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Interview: „Die Logistik der Zukunft ist nachfrageorientiert“
01.09.2007
Die Tage linearer Lieferketten mit ihren sequenziellen Prozessen sind gezählt. Die Zukunft gehört komplexen, weltumspannenden Logistikökosystemen, die sich schnell an wechselnde Kundenanforderungen anpassen können. Welche Rolle die IT hier spielt, erläutert SAP-Experte Joachim Epp, Vice President Development Supply Chain Execution, im Interview.

SAP im Fokus: Globale Lieferströme werden immer komplexer – und legen bei der Umschlaggeschwindigkeit zu. Was bedeutet das für Logistikdienstleister?
Joachim Epp: Steigende Erwartungen und komplexere Aufgaben der Auftraggeber setzen die Logistikbranche unter Druck, sowohl bei Leistungen und Qualität als auch bei den Kosten. Der Trend geht zur Auslagerung von höherwertigen Logistikservices. Kunden wollen ständige Innovation und nachhaltige Wertsteigerung statt schlichter Aufgabenerfüllung und reiner Kostenfokussierung.
SAP im Fokus: Das erfordert einen hohen Koordinationsaufwand. Welche Rolle spielt hier die IT?
Epp: Die Informationstechnologie wirkt immer mehr als Katalysator für das Entwickeln und Abbilden innovativer Prozesse. Denn die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gliedern eines Logistikökosystems bedeutet einen hohen Integrationsaufwand. Diese Aufgaben erfordern eine flexible IT, die sämtliche Geschäftsprozesse durchdringt und kooperative Strukturen unterstützt.
SAP im Fokus: In diesem Zusammenhang fällt oft auch der Begriff „Adaptive Supply Chain Network“. Was können wir darunter verstehen?
Epp: Diese Form von Netzwerk befähigt Kunden, Lieferanten und Logistikdienstleister, gemeinsam Strategien zu entwickeln und so flexibel auf eine veränderte Nachfrage zu reagieren. Das setzt eine dynamische Synchronisierung aller Beteiligten voraus. Und für diese werden Echtzeitinformationen, detailliert bis ins letzte Lager, benötigt. So kommt es zu einer Verschiebung logistischer Abläufe: weg von Planungen und Vorhersagen hin zur Ausrichtung nach dem sich täglich verändernden Bedarf.
SAP im Fokus: Die Lagerverwaltung spielt dabei eine große Rolle, denn von ihr wird eine besondere Agilität und Flexibilität erwartet. Welche Unterstützung leistet hier SAP?
Epp: SAP Supply Chain Management ist eine leistungsstarke Software, mit der sich Prozesse in der Logistikkette umfassend planen und ausführen lassen. SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) ist ein Teil davon. Bei der Anwendung haben wir den Entwicklungsfokus auf die umfassende Transparenz aller Prozesse und Bestände im Lager gelegt. Diese detaillierte Sichtbarkeit bis auf Lagerplatz- oder Einzelstückebene ist die Grundlage für leistungsfähige Lagerprozesse. Mit SAP EWM lassen sich diese flexibel konfigurieren. Die Architektur erlaubt den Einsatz in Lagern mit hohem Volumen und komplexen Prozessen. Dabei ist auch die Verwaltung von Beständen mehrerer Werke oder Kunden in einem Lager möglich. Die Anwendung ist voll in die Bestandsführung und Lieferabwicklung von SAP ERP integriert. So können lagerrelevante Prozesse entweder direkt oder auch aus den ERP-Anwendungen angestoßen werden.
SAP im Fokus: Außer Transparenz und flexibler Prozessgestaltung spielt auch das Thema Lageroptimierung eine wichtige Rolle. Welche Antwort hat SAP EWM darauf?
Epp: SAP EWM unterteilt Lagerprozesse flexibel in auszuführende Schritte. Dadurch lässt sich je nach Bedarf der Warenein- und -ausgang flexibel gestalten und kombinieren. Die eingehenden Produkte werden bedarfsgerecht entladen, gezählt, umgepackt, sortiert und in einem wegeoptimierten Ablauf an die Lagerplätze gebracht. Zusätzlich verbessert eine flexible Kommissionierwellenbildung den Warenausgang. Das Stichwort lautet regelbasierte Kommissionierauftragserstellung. Die Bündelung einzelner Aufträge senkt den Personalaufwand und hilft, die Kommissionierzeiten zu verkürzen. Darüber hinaus lässt sich SAP EWM an die steigende Produktvielfalt in vielen Branchen anpassen. Der so genannte Slotting-Prozess ermittelt aus historischen Daten und Prognosen den idealen Lagerplatz für jedes Produkt und erstellt auf Wunsch auch die erforderlichen Umlagerungsvorschläge.
Quelle: SAP im Fokus September 2007

































































































