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Neues Zielsystem „One Siemens“ setzt auf kapitaleffizientes Wachstum
11.11.2010
Umwelttechnik, Präsenz in Schwellenländern und Service-Geschäft als Wachstumstreibe

Mit seinem neuen Zielsystem zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Unternehmens rückt Siemens das Wachstum wieder stärker in den Vordergrund. „One Siemens“ gibt ehrgeizige Ziele für Wachstum und Kapitaleffizienz vor, die das Unternehmen von nun an dauerhaft erreichen will. „Nach zwölf Jahren der Transformation ist Siemens wieder ein normales Unternehmen der Spitzenklasse! Wir haben Siemens mit Fit 4 2010 in den vergangenen Jahren auf Profitabilität getrimmt und zu neuer Schlagkraft geführt. Mit ‚One Siemens’ werden wir nun durchstarten und unsere starke Position nachhaltig ausbauen“, sagte Peter Löscher, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG. Das Zielsystem gibt die Marschrichtung klar vor: Siemens wird sich vor allem auf innovationsgetriebene Märkte wie Umwelttechnik oder die wachstumsstarken Schwellenländer und das Service-Geschäft konzentrieren. Städte als Kunden für umfassende Infrastrukturlösungen rücken stärker in den Fokus der Vertriebsaktivitäten.
Siemens hat sich in den vergangenen Jahren mit Fit 4 2010 eine führende Stellung bei der Profitabilität im Wettbewerbsvergleich erarbeitet. Nun fokussiert sich das Unternehmen stärker auf den Ausbau des Wachstums. Auf Konzernebene will Siemens schneller wachsen als seine wichtigsten Wettbewerber. Vergleichsbasis hierfür ist jeweils deren nominales durchschnittliches Umsatzwachstum der vergangenen vier Quartale. Für Akquisitionen gelten klare Mindestanforderungen. So soll künftig ein erworbenes Geschäft innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss der Transaktion den Geschäftswertbeitrag steigern und spätestens drei Jahre nach Integration innerhalb des Kapitaleffizienzziels liegen.
Kapitaleffizientes Wachstum erhält innerhalb des neuen Zielsystems erheblich mehr Gewicht. Als Kriterium dient hierzu der angepasste Return on Capital Employed (ROCE), der die Rentabilität des eingesetzten Kapitals zeigt. Hier will Siemens für sein Geschäft einen Wert zwischen 15 und 20 Prozent nach Steuern erreichen. Die entsprechende branchenübliche Kennzahl für die Finanzsparte Financial Services ist der Return on Equity (ROE) nach Steuern. Auch hier strebt Siemens einen Wert zwischen 15 und 20 Prozent an.
Auf Konzernebene will Siemens zudem seine Kapitalstruktur optimieren. Steuerungsgröße bleibt das Verhältnis aus angepasster Netto-Industrieverschuldung und Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen, Wertminderungen und Beteiligungsergebnis (angepasstes EBITDA). Hier will Siemens einen Wert zwischen 0,5 und 1,0 erreichen. Mit dieser Bandbreite will sich das Unternehmen bewusst eine gewisse Flexibilität bewahren, da sich diese während der Finanzkrise bewährt hat. Der weiter gefasste Korridor gibt den Aktionären und Kreditgebern klare Anhaltspunkte für Bonität und Kapitalverwendung. Um den Investoren eine klare Orientierung für die Verwendung des Nachsteuergewinns zu geben, führt der Konzern erstmals auch eine Dividendenausschüttungsquote ein. Künftig sollen zwischen 30 und 50 Prozent des Konzerngewinns nach Steuern von Siemens, bereinigt um außerordentliche, nicht zahlungswirksame Faktoren, ausgeschüttet werden. Dabei soll die bisher gepflegte Dividendenkontinuität nach Möglichkeit auch weiterhin beibehalten werden.
Bei der Performancemessung der Sektoren orientiert sich Siemens künftig an Branchenzyklen. Es sollen im Vergleich zum Wettbewerb beständig Top-EBITDA-Margen erzielt werden und zwar sowohl im Hoch als auch in der Talsohle eines Branchenzyklus. Über die verschiedenen Zyklen der Branchen in denen Siemens Geschäfte macht, sollen die Sektoren Industry und Energy gemessen am Umsatz jeweils ein EBITDA zwischen 10 und 15 Prozent und der Sektor Healthcare zwischen 15 und 20 Prozent erzielen. Im Geschäftsjahr 2010 lagen die Sektoren von Siemens eher am oberen Ende dieser EBITDA-Bänder. Auf Basis dieser Profitabilität wird sich das Unternehmen stärker auf das Wachstum konzentrieren, um die Ertragskraft absolut zu steigern.
„One Siemens“-Wachstumstreiber Umwelttechnik, Schwellenländer und Service
Siemens richtet seine Aktivitäten daher auf Märkte mit langfristigem Wachstumspotenzial aus. So brauchen beispielweise die Städte der Welt verstärkt intelligente und nachhaltige Infrastrukturlösungen. Aktuell leben knapp 3,5 Milliarden Menschen in Städten, das ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich rund 6,5 Milliarden Menschen in Städten leben – etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung. Siemens ist als integrierter Infrastrukturanbieter in einer starken Ausgangsposition, insbesondere bei umweltfreundlichen und energieeffizienten Lösungen für die Städte. Um am Wachstum mit umweltfreundlichen Technologien noch stärker zu partizipieren, hat sich Siemens für sein Umweltportfolio ein anspruchsvolles Ziel gesetzt. Bis Ende des Geschäftsjahres 2014 will das Unternehmen mehr als 40 Milliarden Euro mit grünen Produkten umsetzen. Im Geschäftsjahr 2010 betrug der Umsatz mit umweltfreundlichen Produkten knapp 28 Milliarden Euro. Das waren rund 36 Prozent vom Siemens-Gesamtumsatz.
Regional betrachtet werden die Schwellenländer in den kommenden Jahren erheblich schneller wachsen als die Industrieländer. Siemens will seinen Umsatzanteil in den Schwellenländern kontinuierlich erhöhen. Von 2005 bis 2010 ist dieser bereits von 19 auf rund 30 Prozent gestiegen. Außerdem soll das Service-Geschäft ausgebaut werden. Die weltweit breit installierte Basis der Produkte von Siemens bietet dafür eine hervorragende Ausgangsposition.
Unternehmensprogramm Fit 4 2010 erfolgreich abgeschlossen
Das Zielsystem „One Siemens“ folgt dem Unternehmensprogramm Fit 4 2010, das Siemens mit dem Ende des Geschäftsjahrs 2010 erfolgreich abgeschlossen hat. Die Ziele des Programms wurden im Wesentlichen erreicht: Mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von vier Prozent ist der organische Umsatz von Siemens in den zurückliegenden vier Jahren doppelt so stark gewachsen wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt. Bei der Profitabilität hat Siemens mit den wichtigsten Wettbewerbern gleichgezogen – nahezu alle Divisionen haben ihre Margen-Zielbänder erreicht oder klar übertroffen. Die Liquidität konnte ebenfalls entscheidend verbessert werden. Bei den Themen Nachhaltigkeit und Diversity hat Siemens große Schritte nach vorne gemacht. Im Dow Jones Sustainability Index ist das Unternehmen in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in Folge Branchenführer geworden. Als einziges Unternehmen im Deutschen Aktienindex DAX sind bei Siemens zwei Frauen im Vorstand. Im achtköpfigen Siemens-Vorstand sind vier Nationalitäten vertreten.

































































































