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Interview: „Mit Spracherkennung steigt die Leistung im Lager"

05.04.2006

Endlich beide Hände für die Arbeit frei! Dieser Wunsch wird durch Spracherkennung Wirklichkeit. Ralf Schränkler, Senior Sales Manager Supply Chain Management bei SAP, erläutert Funktionen und Nutzen der sprachgesteuerten Kommissionierlösung

SAP im Fokus:
Wie kann man sich eine Kommissionierabwicklung mit Pick-by-Voice vorstellen?
Ralf Schränkler:
Pick-by-Voice ist über Datenfunk an das SAP Logistics Execution System (SAP LES) angebunden. Die Lösung enthält Software zur Spracherkennung und Sprachausgabe. Wenn zum Beispiel ein Lagermitarbeiter zu einem bestimmten Lagerplatz soll, so erfährt er im Headset die entsprechende Anweisung, etwa: „Gehe zu 15“. Dort angelangt bestätigt der Lagerist: „Bin bei 15.“ Dann erfährt er wieder per Sprachausgabe, wie viele Teile zu entnehmen sind. Die Spracherkennungssoftware wandelt seine gesprochenen Worte in Daten um und übergibt diese dem SAP LES zur weiteren Verarbeitung.

SAP im Fokus:
Welche Vorteile entstehen durch Pick-by-Voice?
Schränkler:
Zuvor musste der Lagerist beim Kommissioniervorgang einen Barcode abscannen oder die Tastatur eines mobilen Gerätes bedienen. Mit der Spracherkennungssoftware spart er diese Arbeitsschritte und gewinnt Zeit. Er hat mehr Bewegungsfreiheit, denn beide Hände sind permanent fürs Kommissionieren frei. Zudem erkennt Pick-by-Voice auch Fremdsprachen. Das kommt natürlich Lageristen zu Gute, die nicht deutscher Nationalität sind.

SAP im Fokus:
In welchen Bereichen und Branchen bietet sich die sprachgesteuerte Kommissionierung besonders an?
Schränkler:
Vor allem der Handel und die Konsumgüterbranche setzen Pick-by-Voice ein. Beispielsweise in den Tiefkühlbereichen arbeiten die Lageristen mit Handschuhen. Da ist es sehr aufwändig, Scanner oder Tastatur zu bedienen. Oder auch in Bereichen, in denen schwere und sperrige Teile zu kommissionieren sind, wie im Anlagen- und Maschinenbau. Dort ist es wichtig, dass man mit beiden Händen fest zugreifen kann. Der Trend geht mittlerweile aber auch auf andere Branchen über.

SAP im Fokus:
Wie ist die Resonanz der Anwender zu Pick-by-Voice?
Schränkler:
Mir fällt da ein großes Handelsunternehmen ein, das SAP LES mit Pick-by-Voice in einem Pilotprojekt einsetzt. Schon nach ein bis zwei Tagen konnten alle Lagermitarbeiter mit dem System umgehen. Nach rund drei Wochen ergab sich dann eine Leistungssteigerung von bis zu 30 Prozent. Zudem haben sich die Fehlerraten reduziert. Auch bei anderen Anwendern ist die Resonanz durchweg positiv.