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Siemens setzt voll auf Wachstum in Afrika
09.07.2010
Investment von rund 200 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren zur Stärkung des Vertriebs

Siemens will sein Engagement in Afrika deutlich ausweiten. Dazu sollen in den nächsten zwei Jahren zusätzlich rund 200 Millionen Euro in den Ausbau des Geschäfts und der Vertriebsstrukturen investiert werden. „In Afrika eröffnen sich Siemens unzählige Wachstumsmöglichkeiten. Als grüner Infrastruktur-Pionier ist Siemens ein natürlicher Partner für die Lösung großer Herausforderungen auf dem Kontinent. Vor allem die erneuerbaren Energien haben in Afrika ein riesiges Potenzial“, sagte Siemens-Chef Peter Löscher anlässlich der Jubiläumsfeier zu 150 Jahren Geschäftstätigkeit von Siemens in Südafrika.
Die ersten großen Wind- und Solarprojekte in Afrika werden voraussichtlich noch in diesem Jahr angekündigt werden, nachdem einige Länder die politischen Rahmenbedingungen dafür geschaffen haben. Marokko will beispielsweise neun Milliarden und Tunesien zwei Milliarden US-Dollar in den Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung investieren. Die Versorgung der Bevölkerung mit Strom und Wasser ist eine der größten Herausforderungen des afrikanischen Kontinents. So hat jeder zweite Afrikaner keinen Stromanschluss und ein Drittel der Bevölkerung keinen direkten Zugang zu Trinkwasser.
„Wir sind sowohl in der Energietechnik als auch auf dem Wassermarkt weltweit führend und wollen in diesen Bereichen unsere Chancen nutzen. Dabei werden wir verstärkt Partnerschaften mit afrikanischen Unternehmen und Institutionen eingehen“, kündigte Löscher an. Auf lokale Expertise wird Siemens auch im Gesundheitswesen setzen. Angesichts angespannter Haushaltslagen werden Krankenhäuser in afrikanischen Städten zunehmend mit Hilfe privatwirtschaftlicher Finanzierung gebaut. An diesen Public Private Partnerships für Hospitäler, die durchaus Volumen von mehreren hundert Millionen Euro erreichen, will sich Siemens in Afrika zum Beispiel im Rahmen von Konsortien verstärkt beteiligen.
Zusätzliche Geschäftsfelder erschließt sich Siemens in Afrika mit der Einführung von Produkten im mittleren Preissegment, die speziell für Schwellenländer entwickelt wurden. Diese Einstiegsprodukte für das mittlere Marktsegment verfügen bei gewohnt hoher Qualität über ein geringeres Funktionsspektrum im Vergleich zu High-End-Produkten und sind somit entsprechend günstiger. Nach rund fünf Jahren Entwicklung bietet Siemens heute bereits über 80 solcher Einstiegsprodukte an, die vorwiegend in eher ländlichen und somit dünner besiedelten Gegenden nachgefragt werden.
Die Nachfrage nach Infrastrukturlösungen wird in Afrika in den kommenden Jahren besonders in den Ballungsgebieten deutlich zunehmen. Ein Grund ist die zunehmende Verstädterung. Bis zum Jahr 2030 werden mehr als 750 Millionen Afrikaner in Metropolen wohnen. Heute sind es nur rund 400 Millionen. Um die Bedürfnisse der afrikanischen Städte besser zu verstehen, hat Siemens bei der ‚Economist Intelligence Unit’ den ‚African Green City Index’ in Auftrag gegeben. Diese bislang einmalige Studie vergleicht 16 Städte Afrikas anhand von Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien. Über die hierbei gewonnenen Erkenntnisse werden sich Experten von Siemens mit den Stadtverwaltungen austauschen und ihnen beratend bei der budget- und umweltschonenden Umsetzung zur Seite stehen.
Um generell besser auf die Bedürfnisse der Kunden in Afrika eingehen zu können, hat Siemens seine einzelnen afrikanischen Gesellschaften in fünf Vertriebsregionen gebündelt. Das macht den Vertrieb effizienter und schlagkräftiger. Im wichtigen afrikanischen Wachstumsmarkt Angola wurde zudem das Geschäft komplett neu aufgestellt. Insgesamt umfasst der Siemens-Cluster Afrika mehr als 50 Länder, in denen rund 3.000 Siemensianer arbeiten.
Siemens hatte 2009 angekündigt, den Auftragseingang im Cluster Afrika bis zum Ende des Geschäftsjahres 2012 auf drei Milliarden Euro zu steigern und damit mehr als zu verdreifachen. Knapp eine Milliarde Euro an Aufträgen hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 in dieser Region erhalten. Der für Siemens adressierbare Markt soll bis 2012 auf ein jährliches Volumen von rund 30 Milliarden Euro wachsen. Der Marktanteil von Siemens soll sich bis dahin auf zehn Prozent verdoppeln.
Unterlagen und Pressebilder dieser Veranstaltung finden Sie unter siemens.com/presse/suedafrika










































































































