageplätzen und Losgrößen.

Für alle drei Bereiche ist die Hinterlegung von Normzeiten sinnvoll, um Bearbeitungszeiten zu planen und Dienstleistungen transparent abzurechnen. Diese Funktion wird allerdings nur von etwas mehr als der Hälfte der Warehouse Management Systeme unterstützt. Noch seltener ist die Möglichkeit, Normzeiten auf Basis tatsächlich gemessener Bearbeitungszeiten automatisch anzupassen. Die erfassten Zeiten dienen anschließend als Grundlage für die Abrechnung der erbrachten Leistungen. Alternativ können Value Added Services auch pauschal nach der Anzahl der durchgeführten Arbeitsschritte abgerechnet werden. Die eigentliche Rechnungsstellung erfolgt in der Regel im ERP-System, während das WMS die dafür erforderlichen Leistungsdaten bereitstellt.

Mit den steigenden Anforderungen an individuelle Kundenwünsche und flexible Logistikprozesse haben Value Added Services in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Moderne Warehouse Management Systeme unterstützen diese Prozesse heute deutlich umfassender und ermöglichen Logistikdienstleistern, ihr Leistungsspektrum über die reine Lagerung und Kommissionierung hinaus zu erweitern.

Begriffe im Überblick

  • Stückliste: Übersicht aller Komponenten, Baugruppen und Materialien, die zur Herstellung oder Zusammenstellung eines Produkts benötigt werden.
  • Set: Verkaufseinheit aus mindestens zwei unterschiedlichen Artikeln, beispielsweise Zahnbürste und Zahncreme.
  • Display: Verkaufsaufsteller oder Verkaufsregal, häufig aus Karton, in dem Produkte eines Herstellers ansprechend präsentiert werden. Insbesondere im Lebensmittelbereich müssen dabei Chargen und Mindesthaltbarkeitsdaten berücksichtigt werden.
  • Mehrstufige Stückliste: Stückliste, bei der einzelne Komponenten wiederum aus eigenen Baugruppen bestehen und somit selbst über eine Stückliste verfügen.

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