Der WMS Markt

Welche WMS-Anbietertypen gibt es auf dem Markt?

Der WMS Markt zählt zum Bereich "Software und elektrische Automation", der wiederum Teil der Intralogistik-Branche ist. Die Intralogistik ihrerseits wird selbstverständlich der Logistikbranche zugerechnet.

Allein in Deutschland, Österreich und in der Schweiz gibt es ca. 170 WMS-Anbieter. Allerdings werden nur diejenigen berücksichtigt, bei denen die Implementierung eines WMS im Rahmen eines Projekts erfolgt.

Die WMS-Anbieter erwirtschafteten mit der Vermarktung ihrer WMS 2015 einen Umsatz von über 1.250 Millionen Euro (siehe WMS MARKTREPORT KOMPAKT). Sie sind damit, auch durch ihren Umsatzanteil, ein bedeutender Bestandteil der Intralogistik insgesamt.

Marktpräsenz der WMS-Anbieter

In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre wurden die ersten "WMS" entwickelt, zur Marktreife gebracht und als Produkt vermarktet. Einige dieser WMS-Anbieter sind heute noch am Markt aktiv. Generell zeigt es sich, dass der typische WMS-Anbieter relativ "alt" ist. Wird die Gesamtheit der WMS-Anbieter betrachtet, so sind

  • 90 Prozent der Anbieter seit über 10 Jahren aktiv,
  • 61 Prozent seit über 20 Jahren aktiv und
  • 28 Prozent bereits mehr als 30 Jahre im Bereich WMS tätig.

Verteilung der Anbietertypen

Die WMS-Anbieter können grob in drei Typen unterteilt werden:

"Purer" WMS-Anbieter

Der "pure" WMS-Anbieter bietet ausschließlich WMS und andere lagerrelevante Software
(z. B. Staplerleitsystem, Pick-by-Voice-System usw.) an. Gewöhnlich bestehen - meist lose - Kooperationen mit ERP-Anbietern, die kein WMS-Modul anbieten, und Lagertechnik-Anbietern, deren WMS einen geringen Funktionsumfang aufweist. Zweck der Zusammenarbeit sind die Erhöhung der Angebotsbandbreite und Synergieeffekte bei der Neukundenakquisition.

Die softwaretechnische, funktionale Unterstützung komplexester Abläufe sowohl manueller als auch hochautomatisierter Lager ist Kerngeschäft des "puren" WMS-Anbieters.

Suite-Anbieter

Der Suite-Anbieter kommt zumeist aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich und hat erst spät die Lagerverwaltung in sein Softwareportfolio mit aufgenommen. Das WMS ist Teil einer größeren Software-Suite (z. B. ERP-/SCM-System) und verfügt prinzipiell über eine höhere Integration in unternehmens- bzw. standortübergreifende Module und Funktionen der Business-Suite. Die Vermarktung erfolgt über die Suite, wobei die Funktionalität des WMS-Moduls in den letzten Jahren stärker in den Vordergrund gehoben wurde. Das WMS ist autark einsetzbar, das heißt, zum einwandfreien Betrieb benötigt das WMS-Modul nicht die Suite, meistens aber irgendein ERP-System.

Kerngeschäft der Suite-Anbieter sind immer noch manuelle oder teilautomatisierte Lager, wenngleich mittlerweile auch komplexere Anlagen mit höherem Automatisierungsgrad angeschlossen werden.

Lagertechnik-Anbieter

Der Lagertechnik-Anbieter ist ursprünglich im Metallbau zu Hause. Im Zuge der Automatisierung der Lager stellten sich immer mehr Bezugspunkte zur Elektronik, insbesondere zur Steuerungselektronik von z. B. Regalbediengeräten ein. Hieraus entwickelten sich die Lagerverwaltungssysteme der Lagertechnik-Anbieter. Ein Fokus der Entwicklung wurde naturgemäß auf Strategien zur Steuerung und Optimierung der Lagertechnik gelegt, wie z. B. der Optimierung von Doppelspielen bei mehrfachtiefer Lagerung im automatischen Kleinteilelager (AKL). Das WMS besitzt somit in der Regel eine hohe Integration in die Steuerung des Materialflusses.

Der Lagertechnik-Anbieter tritt oftmals als Generalunternehmer auf ("Alles aus einer Hand!"). Kerngeschäft sind nach wie vor hochautomatisierte Lager mit komplexen Abläufen, wobei nach dem verstärkten Aufbau von Softwarekompetenz bei den Lagertechnik-Anbietern in den letzten Jahren nun eine Tendenz zum Ausgliedern der Software-Sparte sowie zum Angebot des WMS ohne Lagertechnik zu vermerken ist.

Bei weitergehendem Interesse empfehlen wir den WMS MARKTREPORT KOMPAKT.

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