Der WMS Markt

Welche WMS-Anbietertypen gibt es auf dem Markt?

Welche WMS-Anbietertypen gibt es auf dem Markt?

Der WMS Markt zählt zum Bereich „Software und elektrische Automation“, der wiederum Teil der Intralogistik-Branche ist. Die Intralogistik ihrerseits wird selbstverständlich der Logistikbranche zugerechnet.

Allein in Deutschland, Österreich und in der Schweiz gibt es über 150 WMS-Anbieter, wobei hier nur diejenigen Berücksichtigung finden, bei denen die Implementierung eines WMS im Rahmen eines Projekts erfolgt. Die Anbieter, die nur ein reines Produkt in Form einer CD bzw. DVD verkaufen, sind nicht eingerechnet.

Die WMS-Anbieter erwirtschafteten mit der Vermarktung ihrer WMS in 2012 einen Umsatz von über 951 Millionen Euro. Sie sind damit, auch durch ihren Umsatzanteil, ein bedeutender Bestandteil der Intralogistik insgesamt.

Marktpräsenz der WMS-Anbieter

In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre wurden die ersten "WMS" entwickelt, zur Marktreife gebracht und als Produkt vermarktet. Einige dieser WMS-Anbieter sind heute noch am Markt aktiv. Generell zeigt es sich, dass der typische WMS-Anbieter relativ „alt“ ist. Wird die Gesamtheit der WMS-Anbieter betrachtet, so sind

  • mehr als 50 Prozent der Anbieter seit über 10 Jahren aktiv,
  • knapp 30 Prozent seit über 20 Jahren aktiv und
  • rund 19 Prozent bereits mehr als 30 Jahre im Bereich WMS tätig.

Marktpräsenz der WMS-Anbieter

Verteilung der Anbietertypen

Die WMS-Anbieter können grob in drei Typen unterteilt werden:

  • „purer“ WMS-Anbieter
  • Suite-Anbieter
  • Lagertechnik-Anbieter

Die Aussagen zu den drei Anbieter-Gruppen beziehen sich auf den durchschnittlichen Anbieter der jeweiligen Gruppe. Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen:
Den Lagertechnik-Anbieter, der sein WMS als Produkt eigenständig vermarktet, den Suite-Anbieter, der seine Kernkompetenz im Wertschöpfungsbereich Lager sieht und den „puren“ WMS-Anbieter, dessen WMS nur für einfache manuelle Lager geeignet ist.Verteilung der WMS-Anbietertypen auf dem WMS Markt

"Purer" WMS-Anbieter

Der „pure“ WMS-Anbieter bietet ausschließlich WMS und andere lagerrelevante Software (z.B. Staplerleitsystem, Pick-by-Voice-System, usw.) an. Gewöhnlich bestehen - meist lose - Kooperationen mit ERP-Anbietern, die kein WMS-Modul anbieten, und Lagertechnik-Anbietern, deren WMS einen geringen Funktionsumfang aufweist. Zweck der Zusammenarbeit sind die Erhöhung der Angebotsbandbreite und Synergieeffekte bei der Neukundenakquisition. Dem potentiellen Kunden bietet vor allem die mehrfach in der Praxis bewährte Zusammenarbeit der Anbieter Vorteile.

Die softwaretechnische, funktionale Unterstützung komplexester Abläufe sowohl manueller als auch hochautomatischer Lager ist Kerngeschäft des „puren“ WMS-Anbieters.

Suite-Anbieter

Das WMS ist Teil einer Software-Suite (z.B. ERP-System). Software-Suiten bestehen aus vielen großen Modulen: FIBU, Controlling, Einkauf, Lagerverwaltung, usw. Der Suite-Anbieter kommt zumeist aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich und hat erst spät zur Vervollständigung seines Portfolios die Lagerverwaltung ins Angebotsprogramm mit aufgenommen. Die Vermarktung erfolgt über die Suite, wobei die Funktionalität des WMS-Moduls in letzter Zeit stärker in den Vordergrund gehoben wird. Nur selten ist das WMS-Modul alleinig ausschlaggebend für den Kauf der Suite. Meist spielt die Entscheidung für „Alles aus einer Hand!“ eine große Rolle. Rein informationstechnisch ist das WMS-Modul autark einsetzbar, das heißt, zum einwandfreien Betrieb benötigt das WMS-Modul nicht die Suite, meistens aber irgendein ERP-System. In der Praxis kommt dies aber selten vor: Hier wird das WMS-Modul fast ausschließlich mit dem eigenen ERP-System installiert.

Kerngeschäft der Suite-Anbieter sind noch manuelle oder teilautomatische Lager mit eher einfacheren Abläufen, wenngleich mittlerweile auch komplexere Anlagen mit höherem Automatisierungsgrad angeschlossen werden. Die Entwicklung der zugehörigen WMS-Module wird aber zurzeit erheblich intensiviert und der Funktionsumfang erweitert.

Lagertechnik-Anbieter

Der Lagertechnik-Anbieter ist ursprünglich im Metallbau zu Hause. Im Zuge der Automatisierung der Lager stellten sich immer mehr Bezugspunkte zur Elektronik, insbesondere zur Steuerungselektronik von z.B. Regalbediengeräten ein. Hieraus entwickelten sich die Lagerverwaltungssysteme der Lagertechnik-Anbieter. Zu beachten ist der häufig geringere Gesamtfunktionsumfang der Software (eher LVS als WMS). Ein Fokus der Entwicklung wurde naturgemäß auf Strategien zur Steuerung und Optimierung der Lagertechnik gelegt, wie z.B. der Optimierung von Doppelspielen bei mehrfachtiefer Lagerung im automatischen Kleinteilelager (AKL). Bemerkenswert ist auch, dass das LVS oft nicht als eigenständiges Produkt angeboten wird. Schwerpunkt des Vertriebs ist die Lagertechnik, das LVS ist „Beiwerk“. Der Verkauf des LVS ohne Lagertechnik kommt daher recht selten vor. Aufgrund der Spezialisierung im Bereich der Steuerung und Optimierung wird das LVS häufig als Komponente eines anderen WMS eingesetzt und im Wesentlichen zur Lagertechniksteuerung als „Black Box“ genutzt. Das Lager selbst und die Abläufe im Lager werden also häufig durch das WMS eines anderen Anbieters gesteuert.

Kerngeschäft des Lagertechnik-Anbieters sind hochautomatisierte Lager mit komplexen Abläufen, wobei der Verkauf der Lagertechnik Vorrang vor dem Verkauf des LVS hat.

Bei weitergehendem Interesse empfehlen wir den WMS MARKTREPORT KOMPAKT.

Damit diese Website ordnungsgemäß funktioniert, legen wir kleine Dateien – sogenannte Cookies – auf Ihrem Gerät ab. Weitere Informationen finden Sie hier: Datenschutzerklärung