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SAP hat Hoffnung

28.01.2010

Europas größter Softwarehersteller SAP will nach dem Krisenjahr 2009 in die Erfolgsspur zurückkehren.

«Unser Wachstum ist wieder da», sagte der Chef des Weltmarktführers für Unternehmenssoftware, Léo Apotheker, am Mittwoch in Frankfurt. «2010 wird ein starkes Jahr für die SAP.» Nach dem vergangenen Jahr mit starken Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis sowie einem deutlichen Stellenabbau plant SAP in den nächsten Monaten auch wieder Einstellungen im Konzern.

Das Marktumfeld bleibe zwar angespannt und die Kunden seien spürbar vorsichtiger bei ihren Investitionsentscheidungen für eine neue Software, erklärte der Manager. SAP erwarte aber in den aufstrebenden Märkten in Afrika und dem Nahen Osten in diesem Jahr Zuwächse. Auch in den etablierten Märkten Amerika, Asien und Europa mit Deutschland sei bereits seit dem vierten Quartal 2009 ein anziehendes Geschäft spürbar.

Deutlichen Rückenwind erhofft sich SAP von der am Mittwoch verkündeten Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank. Deutschlands größte Bank setzt bei der Zahlungsabwicklung und der Kontenverwaltung künftig auf Software der Walldorfer. Noch in diesem Jahr soll eine mehrjährige Initiative gestartet werden, um bislang selbstentwickelte Computerprogramme im Heimatmarkt durch ein neues Kernbanksystem basierend auf SAP-Software abzulösen. Apotheker bezeichnet die Absichtserklärung für die Zusammenarbeit mit dem Geldinstitut als Durchbruch für das Geschäft mit der Bankenbranche.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr musste das Walldorfer DAX- Unternehmen wegen der weltweiten Finanzkrise und der daraus resultierenden Investitionszurückhaltung der Kunden einen Rückgang beim operativen Gewinn von 3,3 Milliarden auf 2,9 Milliarden Euro verbuchen. Unter dem Strich fiel der Gewinn bei SAP von 2,2 auf 2,0 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 10,7 Milliarden Euro zurück und die Erlöse aus dem Geschäft mit Software sackten um 28 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro ab.

Beim Umsatz mit Software- und softwarebezogenen Dienstleistungen verlor die Softwareschmiede im Jahresvergleich fünf Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Dieser Wert gilt bei Europas größtem Softwarehersteller als Richtwert für die Geschäftsentwicklung. Für 2010 stellte Apotheker ein Wachstum in diesem Bereich von bis zu acht Prozent in Aussicht. Die SAP-Aktie gewann nach dem positiven Ausblick zeitweise 0,70 Prozent auf 32,9850 Euro. Händler stuften die Zahlen etwas besser als erwartet ein.

Nach Angaben von Finanzchef Werner Brandt senkte SAP im vergangenen Jahr die Kosten im operativen Geschäft um 662 Millionen Euro. Auch in den nächsten Monaten sei absolute Kostendisziplin angesagt. Ein neues massives Sparprogramm sei aber nicht geplant. Europas größter Softwarehersteller hatte 2009 durch ein Bündel an Maßnahmen die Kosten kräftig gedrückt. Erstmals in der Unternehmensgeschichte wurden Stellen gestrichen. Insgesamt verringerte sich die Mitarbeiterzahl um 4000 auf knapp 47 600 im Konzern.

Nach Informationen der «Rhein-Neckar-Zeitung» (Donnerstag) wird das erkrankte SAP-Vorstandsmitglied Erwin Gunst nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Der Belgier saß seit 2008 im SAP-Vorstand und war unter anderem Arbeitsdirektor und für das operative Geschäft zuständig. Seit Januar 2009 verantwortete er zudem die Bereiche Personal und IT. Die Aufgabenbereiche im Vorstand sollen nun neu zugeschnitten werden.